Die Wallberger - das Heimatfest

In den Statuten von 1889 steht unter Absatz VI:
Jeden ersten Sonntag in den Monaten Mai bis October findet eine Vereinszusammenkunft statt. Der Versammlungsort wird vom Ausschuß bestimmt und jeweilig bekannt gegeben. Aus diesen Zusammenkünften entwickelte sich das Heimatfest der Wallberger in Enterrottach und jetzt im Lori Feichta.

1889

Dritte Monatszusammenkunft, Sonntag den 14. Juli 1889 bei dem Vereinsmitglied Gastwirt Pichler in EnterrottachHiezu war eine Blechmusikkapelle von 8 Mann engagiert. Des herabströmenden Regens halber wurde ein Bretterdach über den Tanzboden gelegt. Von den eingeladenen Vereinen "Frohsinn", "Neureuther", "Bayrischzeller" und Zitherverein Egern-Rottach erschien aus gleichem Grunde nur Letzterer. Die Beteiligung unsererseits war eine befriedigende und die weibliche Tracht kam ebenfalls entsprechend zur Geltung. Der Schuhplattler. deklamatorische und Gesangsvorträge wechselten ab und gaben die trotz des schlechten Wetters zahlreich erschienenen Sommerfrischler ihre Freude über das Zusammengehen des Ganzen kund.
Gastwirt Pichler war sehr entgegenkommend in jeder Hinsicht. Die Kosten der aus Vereinsmitteln bestrittenen Musik betrugen 40 Mark. Die Dauer des Spieles war auf Abend 8 Uhr behördlich begrenzt und wurde diese Stunde auch eingehalten.

1890

Sonntag den 10. August (Laurenzius)fand bei Pichler in Enterrottach die Monatszusammenkunft für den Monat August bei herrlichem Wetter statt. Der Besuch war sowohl von Seite der Vereinsmitglieder als auch der Sommergäste ganz außerordentlich und im ganzen Umkreis kein leerer Stuhl oder Tisch zu finden.
Der Schuhplattler wurde fleißig getanzt und von den Zuschauern mit vielem Beifall aufgenommen.
An die in Tracht erschienen Mädchen und Frauen gelangten verschiedene Wertgegenständ zur unentgeltlichen Verlosung und waren Gewinnerinnen: Frau Pichler, Enterrottach, Frau Pichler, Rottach, Frau Kynast, Staudach. An außerordentlichen Geldgeschenken erhielt der Verein M. 26,-.
Mit Eintritt der Dämmerung wurde der Platz mit Lampions festlich beleuchtet und endigte die Unterhaltung um 9 Uhr. Es spielten 8 Mann der Tegernseer Musik.

1891

Am Sonntag den 15. August 1891 (Himmelfahrtstag)hielt der Verein seine Monatszusammenkunft für August ab beim Mitglied Nikol. Pichler in Enterrottach. Das Fest war von denkbar herrlichstem Wetter begünstigt und war schon in den frühen Nachmittagsstunden jedes Plätzchen von den nach Hunderten zählenden Menge belegt.
Die Tanzpausen wurden ausgefüllt durch Zithervorträge von Herrn und Frau Mock und einem Schüler des Ersteren. Die Musik besorgten ? Mann der Tegernseer Kapelle in sehr zufrieden stellender Weise. Es wurden an die anwesenden Herrschaften Alpenrosensträußchen mit dem Stempel des Vereins verteilt. Bei der Gratisverlosung von zur Tracht gehörigen Schmuckgegenstände erhielten folgende Mädchen und Frauen Gewinnste: Jenny Port, Frau Reuter, Frau Sanktjohanser, Anna Lechner, Marie Hagn (Pichlertochter), Therese Obermüller.
Die Mitglieder blieben noch bis spät in die Nacht in vergnügter Stimmung beisammen.

1892
Siehe Wallberg>>

1893

Die Monatszusammenkunft für August fand in Enterrottach unter sehr zahlreicher Beteiligung der Mitglieder, und zur Sommerfrische anwesenden Fremden, und gestaltete sich der Tag wieder zu einem schönen ländlichen Volksfeste.

1894

3. Monatszusammenkunft am 12. August 1894Am 12. August wurde in Enterrottach die 3. Monatszusammenkunft abgehalten. Leider war uns der Himmel nicht günstig und öffnete teilweise seine Schleußen an allen Enden. Trotzdem hatten sich sehr viele Sommergäste zu Wagen und zu Fuß eingefunden, und trotz des nassen Wetters verharrten diese ehrenwerten Gönner und getreuen Freunde des Vereines mehrere Stunden in ziemlich animierter Stimmung auf dem Festplatze aus. Tanz und Schuhplattler wurden im Freien abgehalten und manches mal mit wahrem Galgenhumor unter strömenden Regen getanzt. Zu Ende des Nachmittags konnte die Verteilung der Fahnenpreise an die Schützen, und der verschiedenen Gegenstände gewonnen werden, bei günstigerer Witterung stattfinden. Hiermit war auch die Feier wieder zu Ende.

1895

3. Monatszusammenkunft den 11. August 1895
Die III. Monatszusammenkunft wurde wie beschlossen bei denkbar günstigster Witterung in Enterrottach den 11. August Nachmittags abgehalten. Scharenweise strömten Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereines darunter hohe Sommergäste zu Wagen und zu Fuß dem herrlichen Enterrottach zu um sich da an dem Tanz und den Belustigungen der Gebirgskinder zu beteiligen, und zu ergötzen. Was mit großer Freude begrüßt werden konnte, war, daß sehr viele Damen aus den Kreisen der verehrten Sommergäste in Tracht und grünem Hütl erschienen waren, und hatten es auch nicht zu bereuen, da die in Tracht erschienenen Damen recht fleißig zum Schuhplattler und Neubeurer geholt wurden, was ihnen, den fröhlichen Gesichtern nach sehr große Freude bereitet haben wird. Wie das Fischstechen durch die Damen, so erfreute sich das Sacklaufen durch die männlichen Mitglieder sehr zahlreicher Beteiligung und fand beides reichen Beifall. Das vom Herrn II. Vorstand Herr Grieblinger ins Werk gesetzte Adlerschießen war sehr gut besetzt, und erwarben sich Preise, welche in seidenen Fahnen bestanden. Es wurde auf eine Scheibe gemalter Adler geschossen, welcher wie oben bezeichnet in 4 kleinen Teilen eingeteilt war. Da neben diesen Belustigungen auch des edlen braunen Nasses nicht vergessen wurde, gestaltete sich der Nachmittag mit dem daran geknüpften Abend zu einem der schönsten, und pilgerte Jung und Alt zu ziemlich später Stunde seinem heimatlichen Wigwam zu.

1896

3. Monatszusammenkunft am 15. August 1896 in Enterrottach
Die für den 15. August anberaumte Monatszusammenkunft wurde bei der durch den plötzlichen Ausbruch eines Gewitters verbunden mit heftigem Platzregen unterbrochen, und konnte die Unterhaltung nicht mehr aufgenommen werden, zum größten Bedauern der sehr zahlreich anwesenden Sommergäste und Mitglieder. Gerade diese Zusammenkunft hätte sich wieder zu einem wirklichen Volksfeste gestaltet. Auf vielseitiges Ersuchen wurde beschlossen, die Ergänzung der gestörten Zusammenkunft auf Sonntag den 30. August anzuberaumen. Leider kam auch an diesem Tage die Abhaltung des Festes wegen zweifelhafter Witterung nicht zur Ausführung.

1897

3. Monatszusammenkunft am Sonntag den 15. August 1897
Nachmittags versammelten sich die "Wallberger" unter großem Andrang von Sommergästen, und hiesigen Bewohnern im Garten des Herrn Nikolaus Pichler in Enterrottach, zur Abhaltung ihrer dritten Monatszusammenkunft bei sehr günstiger Witterung. Bald war der Reigen eröffnet und es folgte nun Tanz auf Tanz. In der Schießstätte krachte es lustig drauf los, und das Glücksrad zeigte seine Launen. In einer Zwischenpause wurde das Schubkarrenrennen veranstaltet, zu welchem sich Starter meldeten. Unter größtem Jubel der Zuschauer wickelte sich dieses urkomische Spiel ab. Hierauf wurde wieder zum Tanz geschritten und lustig weiter getanzt. Abends 5 Uhr fand die Preisverteilung statt. Auch die in der Tracht erschienenen Frauen und Mädchen wurden mit Preisen bedacht. Abends 6 Uhr öffnete Jupiter plavius seine Schleußen und alles, Männlein und Weiblein, suchte Schutz unter dem Dach des Hauses. Ziemlich unwirsch über diese unliebsame Störung kam mancher Herr und Dame watscherl naß nach Hause, das unglückselige Enterrottach verwünschend, als ob dies schöne Fleckchen Erde für die Launen des Wetters könnte.

1898

3. Monatszusammenkunft Sonntag den 14. August 1898
war der Garten des Gasthauses Enterrottach bis auf den letzten Platz besetzt. Auch unser Bruderverein "Almrausch" aus München gab uns die Ehre des Besuches. Glückshafen, Tanzboden, Schießstätte und Wurfspiel wurden hinreichend in Anspruch genommen, ganz abgesehen von Schänke und Küche des Herrn Pichler für deren Inanspruchnahme Frau Sonne ganz entsprechend sorgte. Nach Verlauf eines sehr fidelen Nachmittags wurde zur Preisverteilung für Schützen und Frauen und Mädchen geschritten. Auch der Glückshafen war äußerst bald ausverkauft. Somit fand auch dieses Fest, welches immer das schönste des Jahres zu sein pflegt, in aller gemütlichster Weise seinen Abschluß.

1899

10 jähriges Stiftungs-Fest am 11. August 1899
Schon am Morgen des 11. August wurde beim "Glasl" rege an der Herstellung des Festplatzes gearbeitet, um alles möglichst schön für den Abend herzurichten. Kaum war die Dämmerung eingebrochen, pilgerten die "Wallberger" nach Oberach um sich an der Vorfeier des Stiftungsfestes zu beteiligen. Bald regte sich Lust und Freude, vermischt mit den Klängen der gut besetzten Tegernseer Musikkapelle. Kaum hatte das Fest seinen Anfang genommen, erschienen unsere braven Brüder die "Wiener Wallberger" welche dem Stammverein zuliebe, die weite Reise von Wien bis hierher unternahmen. Sie wurden freudigst begrüßt. In Mitte des Festes wurde von unserem Mitglied Herrn Camelly aus München ein brillantes Feuerwerk abgebrannt, und von den Anwesenden mit Beifall aufgenommen. Ringsum war der Festplatz durch Feuerkörbe beleuchtet, und mit Wimpeln geziert, so daß das ganze einen erhabenen Eindruck auf den Beschauer machte. In der Hoffnung auf den schönen Tag des Hauptfestes machten sich die frohen Zecher in früher Morgenstunde auf den Heimweg, mit dem Wunsche beseelt, der liebe Herrgott möge den kommenden Sonntag durch das nasse Element nicht allzu weich werden lassen.
Herrlich verkündeten die ersten Sonnenstrahlen den Tag des Hauptfestes an, und mit Zuversicht auf ein schönes Fest sprang mancher früher wie gewöhnlich aus den Federn. Schon vormittags strömten Scharen von Festteilnehmern nach Enterrottach, um da bestimmt ein trautes Plätzchen für den Nachmittag zu gewinnen, weshalb wohl die Beteiligung an dem Aufstieg zum Wallbergkreuz ein verminderter gewesen sein mag. Auch waren mehrere Getreue, welche es sich nicht nehmen ließen, an dem Feste auch das hehre Denkmal der "Wallberger" und ihrer Freunde zu beehren.
Herr Gerbermeister Reiffenstuel hielt dort oben "auf hoher Wacht" eine kleine Ansprache an die Anwesenden über die Bedeutung und gedeihen des Vereines und den Zweck der Errichtung des erhabenen Wahrzeichens der christlichen Religion. Von der begaben sich die Wackeren zum Unterkunftshaus um nach Stärkung des Geistes auch dem Freund Magen seinen Tribut zu zahlen. Nach ordentlicher Imbißnahme ging es talwärts dem schönen Enterrottach zu. Schon war jedes Plätzchen ausgefüllt, von Festgästen und immer noch strömenden Scharen Schau- und Tanzlustiger herbei. Es war ein schönes anheimelndes Treiben wie es schöner und harmonischer in seiner Art nicht gedacht werden kann.
Hohe Herrschaften, Sennerinnen, Holzarbeiter und Landleute beengten sich in einem bunten Durcheinander, Gespräche austauschend. Alles ergötzte sich an dem lustigen Treiben. Zwei Musikkapellen welche hiesige Walzer und Ländler spielten zogen junges und altes Volk auf die Tanzbühnen, welche im Freien aufgeschlagen waren. Es war ein schönes echtes Waldfest. Den Buden und Schänken wurde im ausgedehntesten Maße zugesprochen, ein Glückshafen versorgte die Glückskinder mit schönen Gewinnsten.
So vergingen die Nachmittagsstunden nur zu schnell, und mahnte der herannahende Abend die Herrschaften zum Aufbruch. Es dämmerte schon bereits, als man erst an die Preisverteilung gehen konnte. Viele Mitglieder und Freunde des Vereines konnten sich jedoch vor später Abendstunde kaum trennen und zogen schweren Herzens von dannen. so war auch dieser Tag in Freude und Eintracht verlebt.
Am kommenden Vormittag wurde zu Ehren der anwesenden "Wiener Wallberger" und des Almrauch München im Gasthause des Herrn Max Bachmair einen Frühschoppen veranstaltet. Bei Zitherklang und Gemütlichkeit wurden noch einige Liter vertilgt und dann mit Motorboot zum Sapplkeller gefahren. Am Abend verabschiedete man sich von den lieben Gästen, welche ungern von unserem schönen Tale schieden. Somit ging auch dieses schöne Fest zu Ende und bleibt nur die schöne Erinnerung, dem Teil des Lebens wieder einer gute Sache gewidmet zu haben.

1900

Monatszusammenkunft am 12. August 1900
Ein schöner Tag war der 12. August zu nennen. Scharenweise strömten Mitglieder und Freunde des Vereins dem schön gelegenen Enterrottach zu, um an dem Freudenfeste der "Wallberger" teilzunehmen. Alt und Jung, Hoch und Nieder, alles wallfahrtete nach dorten, um sich bei einem Tänzchen oder bei einer frischen Maß Bier gütlich zu tun, oder sein Glück beim Glückshafen zu probieren. Losverkäufer, Wirt und Musiker hatten vollauf zu tun um alle die Verlangenden und Lustigen zu befriedigen. Die in Tracht erschienenen Frauen und Mädchen konnten sich an einem Ringelwerfen beteiligen, die Burschen an einem Kegelscheiben, und sich Preise erringen.
Jupiter Pluvius verschonte uns diesesmal gänzlich mit seinen Segnungen, das Wetter ließ nichts zu wünschen übrig. Alle Anwesenden waren über den Verlauf des Festes vollständig befriedigt, und in gehobener Stimmung traten alle den Heimweg an, und freuten sich über die froh verlebten Stunden.

1901

3. Monats-Zusammenkunft Sonntag den 10. August
laufenden Jahresversammelten sich die "Wallberger" und Freunde derselben bei schönstem Wetter in dem von der Natur so reich bedachten Enterrottach um sich um einen schönen vergnügten Nachmittag zu bereichern. Wie gewöhnlich ist diese Monatszusammenkunft unsere schönste und besuchteste in jedem Jahr, was wir größtenteils dem verstärkten Fremdenverkehr und der ausgesuchten Lage des Gasthauses, nicht minder der ausgesuchten Liebenswürdigkeit der Wirtsleute zuzuschreiben haben. Schnell entwickelte sich ein echtes Volksleben, der Ausdruck eines echten Volksfestes.
Der Kapelle "Jung-Rottach" lustige Weisen erschallen, und in lustigen Reigen entwickelte sich ein Bild der reinen Freude und ehrbaren Lustigkeit. Der leider zum letzten Male aufgestellte Glückshafen wurde von Publikum und Sonne so sehr in Anspruch genommen, daß die Losverkäufer nahezu aufgeschmolzen wären, wenn nicht eine mitleidige Wolke ab und zu die allzu große Neugierde der Frau Sonne etwas herab gemindert hätte. Das anberaumte Hosenlaufen ging zum größten Gaudium der Anwesenden glänzend von statten, und wäre unser zweiter Vorstand Herr Grieblinger fast unter den Füßen der heran brausenden Renner zerstampft worden, er zog jedoch zum Glück vor, anstatt zu gehen zu kugeln, und er war gerettet.
Vor Eintritt des Abends wurden an die Renner und in Tracht erschienenen Frauen und Mädchen, Preise und Gegenstände verteilt. Befriedigt über den schönen ungetrübten Verlauf des Festes begaben sich die Teilnehmer auf den Heimweg.

1902

Monatszusammenkunft am 17. August 1902
Bei klarstem Sonnenschein wanderten hunderte von Sommergästen und Vereinsmitgliedern nach dem heimischen Enterrottach, um das Hauptsommerfest der "Wallberger" mit genießen zu können. Herrschaftliche Gespanne in Hülle fuhren da auf. In kurzem entfaltete sich ein schönes buntes Bild, entzückend für das Auge des Beschauers. Ein prachtvoller blauer Himmel lachte zwischen dem dunklen Tannengrün der Berge auf das bewegliche Häuflein Menschen nieder, welche in den manigfaltigsten Farben durcheinander wirbelten, wie gefärbte Schneeflocken.
Leider konnte die zweite angesetzte Musikkapelle Jung-Tegernsee nicht erscheinen, da dieselbe schon für eine andere Verrichtung bestellt waren, und so mußte man sich wohl oder übel mit einer Musik befriedigen, und Dank der Zufriedenheit unserer Mitglieder machte sich die Ermanglung einer zweiten Musik nicht allzusehr geltend. In wirklich anerkennungswerter weise tanzten und plattelten die Burschen und Mädel, so daß ihnen von Seite der Zuschauer mehrmals lebhafter Beifall gezollt wurde. Herr Grieblinger hatte sich um die Schießstätte und Herr Schrefele um die Fischstecherei angenommen, gewiß sehr lobenswert, besonders wenn man weiß welche Aufgabe es ist dem weiblichen Geschlecht gerecht zu werden.
Um 4 Uhr nachmittags ging der Hauptrummel los, nämlich das Hosenlaufen. Scharenweise bewegten sich die Anwesenden dem Aufstellplatz für die Teilnehmer zu. Es war kaum möglich die Läufer aufzustellen. Wohl ein Dutzend Amateur-Photographen hatten im Umkreise Aufstellung genommen.
Wer einmal Gelegenheit hatte sich an dem Zustandekommen einer solchen Gaudi mitzuwirken, der wird wissen, was es heißt die Sache nur einigermaßen in Ordnung auszuführen. Es ist wirklich ein Ding der Unmöglichkeit diesen wie gesagt "Rummel" abzurollen. Trotz manchen heftigen Ein- und Widerspruches fiel das Ganze doch zur allgemeinen Zufriedenheit aus und trug besonders das Rennen sehr viel zur Heiterkeit bei, ja bei manchen Gruppen löste es ein homerisches Gelächter.
So verlief auch dieser Nachmittag in wirklich anheimelnder Weise. Abends 6 Uhr wurden die verschiedenen Preise verteilt und begaben sich die Festteilnehmer in sehr aufgeräumter Verfassung bei Einbruch der Dunkelheit zufrieden nach Hause. Es sei hier allen für das schöne Zusammenkommen und den so schönen Verlauf des Festes bestens gedankt, mit dem aufrichtigen Wunsche es möchte immer wenigstens soviel, wenn möglich noch mehr in dieser Beziehung geleistet werden, denn Eintracht, Liebe zur Heimat und wirkliche Freude am Leben zieht auch andere Leute an und macht dieselben vergnügt und zufrieden.

1903

III. Monatsversammlung
Das Wallbergfest, abgehalten am 15. August 1903 in Enterrottach welches stets das schönste und besuchteste im Jahr ist folge seines in Enterrottach von der Natur so reich begabten Lage wurde leider durch die Ungunst der Witterung teilweise sehr gestört.-
Der Besuch war ein enormer zu nennen. Auf zwei Tanzbühnen wurde fleißig dem Platteln gehuldigt.- Von den Bergwänden vernahm man die Echos der Feuerbüchsen die Burschen erprobten ihre Kraft im Schleuderballwerfen und Steinstoßen.-
Stürmische Heiterkeit erregte allgemein das Hosenlaufen..- Der Glückshafen , gerichtet zu Gunsten der Überschwemmten Schlesiens wurde förmlich gestürmt; es wollte eben jeder für diesen guten Zweck sein Schärflein beitragen.- Kurz - alles war im schönsten Lauf - da zwang ein massiges Naß von oben alles, was da Beine hatte, sich ein schützendes Obdach zu suchen. Dieser wässrige Zwischenfall stört bei vielen jedoch in keiner Weise die so fröhliche Stimmung und am Abend zog jeder vergnügt heimwärts, beseelt von dem Gedanken, wieder einmal schöne Stunden in diesem herrlichen Winkel verbracht zu haben.

1904

IV: Monatsversammlung
Begeistert vom prachtvollen Wetter konnte der Verein sein Augustfest abhalten, das ein seit vielen Jahren in Enterrottach stattfand. Der Besuch war geradezu ein enormer zu nennen und konnte das Fest wirklich nicht besser sich gestalten, als es der Fall war. Seitens des Vereins fanden wieder die beliebten Spiele, ein Stelzenlaufen, Fischstechen und Preisverteilung an die in Tracht erschienenen Wallbergerinnen statt. Erst spät trennten sich die Teilnehmer, mit dem Bewußtsein heimkehrend, einen schönen und fröhlichen Festtag hinter sich zu haben.

1905

Empfang der Wiener "Wallberger"
Am 13. August 1905 10 Uhr 49 am Vormittag begaben sich ein großer Teil des Vereins der Wallberger mit Musik und Fahne zum Bahnhof Tegernsee, allwo der Empfang der Wiener "Wallberger" stattfand. Es ging dann im geschlossenen Zug mit Musik und Fahne voraus zum Motorsteg und dann per Motor über den See zu Gasthof "Bachmair". Dort angekommen, gemeinsames Mahl. Um 2 Uhr nachmittags gemeinsame Fahrt per Wagen nach Enterrottach nach dem Festplatz, woselbst der Verein nach üblicher Weise seine III. Monatsversammlung abhielt, begünstigt vom herrlichen Wetter und sehr starken Besuche. - Nach Schluß des Festes Rückkehr der beiden Vereine zur geselligen Zusammenkunft abends im Gasthof "Plendl"
Montag den 14. August früh Aufstieg auf den Wallberg seitens vieler Mitglieder der Wallberger und Wiener. Nachmittags Abstieg zu den Enterrottacher Wasserfällen, sodann nach einem Imbiß in Enterrottach, Rückkehr nach Egern zum Gasthaus zur "Überfahrt", woselbst seitens der Wallberger den Wienern ein froher und gelungener Abend geboten wurde, abwechselnd mit Musik, Tanz und Vorträgen und erst in früher Morgenstunde bequemte man sich zum Gehen.
Dienstag den 15. August vormittags Zusammenkunft auf der Überfahrt zu gemeinsamer Rundfahrt mit Motor um den See und Frühschoppen im herzoglichen Bräustüberl zu Tegernsee, dann retour mit Motor zum Gasthof Schwaighof zum gemeinsamen Mittagstisch. nachmittags ungebundene kleine Ausflüge und abends Abschied der Wiener Wallberger.

1906

II. Monatsversammlung 15. August
Wie seit vielen Jahren, so fand auch in diesem Vereinsjahr diese Versammlung in Enterrottach statt; trägt schon allein die von der Natur so begabte Lage dazu bei, dem Ganzen eine frohe Feststimmung aufzudrängen. Das Wetter war herrlich und der Besuch ein enormer und bald entwickelte sich ein buntes Treiben, daß man seine helle Freude daran haben konnte. Tauziehen, Wurstfangen, das allgemeine große Heiterkeit erzielte, sowie Preisverteilung von die in Tracht erschienenen Mädchen und Frauen, wechselten im Programm des Festes, das erst in der Dämmerung sein Ende fand.

1907

Am 18. August erfolgte die Abhaltung der III. Monatsversammlung des Vereins in Enterrottach bei herrlichem Wetter unter zahlreicher Beteiligung.

1908

Die III. Monatszusammenkunft hielt der Verein, wie nach stets hergebrachter Weise in Enterrottach ab, begünstigt vom herrlichsten Sonnenschein. Der Besuch war wie auch immer ein sehr reger und verlief dieser Festtag bei Tanz und Spiel in friedlichster Weise.

1910

Für das am 7. August 1910 in Enterrottach stattfindende Sommerfest war Besuch aus Wien angesagt und deshalb waren ganz besondere Vorbereitungen getroffen. Die dekorierten Leiterwagen harrten am Tegernseer Bahnhof der lieben Gäste und unter klingendem Spiel und hellen Juchzern ging es Rottach zu zum "Mittagmachen". Der Wettergott verdunkelte gegen Mittag das Firmament und hat boshafter Weise von Zeit zu Zeit einen kleinen Spritzer um die fidelen Menschenkinder da unten ein klein wenig zu "tratzen". Aber später, als der Himmel wieder mit ganzem Gesicht lachte, da gings dahin nach Enterrottach, die Tanzbühne wurde schnell mit einem Putzhadern abgetrocknet, bald ertönte das melodische Geräusch des Anzapfens und die Sache war im Gang. Es war ja alles da, folglich wurde es auch sehr gemütlich und beim Plendl wurde abends weiter gemacht - in der gleichen Dicke - bis in der Früh.

1911

Und dann am 13. August 1911 das Fest in Enterrottach. Ein wunderherrlicher Sommertag hatte sich herausgeputzt, als die Wallberger auf 5 gezierten Daxwägen durch das Dorf zogen, hinein nach Enterrottach. Die hellen Juchzer der Burschen und Madeln vermischten sich mit den flotten Klängen unserer Blechmusik zu einem melodischen Ganzen und von den Altanen herab grüßten und winkten die Sommergäste. Aber schon sakrisch heiß war es an diesem Tag. Schon beim Pfatischer mußten einige Maß übergelegt werden und als man dann im festlich geputzten Enterrottach einzog, standen unheimlich schwarze Gewitterwolken drohend am Himmel und ließen hin und wieder boshafter Weise ein einschichtiges Tröpflein fallen. Die Oberwinkler Burschen hatten einen Holzknechtkobel erbaut, der ihnen viel Mühe und Kosten verursacht hatte. In diesem Kobel hätten sie bald Preßknödl und einen Schmarrn gekocht.
Zur Belustigung der Mitglieder war außer Schuhplattltanz auch eine "Zehmentmühle" aufgestellt und die auf- und niedergehenden Mandeln mußten sich von den Mannsbildern unbarmherzig "derschmeißen" lassen. Zwischen zwei Tannenbäumen stand eine weibliche Holzfigur mit weit aufgerissenem Maul, nachdem die Weiberleute mit Bällen warfen. Die Kinder dagegen vergnügten sich mit Hafenschlagen, Wurstbeißen und dergl.
Hohe und höchste Herrschaften besuchten unser Fest und unterhielten sich sehr gut wie unsereins bis schließlich der Abend hereinbrach und der Herrlichkeit von selbst ein Ende machte. Wagen um Wagen verließ den Hof und die Sternlein leuchteten schon am Himmel, als noch immer die Juchzer der heimkehrenden Wallberger durch die Abendstille hallten. Dieser Tag kann ohne Übertreibung als Ehrentag des Vereins registriert werden.

1912

Mit dem Wetter beim Hauptfest hatten wir heuer lange kein Glück und als der 11. August total verregnet war, wurde das Fest auf den 15. verschoben und als an diesem Tag das Wetter ebenfalls möglichst miserabel war, dann am 18. August abgehalten. Aber dieser Tag zeigte, wie heiß ein Augusttag sein kann, wenn es will. Für Mannsbilder war ein Lanzen-, für Frauen und Mädchen ein Fischstechen veranstaltet. Der Besuch war gut und der Verlauf des Festes ein schöner.

1913

Am 17. August 1913 fand bei sehr zweifelhaftem Wetter das Enterrottacher Fest statt, das wie gewohnt auch heuer einen ganz außergewöhnlich starken Zulauf hatte.