Volkstrachten Erhaltungsverein "die Wallberger"

Die Chronik des Vereins - das Protokollbuch

Gründung des Vereins 1889

Heute, am 24. Maerz Ein Tausend acht Hundert achtzig Neun sind behufs Gründung eines Vereines zur Erhaltung der Volkstracht die neben unterzeichneten Herren im Gasthause des Herrn Bachmaier in Egern versammelt.
Graf Luxburg, Jos. Oettl, Hans Hagn, Joh. Niggl, Küffner, Carl Reinhard, Fid. Reiffenstuel, M. Reinhard, A. Popp jun., Karl Holl, Führmann Roman, J. Monte, Qu. Kienast, lz. Bachmair jun., AI. Stadier, Pichler Nikolaus, Max Bachmair, Rauh Karl, Georg Reuther, Jakob Grieblinger, Jos. Reitmayer, Jos. Hörn, Vinzenz Moderegger, J. Hanke(?), F. Müller, L. Hofmann, L. W. Boemmel, Ig. Greif jr., Fred Prager, J. Stadier, Hans Kleinmayer, Clemens Saurer München, Hub. Neuner, Anton Frank, Jos. Steinbacher, Wolf Kirschbauer
Die Versammlung eröffnet Nachmittags 3 Uhr in kurzer Begrüßung der Erschienenen Herr Carl Reinhard. Derselbe ersucht um Beschließung über eine engere Vereinsbezeichnung und wird hierfür der Name "Die Wallberger" angenommen. Es wird hierauf zur Berathung der vorbereiteten Satzungen geschritten, und werden selber nach längerer Berathung in ihren Grundzügen angenommen.
In den Vorstand wurden gewählt die Herren:
Carl Reinhard als Vorstand, Max Reinhard als Schriftführer, Ignaz Greif jun. Säckelwart und als Beisitzer die Herren Jos. Reitmayr, Fidel Reiffenstuel, Roman Fürmann, Quirin Kienast, Lorenz Bachmair jun., Georg Bader. Durch Beschluß der Versammlung wurde Herrn Graf von Luxburg, kgl. eep. Bezirksamtsassessor das Ehrenpräsidium des Vereins übertragen.
Trinksprüche: Herrn Graf von Luxburg auf den Vorstand Herrn Carl Reinhard. Herr Kontrollhierarzt Küffner auf die Gesammtvorstandschaft, derselbe auf den Verein, derselbe auf den Ehrenpräsidenten Herrn Grafen von Luxburg, Herr Graf von Luxburg auf den Verein.
Von den anwesenden Herren erklärten sich als ordentliche Mitglieder 26, als außerordentliche Mitglieder 10.
Ergebnis der Mitgliederbeiträge, erhöht durch besonderen Zuschuß einiger Herren: M 60,-.
Herr Carl Reinhard beantragte um 5 h 30 Schluß der Versammlung.

Erste Ausschußsitzung, Dienstag 2. April 1889 im Gasthof Steinmetz in Tegernsee.
Sitzung eröffnet 8 h p.m. Anwesend:
C. Reinhard, M. Reinhard, Ignaz Greif jun., F. Reiffenstuel, Jos. Reitmayr, R. Fürmann, außerdem Graf von Luxburg, Graf v. Drechsel,Carl Holl.
Besprechung betr. Vereinszeichen, Vorlage eines Entwurfes durch J. Reitmayr. Graf von Luxburg übernimmt die Besorgung diesbez. Muster.
Vorlesung der Einläufe. Besprechung betr. Mitgliederkarten. An Stelle derselben erhalten die Mitglieder Vereinszeichen.
Hutfrage. Vorlage verschiedener Formen Gebirgshüte durch Hutmacher Simmeth. Derselbe wird beauftragt, ein Muster des alten Gebirgsschützenhutes anzufertigen.
Berathung und Ergänzung der Satzungen. Aufnahme der neu angemeldeten Mitglieder.
Schluß der Sitzung 12 Uhr p.m.

Erste Hauptversammlung, Sonntag den 7. April 1889 im Gasthaus zum Scheurer I. Stock. Beginn der Versammlung 4 Uhr, anwesend ungefähr 50 Personen.
Vorlesung und längere Berathung der in der Ausschußsitzung vom 2. April 1889 verbesserten Satzungen; Besprechung der einzelnen Absätze, hierauf Annahme derselben durch einstimmigen Beschluß der Versammlung (die Satzung ist in den Statuten) nachzulesen).
Die Hutfrage wird besprochen und den Herren mitgeteilt, daß Hutmacher Simmeth das Muster des alten Tegernseer Hutes in Arbeit hat.
Hierauf Verlesung der Mitgliederliste (ordentliche Mitglieder 47, außerordentliche 20) und Bekanntgabe des Zusammenkunftsortes für den Monat Mai (Gasthaus zur Überfahrt).
Schluß der Versammlung, hierauf gesellige Unterhaltung mit Vorträgen und Zitherspiel.

Bei der 2. Ausschußsitzung am Montag den 22. April 1889 im Gasthof Guggemos, Tegernsee, abends 8 Uhr Vorlage eines Entwurfes von Prof. Halbreiter für ein Vereinszeichen durch Herrn Grafen von Luxburg. Diesbezügliche Besprechung, der Voranschlag pro Stück 1,50. Es wird die Annahme desselben beschlossen, und die Mehrkosten (für ordentliche Mitglieder Stück 1,-, für außerordentliche Mitglieder 50 Pfennig pro Zeichen) soweit ein voller Erfolg der Auslage seitens der Einzelnen nicht erfolgt, für das erste Vereinsjahr dem Vereinssäckel überbürdet.
Vorlage von Musterformen in Gebirgshüten durch Hutmacher Simmeth und Annahme des alten Tegernseer Hutes.
Die zu erfolgende Veröffentlichung eines Auszuges der Satzungen im Tegernseer Wochenblatt "der Seegeist" wird beantragt und angenommen.
Aufnahme neuer Mitglieder.
Schluß der Sitzung 12 h

Sandten am Sonntag den 28. April 1889 an den Kgl. Generallieutenant und Generaladjutanten Sr. Kgl. Hoheit des Prinzregenten, Herrn Freiherrn Freyschlag von Freyenstein in München folgendes Schreiben:
Ew. Excellenz
erlauben wir uns die ganz ergebene Bitte vorzutragen, gefälligst Seiner königlichen Hoheit unserm Allergnädigsten Prinzregenten melden zu wollen, daß sich im Tegernseer Thal und zwar mit dem Sitze in Egern-Rottach ein Verein unter dem Namen "die Wallberger" zur Gründung der Volkstracht gebildet hat.
Dieser Verein ist bestrebt nicht nur die in unserm Theil des bayerischen Gebirges übliche Volkskleidung wieder mehr in Aufnahme zu bringen, sondern auch dem Zitherspiel wieder eine allgemeine Verbreitung zu verschaffen und im Anschlusse davon den einheimischen Gesang und Tanz zu pflegen sowie überhaupt alle ehrwürdigen Gebräuche der Heimath nach Möglichkeit zu erhalten. In der Ueberzeugung, daß der Verein mit diesem Streben nicht nur im Sinne der Einheimischen, auf die Erhaltung altbayerischen Wesens in hohem Grade bedachten Bevölkerung handelt, sondern auch den gnädigen Beifall Seiner Kgl. Hoheit unsers Allergnädigsten Prinzregenten, des huldvollen Gönners unseres Gebirgslebens, erhoffen darf, glaubten wir uns die oben gestellte Bitte erlauben zu dürfen und zeichnen mit dem Ausdruck der vorzüglichsten Hochachtung Ew. Excellenz ganz ergebenstem Vereins, Ausschuß der "Wallberger".
gezeichnet:
M Reinhard Schriftführer, Carl Reinhard Vorstand, Ig. Greif Säckelwart, Beisitzer: Fidel Reiffenstuel, Karl Holl, J. Reitmayer, Führmann Roman, Qu. Kienast, Gg. Bader

Erste Monatszusammenkunft, Sonntag den 5 ten Mai im Gasthaus zur Überfahrtverbunden mit Zithervorträgen, worunter besonders zu erwähnen eine Komposition von Qu. Kienast "Wallberger Vereinsmarsch", für 3 Zithern und ferner ein von Qu. Kreuz jun. stammendes Stück "Wallberger Alpenrosen".
Die Rottacher Dorfmusik wirkte ebenfalls in entgegenkommender Weise zur Verschönerung des Ganzen. Herr Fidel Reiffenstuel trug ein von Frau Hartl-Mitius, Mitglied des königlichen Theaters am Gärtnerplatz gefertigtes, dem Verein gewidmetes Gedicht vor.

Die Dritte Ausschußsitzung am Freitag den 17. Mai 1889 fand in der Raineralpe in Kreuth statt. Verlesung des Antwortschreibens Sr. Kgl. Hoheit dem Prinzregenten. Aufnahmen neuer Mitglieder. Beratung einer Partie nach Bayrischzell (nachträglich durch Landestrauer vereitelt.)
Beschluß des Ausschusses, die für Juny treffende Monatszusammenkunft am Pflieglhof zu halten.

München den 9. Mai 1889
Dem Ausschusse des Vereins der "Wallberger" habe ich auf das Schreiben vom 28. v. Mts. die Ehre zu erwidern, daß Seine Königliche Hoheit der Prinz-Regent von den Mittheilungen über Bildung und Zweck des Vereins wohlgefälligst Kenntnis zu nehmen geruhten und dessen Bestrebungen, insbesondere für Erhaltung der altbayerischen Volkstrachten besten Erfolg wünschen lassen.
Frhr. Freyschlag von Freyenstein Generallieutenant, Generaladjutant

Am 19. Juni 1889 Ankunft der Vereinszeichen und am 22. Juni Herrn Professor Halbreiter für die treffliche Ausführung den Dank des Ausschuß schriftlich erstattet.

Zweite Monatszusammenkunft, Sonntag den 24. Juni 1889, (Johannitag)am Pflieglhof beim Mitglied Hans Schmotzer.
Zufolge ergangener Einladung der Gesellschaft "Frohsinn" an die "Wallberger" hielten wir unsere Zusammenkunft mit genannten. Die Blechmusik wurde vom "Frohsinn" besorgt und in der Art von einer Freimusik für die Mitglieder beider Vereine gehandhabt. Die Beteiligung von unserer Seite war ganz befriedigend. Es gelangten durch F. Reiffenstuel, X. Vollkomm und Lechner oberbayrische Dialektdichtungen zum Vortag; Greif jun. füllte die Pausen durch Zitherspiel. Der Schuhplattler ward von den Wallbergern gut ausgeführt und dauerte der Tanz bis 10 Uhr Abend. Bei Dunkelwerden fand der Johannisprung statt. Hernach hielt Herr J. Steinbacher eine Rede; gedachte der freundlichen Beteiligung seitens der Wallberger an dem Feste und schloß mit einem dreimaligen Hoch auf unsern Verein und auf die "Neureuther", Verein zur Erhaltung der Volkstracht in Gmund, welche 10 Mann stark vertreten waren. F. Reiffenstuel erwiderte hierauf mit Gegenrede und Hoch auf den Verein "Frohsinn". Abmarsch der Wallberger 10 1/2 Uhr.

Die Vierte Ausschußsitzung, Freitag den 5. Juli 1889 beim Glasl in Oberach
Berathung des Zusammenkunftsortes für den Monat July. Entscheidend bestimmt für 14 July Enterrottach.
Es wurde beschlossen, zur Zusammenkunft einzuladen: den Bruderverein Bayrischzell, den Verein Neureuther in Gmund, den Verein "Frohsinn" und den Zitherverein Egern-Rottach. Verlesen wurde folgendes Schreiben von Professor Halbreiter:

München, den 2. Juli 1889.
Herrn K. Reinhard Vorstand des Vereins "Die Wallberger" Egern.
Beiliegend erhalten Sie das Modell zum Vereinszeichen der "Wallberger", welches ich, wie ich schon früher Herrn Graf von Luxburg mitteilte, mit Vergnügen dem Verein zum Geschenke mache. Bei weiterem Bedarf von Zeichen dürfen Sie dieses Modell nur an G. Wegmaier überschicken, welcher Ihnen davon Copien jeder Anzahl und gleicher Ausstattung wie die Ersten, zum nämlichen Preise (a 1,50) herstellen wird. Gegen jede unberufene und unbefugte Nachbildung habe ich das Zeichen unterm 21. Juni d. Js. gesetzlich schützen lassen und ist die Veröffentlichung der zunächst 3 jährigen Schutzfrist bereits im "Reichsanzeiger" erfolgt. Fortlauf No 417. Ich selbst werde selbstverständlich von meinem Entwurfe (zum Zeichen) keinen weiteren Gebrauch machen.
Ihrem Verein ein recht lebhaftes Blühen und Gedeihen von Herzen wünschend, verbleibe
Hochachtungsvollst Adolph Halbreiter.

Es wurde einstimmig beschlossen: Herrn Professor Halbreiter in Anbetracht seiner verdienstlichen Leistungen für den Verein durch Entwurf und Überwachung der Ausführung der Vereinszeichen zum Ehrenmitglied des Verein zu ernennen.
Herr Graf von Luxburg übergab dem Vorstand zur Verwendung als Anerkennungsgeschenk einen silbernen Miederstift, und wurde ihm der Dank des Gesamtvorstandes zu Theil.
Aufnahme neuer Mitglieder.
Schluß der Sitzung 10 h.

Fünfte Ausschußsitzung, Donnerstag den 25ten Juli 1889 bei Gastwirt Plendl
Die Monatszusammenkünfte in Enterrottach sind unter Heimatfest>> zufinden.

Berathung betr. Zusammenkunftsortes für den Monat August. Es wird bestimmt, dieselbe bei dem Mitgliede Gastwirt Koestler in der Raineralpe abzuhalten; hierzu die Rottacher Blechmusik zu dingen und an die Gesellschaft "Harmonie" eine Einladung ergehen zu lassen.
Aufnahme der neuen Mitglieder.

Sechste Ausschußsitzung, Donnerstag, den 28. August 1889 im Gasthaus Plendl in Rottach.
Da die geplante Zusammenkunft bei Köstler in der Raineralpe der unbeständigen Witterung halber nicht abgehalten werden konnte, wurde bestimmt, die Zusammenkunft im Gasthaus zum Glasl in Oberach am Sonntag den 1. September abzuhalten. Da wegen des auf denselben Sonntag fallenden Jahrmarktes in Tegernsee keine Blasmusik aufzutreiben war, wurde beschlossen, einen Concertinavirtuosen von München kommen zu lassen.
Schluß der Sitzung 6 Uhr.

Vierte Monatszusammenkunft, Sonntag, den 1. September 1889 im Gasthaus zum "Glasl" in Oberach.Beginn derselben 3 h p.m. Die Musik war in den Händen eines Concertina-Virtuosen Namens Heick aus München und war dessen Leistung zufriedenstellend wenn auch für die Gesamtwirkung nicht ausreichend. Die Kosten betrugen M 20,-. Die Beteiligung war trotz der Konkurrenz des gleichzeitig stattfindenden Tegernseer Marktes befriedigend; Wetter bis 6 Uhr abends sehr schön, dann Gewitter mit Platzregen. Ende der Tanzmusik 9 Uhr abends.

Siebente Ausschußsitzung, Donnerstag den 17. Oktober 1889 im Gasthaus Bachmair in Egern.
Aufnahme neu angemeldeter Mitglieder.
Berathung betr. gedruckter Statuten. Es wird beschlossen, mit dem Druck derselben bis zum Frühjahr zu warten.

Schriftführer: Reinhard Max


1890

Achte Ausschußsitzung, Donnerstag, den 6. Februar 1890 im Gasthaus Plendl in Rottach.
Da verschiedene auswärtige Mitglieder von den Satzungen Kenntnis zu nehmen wünschen, erneute Berathung, ob selbe drucken zu lassen seien. Es wird beschlossen, hiermit bis nach der Generalversammlung zu warten und einstweilen schriftliche Copien anzufertigen.
Carl Reinhard beantragt die Abhaltung einer Vereinstanzunterhaltung und wird nach längerer Beratung beschlossen eine solche am Donnerstag den 13. Februar 1890 abends im Tanzsaal des Gasthof Plendl in Rottach abzuhalten, verbunden mit musikalischen Aufführungen des Zithervereins Rottach-Egern und komischen Vorträgen.
Aufnahme neu angemeldeter Mitglieder.

Neunte Ausschußsitzung, im Gasthaus zur Überfahrt in Egern.
Berathung über den Tag der Generalversammlung; Annahme des 15. Mai, da am 1ten Sonntag im Mai bei Plendl Musik, am zweiten Sonntag Feuerwehrübung stattfindet.
Aufnahme neu angemeldeter Mitglieder. 
Am 24 April 1890 begab sich der Gesamtausschuß zu Herrn Graf von Luxburg, um demselben, da er in Ernennung zum Polizeirath nach München übersiedelt, für die dem Wallbergerverein zugewendete Fürsorge und Unterstützung zu danken. Der Gründungs-Ausschuß beschloß, sich bei Fotograf Reitmayr ein Gruppenbild machen zu lassen und dem Herrn Grafen einen Abdruck zu behändigen.
Am Mittwoch den 30. April 1890 abends wohnte der Ausschuß der offiziellen Abschiedsfeier des Herrn Graf von Luxburg im Saale des Gasthof zur Post in Tegernsee bei, und nahm der Vorstand Carl Reinhard im Laufe des Abends die Gelegenheit wahr, dem scheidenden Ehrenpräsidenten den Dank des Gesamtvereins in einem Trinkspruch zu vermitteln.

Zweite Hauptversammlung am Donnerstag den 15. Mai 1890 (Christi Himmelfahrt) im Gartenbau des Gastwirthes Herrn Bachmair in Egern.
Vorstand Carl Reinhard leitete nach Begrüßung der zahlreich erschienen Mitglieder die Versammlung ein und dabei u. a. der ehrenvollen Anerkennungsschreiben, welche dem Verein seitens Sr. königlichen Hoheit des Prinzregenten Luitpold von Bayern zugegangen, gedachte, und ein dreifaches Hoch auf denselben ausbrachte.
Hierauf widmete der Redner dem mit Tod abgegangenen Mitgliede Herrn Apotheker v. Hertlein einen warmen Nachruf und gab die Versammlung ihre Pietät für den Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen kund.
Ein zweiter Trinkspruch galt dem Ehrenpräsidenten des Vereines Herrn Grafen von Luxbug, für dessen allzeit freundliches Mitwirken und die materiellen Opfer, welche er dem Vereine gebracht.
Nachdem die freundschaftlichen Beziehungen zu den Vereinen gleichen Strebens in Bayrischzell, Miesbach, Gmund u.s.w., sowie die günstige Entwicklung des Wallbergervereines, der im ersten Jahre von 36 Gründungsteilnehmern auf 150 Mitglieder gewachsen ist, hervorgehoben, wurde der Kassenbericht vom Säckelmeister verlesen. Der Ausweis ergab einen Aktivwert von 72,68 Mark welche Summe in Verbindung mit 44 Stück vorrätigen Vereinszeichen einem Gesamtvermögen von 139,68 Mark gleichkommt.
Der Auszug des Schriftführers aus der Vereinschronik schilderte die Tätigkeit des Ausschusses in neun Ausschußsitzungen und besagte, daß im verflossenem Jahre 4 Monatszusammenkünfte und ein Vereinsball abgehalten worden sei.
Ein Brief des Herrn Professor Adolf Halbreiter, welcher das Vereinszeichen unentgeltlich entworfen und modelliert, sowie dessen reichsgesetzlichen Schutz unterm 21. Juni 1889 bewirkt hatte, wurde verlesen und dabei mitgeteilt daß der Genannte in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt worden sei.
Der Antrag des Ausschusses, die Abzeichen der Wallberger künftig nur zum Selbstkostenpreise von 1,50 Mark anzugeben und evtl. um die Hälfte des Betrages zurück zunehmen, wurden angenommen.
Hierauf wurde zur Ausschußwahl mittels Zettel geschritten; es wurden gewählt die Herren:
Carl Reinhard mit 27 Stimmen zum Vorstand, Max Reinhard mit 28 Stimmen zum Schriftführer, I. Greif jun. mit 25 Stimmen zum Säckelwart. In den Ausschuß als Beisitzer wurden gewählt die Herren Fidel Reiffenstuel, Jos. Reitmayer, Carl Holl, Roman Fürmann, Carl Pichler, Qu. Kynast.
Flotte Conzertmusik, von der Rottacher Kapelle aufgeführt, hielt die Versammlung nach Erledigung der Tagesordnung noch längere Zeit beisammen.




Zweites Vereins-Jahr 1890

Zufolge Anmeldung des kgl. Hofschauspielers Herrn Conrad Preher durch das Mitglied Xaver Terofal wurde dem Erstgenannten von Carl Reinhard am 17. Mai 1890 ein Gedicht übersandt. Am 23. Mai 1890 sandte Herr Preher mit einer freundlichen Antwort auf obiges Gedicht ebenfalls einen Vers.

Monatszusammenkunft am Pfingstmontag den 26. Mai 1890 auf der Tufftenmühle(beschlossen in der Ausschußsitzung vom Sonntag den 22. Mai).
Da wegen Beteiligung am Gaufest der Volkstrachterhaltungsvereine Besprechung notwendig war, so wurde den Kreuther und Oberwinkler Mitgliedern eingesagt.
Es fanden sich eine ziemliche Anzahl Mitglieder zusammen und war auch die weibliche Tracht gut vertreten. Auf der Tagesordnung stand die Verlosung eines von Herrn Graf von Luxburg überwiesenen schönen Miederstiftes und erhielt denselben schließlich Babette Christel bei Herrn Grieblinger, Wäschereibesitzer in Rottach bedienstet.
Es spielte die Rottacher Blechmusik und wurde fleißig getanzt. Die Unterhaltung endete um 8 Uhr abends.

Am 28. Mai 1890 gelangte vom Gebirgstrachterhaltungsverein Rosenheim an die Wallberger Einladung zu einer Zusammenkunft oberbayrischer Volkstrachterhaltungsvereine für 1. Juni in Rosenheim und wurde seitens des Ausschusses der Wallberger die Theilnahme zugesagt.Es fuhren mit dem Frühzug des 1. Juni 1890 6 Herren und 2 Mädchen nach Rosenheim und wurden selbe dort mit Musik empfangen und in die Stadt geleitet. Neben gesellschaftlicher Unterhaltung war der Zweck des Tages begründet in Besprechung einer Gauverbandsschaffung und der Wahl des Führers dieses Verbandes. Herr Carl Reinhard vertrat die Ansicht, daß dem lang bestehenden Bayrischzeller Verein dieses Amt und die Abhaltung der nächstjährigen Zusammenkunft gebühre, wurde jedoch überstimmt und mußte solches für die Wallberger vorbehaltlich der Ausschußgenehmigung unseres Vereins annehmen. Hauptsächlich vertreten war bei der Gründung des Verbandes, nebst Rosenheim, Bayrischzell, Egern-Rottach, Litzeldorf Feilenbach, Wiechs.
Herr Carl Reinhard nahm die Gelegenheit wahr, die Vertreter der verschiedenen Vereine zu ersuchen, dem Fremdwörterunfug durch möglichste Befleißung deutscher Ausdrucksweise im Vereinsleben zu steuern.
Die Wallberger erfreuten sich der größten Zuvorkommenheit während ihres Aufenthaltes in Rosenheim und wurden abends mit Musik zum Bahnhof zurück begleitet.

Ausschußsitzung beim Plendl am ? Juni 1890
Bericht des Vorstandes Carl Reinhard über die, von den Wallbergern besuchte Zusammenkunft oberbayrischer Gebirgstrachtenvereine in Rosenheim. Der Vorschlag, Egern als Vorort der Zusammenkunft für 1891 und die Wahl der Gauverbandsführung gelten zu lassen, sowie den Grund zum Verbandssäckel mit 20,- Mark zu legen, wird angenommen.
Hierauf Beratung wegen Monatszusammenkunft der Wallberger für Monat Juni, wobei die Einladung der Gesellschaft "Frohsinn" wie im Vorjahre die Johannifeier auf dem Pflieglhof mitzumachen angenommen wird.
Verlesung der beiden vorstehenden Gedichte Reinhards und Prehers und Bekundung lebhafter Freude über den Beitritt des Letzteren.
Hernach Aufnahme der neu angemeldeten außerordentlichen und der ordentlichen Mitglieder.

Die Monatszusammenkunft am Dienstag den 24. Juni 1890 (Johanni) am Pflieglhoferfreute sich eines ausnehmend schönen Wetters und sehr zahlreichen Besuches seitens der Wallberger. Besonders hervorzuheben ist das Erscheinen von in die Tracht gekleideten Mädchen und Frauen. Die Musik wurde abwechseln von der Gesellschaft "Frohsinn" und den Wallbergern in Anspruch genommen und im ganzen 28 Scharen seitens der Wallberger getanzt. Humor und Stimmung ließen nichts zu wünschen übrig und erreichten ihren Höhepunkt bei abendlichen Abbrennen eines Johannifeuers und Feuerwerks, welches zur Hälfte von den beiden Vereinen bezahlt worden war. Herr Steinbacher hielt bei Verabschiedung unseres Vereines, welche in Bekräftigung der gegenseitigen Freundschaft der beiden Vereine von Herrn Carl Reinhard erwidert wurde.
Die Neuanmeldungen waren sehr belangreich. Der Heimmarsch erfolgte um 11 Uhr.

Ausschußsitzung am 8. Juli 1890 beim Plendl in Rottach.
Vorlage des Gründungs-Protokoll für den Gauverband und eines Begrüßungsschreibens des Rosenheimer Vereines, welches außerdem für den Verbandssäckel 10,- Mark gesandt hat, während die Wallberger 20,- Mark zeichnen.
Beschluß für den Ankauf eines Schriftvervielfältigers zu Vereins- und Verbandszwecken. Beratung wegen Zusammenkunft für Monat Juli, es wird das Gasthaus zur Raineralpe des Herrn Köstler hiefür ausersehen. Da 5 Mann Musik nicht erhältlich sind, muß wohl oder übel die Kassa für 7 Mann sorgen und werden solche bestellt.
Außerordentliche und ordentliche Mitglieder wurden als neu angemeldet aufgenommen.

Wenn´s Wetter in´s trazt Da gift ma´r ins nöt;
Für d´Wallberger is´s Naß wern Koa gar so arg´s Gfrett!

Die Monatszusammenkunft bei Herrn Köstler auf der Raineralpe war vom Wetter nicht begünstigt und mußte die Unterhaltung im Saale stattfinden. Die vollständige Tegernseer Musik sorgte für den musikalischen Teil und wurde fleißig geplattelt. Durch das Erscheinen des Mitgliedes Xaver Terofal bekam die Sache in form von Gesang- und Guitarre-Vorträgen besondere Würze und zeichnete sich auch das Mitglied Lechner durch Vorträge in Oberländler Mundart aus.
Viele fremde Sommergäste wohnten der Feier bei und meldeten sich verschiedene zum Beitritt in den Verein an.
Der Tanz dauerte von 4-9 Uhr und kostete die Musik 54,- Mark. Herr Gastwirt Köstler steuerte 6,- Mark bei. In vergnügter Stimmung und bester Einigkeit endete diese Zusammenkunft, deren Erfolg bei schönem Wetter natürlich ein großartiger gewesen sein müßte, immerhin aber ein sehr befriedigender war.


Ausschußsitzung am 22. Juli 1890, bei Plendl in Rottach
Anwesend sämtliche Ausschußmitglieder.
Mitteilung des Vorstandes Carl Reinhard an den Ausschuß, daß der Verein von dem Kunstmaler Toni Aaron ein Ölgemälde erhalten würde, das für das Vereinswesen einen großen Wert bedeute.

Ausschußsitzung, Samstag den 26. Juli 1890 bei Höß. Anwesend alle Ausschußmitglieder und Toni Aaron.
Aufnahme neu angemeldeter Mitglieder.
Mittheilung des Vorstandes, daß oben erwähntes Bild "s´Wallberger Miadei", bis zur späteren Ablösung durch die Vereinskasse, um den Preis von 150,- Mark in den Besitz des Herrn Carl Reinhard übergegangen und in dessen Verwahrung sich befindet. Abschluß eines Vertrages mit Herrn Hoffotograf Reitmayr betreffs Vervielfältigung des Bildes für den Kunsthandel.

Ausschußsitzung, Dienstag den 5. August bei Höß, Betreff Abhaltung eines Gebirgsfestes bei Steinmetz in Tegernsee in Verbindung mit der Gesellschaft "Frohsinn".
Anwesend: C. Reinhard, C. Holl, J. Reitmayr; vom Ausschuß der Gesellschaft "Frohsinn" Mariacher, L. Hofmann.
Es wurde vorläufig beschlossen, das Fest am 10. August zu halten, wenn der Gesamtausschuß der Wallberger hiemit einverstanden sei.
Nach der Tags darauf gehörten Meinung der übrigen Ausschußmitglieder wurde indeß für Sonntag den 10. August die Abhaltung der ordentlichen Monatszusammenkunft pro August in Enterrottach beschlossen und das Fest bei Steinmetz auf Sonntag den 17. August verlegt.
Mit Befriedigung kann der Verein auf den zweiten in diesem Monat erzielten Erfolg zurückblicken.

Das am 17. August 1890 beim Steinmetz in Tegernsee abgehaltene Sommerfest war außerhalb der ordentlichen Monatszusammenkünfte in´s Werk gesetzt und gelungen durchgeführt.
Der Gartenbausaal war sehr schön ausgestattet mit einer Gebirgslandschaft und gut nachgeahmter Sennhütte im Vordergrund, außerdem mit einem, für die Gelegenheit hergestellten hübschen Farbenbild von Kunstmaler T. Aaron. Leider ließ der beschränkte Platz den andrängenden Besuchern wenig Raum für angenehmen Genuß des Ganzen.
Vor Beginn der Tanzunterhaltung war musikalische Unterhaltung und machten sich hierum besonders verdient Herr und Frau Terofal, Frl. Rosa Miller und Herr Haindl; der Zitherverein Egern-Rottach, sowie Herr Richter, Guitarresolist. In der Tanzpause wurden fünf Schmucksachen an die in Tracht erschienenen Mädchen und Frauen unentgeltlich verlost und gewannen Therese Feller Koalbauerntochter, Täubler Miedei vom Tegernseer Berg, Frau Dr. Ott, Frau Reitmayer und Frl. Zimmermann die hübschen Sachen. Die Unterhaltung endete 12 Uhr.
Auf Wunsch Ihrer Majestät der Königin von Neapel, z. Z. Villa Korn, wurde derselben durch den Vorstand Herrn Carl Reinhard die Vereinschronik zur Durchsicht unterbreitet und äußerte sich die Majestät sehr befriedigt über die Zwecke und Bestrebungen des Vereines. Unterm 15. erhielt Ihre Majestät in Begleitung von 2 Vereinsabzeichen und einer großen Photographie des "Wallberger Miadei" und ein Gedicht. Herr Graf von Latoue überbrachte dem Vorstand am 17. September die Grüße Ihrer Majestät und zugleich einen Beitrag von M 100,- für den Verein.
In Berufung des Gesamtausschusses am Abend des 17. September wurde I. M: der Königin für die hochherzige Spende ein dreifaches Hoch ausgebracht und der Dank durch folgendes Schreiben bekundet:
Majestät hatten die große Güte unseren Verein für Erhaltung der Volkstracht durch huldvolles Interesse und hervorragende Spende auszuzeichnen.
Indem wir für die große Ehre unsern wärmsten Dank aussprechen, erlauben wir uns, Seiner Majestät dem Könige und Ihrer Majestät der Königin von Neapel die Ehrenmitgliedschaft unseres Vereins ganz ergebenst anzubieten.
Indem wir um fernere huldvolle Gewogenheit bitten, verharren in größter Ehrfurcht
gez: der gesamte Ausschuß.

Ausschußsitzung, Mittwoch, den 17. Sept. 1890.
Bericht vorstehend erwähnte, dem Verein widerfahrene Ehre.
Der Vorstand beantragt, dem allzeit opferbereiten Mitgliede Xaver Terofal, für seine Mitwirkung bei Vereinsfesten und für die Anmeldung neuer Mitglieder den Dank des Gesamtausschusses mit Begleit einer großen Photographie des "Wallberger Miedei" zu übermitteln, was einstimmig angenommen und zur Ausführung gebracht wird.
Besprechung wegen eines Ausflugs nach Bayrischzell, behufs Besuch des dortigen Volkstrachtvereins und wird, hiefür Sonntag der 28. September bestimmt.
Aufnahme außerordentlicher und ordentlicher Mitglieder.
Folgend einer Einladung seitens mehrerer Münchner Mitglieder des Wallberger Vereines betheiligten sich drei Herren an einem in München den 3. Oktober 1890 von der Gesellschaft "die Schrauben" abgehaltenen Feste, und wurden bei dieser Gelegenheit die Genannten in besonderer Weise ausgezeichnet sowie verschiedene Trinksprüche dem Blühen des Vereines "die Wallberger" entgegengebracht.
Ein sehr betrübender Todesfall versetzt den Ausschuß des Vereins in Trauer. Der in heuriger Generalversammlung als Ausschußmitglied erwählte Herr Carl Pichler, Lohnkutscher in Rottach starb am 28. Oktober in Folge einer schweren Verletzung. Der Verewigte war eines der beliebtesten und eifrigsten Mitglieder gewesen und in gesellschaftlicher Beziehung von hervorragender Bedeutung.
Es wurde seitens des Vereins ein Kranz mit Schleife auf das Grab niedergelegt. R.I.P.

Ausschußsitzung, Samstag den 15. November 1890 im Gasthaus zur Überfahrt
Der Vorsitzende bringt der Versammlung das Ableben des Herrn Carl Pichler, mit Worten der Anerkennung für den Verstorbenen in Erinnerung und ersucht um Ersatzwahl, wonach der Beschluß gefaßt wird, das Mitglied Jakob Grieblinger einstweiligen Eintritt in den Ausschuß zu ersuchen. Der Vorstand wird ermächtigt, den Genannten zu verständigen.
Der Ausschuß befürwortet endgültige Erwerbung des Gemäldes "Wallberger Miedei", welches bislang von Herrn Carl Reinhard bezahlt gewesen und teilt der Vorsitzende mit, daß die Barauslage von 150,- Mark schon im laufenden Vereinsjahr M. 10,- zurückgebracht habe, da vom Verkauf der Photographien dies dem Vereinssäckel zu gute kam. Die Vergütung der von dem Vorstand s. Z. an Herrn Toni Aaron bezahlten Summe wird einstimmig genehmigt und ist hiebei zu bemerken, daß hierdurch auch alle Rechte der Vervielfältigung dem Vereine zufallen.
Neu angemeldete Mitglieder werden aufgenommen.

Ausschußsitzung, Mittwoch den 17. Dezember 1890 im Gasthaus Plendl in RottachBeratung wegen ? Seite fehlt

Schriftführer: Reinhard Max


1891

Ausschußsitzung, den 7. März 1891 Gasthaus zur Überfahrt.
Vorstand  Carl Reinhard verliest einen sehr freundschaftlich abgefaßten Brief, welchen der Vorstand des Vereins "die Werdenfelser" an unsern Verein geschrieben und dessen Inhalt die Sympathien der beiden Gründungsvereine bekundet. Beifällige Aufnahme. Mitteilung des Vorstandes, daß sich zufolge Überweisung von 20 Freifahrtscheinen Gmund - München seitens des Bezirksamtes Miesbach an die Wallberger sich 10 Paare am Geburtstagsjubiläum S.K.H. des Prinzregenten beteiligen können.
Es sind schon sehr viele Mitglieder um die Mitfahrt angegangen worden, doch ist die allgemeine Lust keine große, wegen der namhaften Ausgaben, welche dem Einzelnen erwachsen.

Prinz-Regenten-Feier
Nachdem die Anmeldung zur Beteiligung ziemlich flau gewesen, und verschiedene in letzter Stunde wieder abgesagt hatten, fuhren am 11. März 1891 bei denkbar schlechtestem Wetter die nachfolgend benannten Mitglieder zur Feier nach München und machten den Festzug mit:
Carl Reinhard, Joh. Mühltaler, Jos. Höß, C. Holl, Rom. Fürmann, Nik. Pichler, H. Mannhardt, Bögl, Gg. Hagn, Joh. Webermann, Anna Kreuz, Marie Höß, Frau Mannhardt, Ver. Betz, Frau Gschwendner, Frau Hagn, Frau Pichler, Rosa Mauser, Resi von Lukas, Frau Holl.
Denselben wurde die hohe Ehre zuteil, nach Beendigung des Zuges von Seiner königlichen Hoheit empfangen und durch Ansprache und Händedruck ausgezeichnet zu werden. Von der Regierung ging dem Verein am 13. April 1891 folgendes Schreiben zu:
Im Auftrage des Regierungspräsidiums gestatte ich mir, dem Volkstrachtenerhaltungsverein "die Wallberger" für die Betheiligung am Festzuge, sowie insbesondere auch dem Herrn Vorstande für die entstandene Mühewaltung den verbindlichsten Dank auszusprechen.
K. Bezirksamtmann

Generalversammlung, Donnerstag den 7. Mai 1891 im Gasthaus Bachmair in Egern.
Die Mitglieder waren sehr zahlreich erschienen. Die Versammlung wurde vom Vorstand Carl Reinhard durch einen kurzen Überblick des Vereinsjahres 1890/91 eröffnet. Der Genannte hob hervor, daß der Verein im 2ten Jahr seines Bestehens bereits auf ein Vierteltausend Mitglieder angewachsen sei und darunter eine große Anzahl besonderer Gönner aufweist; daß ferner seit August 1890 I.I.MM. der König und die Königin von Neapel zu Ehren-Mitgliedern zählen und das von dem Kunstmaler Toni Aaron erworbene Ölgemälde der höchst deren Unterstützung nur noch auf 40 Mark zu stehen kommt. Das Bild hat durch seine photographische Vervielfältigung das hiedurch bedingte bekannt werden des Vereines nach Außen schon manchen Nutzen für diesen gestiftet. Der Vorstand gedachte sodann in warmen Worten der Anerkennung zweier im Vereinsjahren gestorbenen Mitglieder, der Herren Carl Pichler und G. Bader und wurde darum Andenken von sämtlichen Anwesenden durch Erheben von den Sitzen geehrt.
Durch den Schriftführer Max Reihnhard wurde der Versammlung bezüglich der immensen Vereinsthätigkeit, daß im laufenden Jahre 12 Ausschußsitzungen, 5 Monatszusammenkünfte, 1 Sommerfest auch einige Verlosungen von zur Tracht gehörigen Gegenständen stattfanden. Der Säckelwart, I. Greif jun. verlas den Rechenschaftsbericht, und ergab dessen Abschluß einen Barüberschuß von 238,- Mark und in Gegenständen einen Werth von ca. M 220,-
Aus der vorgenommenen Ausschußwahl gingen hervor als:
1. Vorstand Carl Reinhard, 2. Vorstand Jakob Grieblinger, Schriftführer Max Reinhard, Säckelwart Ignaz Greif, C. Reinhard erhielt 36 Stimmen, J. Grieblinger ? Stimmen, M. Reinhard 32 Stimmen, I. Greif 35 Stimmen.
Zu Beisitzern wurden gewählt: Carl Holl, Roman Fürmann, Nik. Pichler, Qu. Kienast, J. Reitmayer, Fidel Reiffenstuel
Die Versammlung berieth über die Theilnahme an dem Bezirksfest in Miesbach und ist die Mitwirkung des Vereines sicher gestellt. Das für Juni laufenden Jahres in Aussicht genommene Gaufest mußte aus verschiedenen Gründen vorläufig fallen gelassen werden.
Der Verlauf der Generalversammlung wurde durch Vorträge der Blasmusikkapelle Egern-Rottach gewürzt und nach dem der Vorstand auf das fernere Blühen und Gedeihen des Vereins einen Trinkspruch ausgebracht hatte, beschloß der Genannte die Versammlung.

Ausschußsitzung, Mittwoch den 22. Juli 1891 im Gasthof Scheurer in Rottach
Anwesend sämtliche Ausschußmitglieder bis auf Kienast.
Berathung wegen Entsendung einer Vertretung zum Gaufest nach Feilnbach. Vorstand C. Reinhard fragt an, ob der Ausschuß  für einen Vereins-Ausflug auf den Hirschberg sei, da sich hiefür keine Stimmung zeigt, wird die Angelegenheit vorläufig beruhen gelassen.Aufnahme neuer Mitglieder.
Sonntag, den 26. July 1891 fuhren folgende Mitglieder zum Gaufest der Volkstrachtenvereine nach Feilenbach: Max Reinhard, Ig. Greif jun. Carl Holl, Jos. Hölzl, Georg Hagn, Lor. Holzer, Jos. Ried (Kutscher) ferner per Maschine A. Popp und Michael Dengg.
Ankunft in Feilenbach morgens 10 Uhr als erster Verein. Empfang durch den Festausschuß. Nach und nach kamen die verschiedenen Vereine an und entwickelte sich ein reges Leben auf dem Festplatze. 1/2 3 Uhr Nachmittags war Festzug sämtlicher Vereine durch den Ort, hernach Festrede und Festprolog, worauf die "Wallberger" als erste Gruppe den Schuhplattler tanzten.
Inzwischen hatten sich die Vertreter der verschiedenen Vereine zu einer Berathung zusammen gefunden, es wurde u. a. beschlossen, von jedem Mitglied der dem Gauverband angehörenden Verein 10 Pfennig pro Jahr als Beitrag für die Gauverbandskasse zu erheben. Die Abgeordneten der Wallberger, Holl und Reinhard traten diesem Beschlusse nur bedingt bei.
Als Zusammenkunftsort für das Gaufest 1892 wurde Bayrischzell bestimmt. Die Aufnahme seitens des Vereines Feilenbach-Wiechs war eine sehr herzliche und wurde alles getan, uns den Aufenthalt dort angenehm zu machen.
Abfahrt von Feilenbach über Hundham 5 h Nachmittags; Ankunft zu Hause 12 h Nachts.

Die Monatszusammenkunft bei Gastwirt Bachmair in Egern am Sonntag den 19. Juli 1891 hatte leider schon unter der Mißgunst des Wetters zu leiden, es regnete in Strömen den ganzen Nachmittag; trotzdem fanden sich die Vereinsmitglieder äußerst zahlreich ein, auch das weibliche Geschlecht war sehr stark vertreten, so daß mit den anwesenden Sommergästen die große Gartenveranda bis auf den letzten Platz gefüllt war. Die Musik wurde in nicht gerade musterhafter Weise von 8 Mann der Tegernseer Kapelle besorgt. Bei der Gratislosung von Wertgegenständen, welche zur Tracht gehören, erhielten folgende Gewinnste: Webermann Dori, Wagdelin Mädel, Bachmair Kathi, Frau Popp, Hanninger Marie, Zozen Marie.


Bei diesem Bild steht:
... zielte lebhaften Beifall sowie große Heiterkeit. Folgende Kinder nahmen teil: Hans Kreuz, Melchior Taubenberger, J. Meier, Gunetzreiner, Hans Stadler, Maria Glöckner, Maria Meier, Anna Jennerwein, Maria Plendl, Elise Mannhard, Karl Schweighofer, Grieblinger, Gschwendtner. Photograph Sailing (München) machte obige Aufnahme des Wagens. Leider erlitt der Bau während des Festzuges infolge Engheit der zu passierenden Straßen und dadurch vorkommende Collision mit Straßenlaternen, Hausecken verschiedene Beschädigungen, welche nur noch dürftig zu reparieren waren. Es wurde dem Festwagen der "Wallberger" der II te Preis vom Fest-Ausschuß zuerkannt. Leider beteiligten sich von unserem Verein keine Tänzer an dem stattfindenden Preisschuhplatteln; nach den geringen Leistungen der Anderen hätte unser Verein auch hier den Vogel abgeschossen. Einige Tage nach Rückkehr des Festwagens nach Rottach kaufte Herr Quirin Kreuz das für uns wertlos gewordene Hausmodell und stellte dasselbe in der Nähe seines Hauses auf.
Besonderer Verdienst um das Zustandekommen des Festwagens erwarben sich die Herren: Jakob Grieblinger, Holl, Popp, Reinhard u. m.
Die Gesamt-Ausgaben beliefen sich auf M167,69 der Passivrast ? auf M 91,19. Die Pferde stellten die Herren Pichler, Höß (Haninger) und Plendl, Kutschen Lorenz Maier (Scheurer Lenz), Spitzreiter Stephan Berghammer.

Durch einen schrecklichen Unglücksfall verlor unser Verein drei Mitglieder. Am Montag den 27. Juli 1891 Abends ertranken im See infolge Umschlagens des Bootes die Mitglieder Joseph Reitmayer, Max Obermaier, Xaver Schmidt.. Xaver Terofal, ebenfalls Mitglied der "Wallberger" wurde erst nach einer halben Stunde Schwimmens gerettet. Seitens des Vereines wurde jedem der Verunglückten ein Kranz von Almenrausch und Edelweiß mit Schleife gewidmet.
Sie ruhen in Frieden

Ausschußsitzung, Freitag den 21. August 1891 bei Gastwirth Plendl in Rottach.
Anwesend sämtliche Ausschußmitglieder.
Das Projekt einer Monatszusammenkunft für den Monat September wird fallen gelassen. Hingegen beschlossen am Dienstag den 8. September 1891 (Maria Geburt) einen Ausflug auf den Hirschberg zu unternehmen. Die Zusammenkunft auf 1 Uhr Mittags im Unterkunftshause festzusetzen und auch eine Gratisverlosung von zur Tracht gehörigen Gegenstände für Männer zu veranstalten.Aufnahme neuer Mitglieder.
 
Ausflug auf den Hirschberg, Dienstag den 8. September 1891 (Maria Geburt).
Ein prachtvoller Herbsttag lockte die Mitglieder in Massen auf die Höhe und waren gegen Mittag ca. 300 Personen auf dem Gipfel und in u. vor dem Unterkunftshause versammelt.
Es wurde fleißig getanzt und störte kein Mißton die allgemeine Heiterkeit. Küche und Keller des Mitgliedes Tiefenthaler boten nur Vorzügliches und ließ auch die Bedienung nicht zu wünschen übrig. Bei der Gratisverlosung von zur Tracht gehörenden Wertgegenständen erhielten folgende Mädchen und Frauen Gewinnste: Eugenie Port, Frau Popp, Marie Höß, Frau Höß, Frau Kleinmayer, Julie Fellner Ursula Kerger, von den Männern erhielt Herr Schmotz einen gestrickten Hosenträger.
Der Hirschberghüttenvorstand Herr Kaufmann Horn hielt in freundlicher Weise eine Ansprache an die versammelten Gäste und stellte zur Verteilung an die anwesenden Wallberger-Mitglieder eine Anzahl Erinnerungsgeschenke zur Verfügung, worauf Herr Carl Reinhard als Vorstand der Wallberger den allgemeinen Dank für das liebenswürdige Entgegenkommen und die Geschenke zum Ausdruck brachte.
Als die Sonne längst hinter der Pyramide des Kampen hinab gesunken, trat die Mehrzahl der Gäste den Heimweg an und helle "Juchezer" tönten während des Abstieges zu der gastlichen Höhe empor.
Die Herren Mayer und Thaler Photographen in Tegernsee fertigten eine Aufnahme der vor dem Hirschberghause gruppierten Festteilnehmer. Wirt Tiefenthaler leistete freiwillig einen schätzenswerten Beitrag für die Kosten der Musik.

Ausschußsitzung, Dienstag den ? ten ? 1891 bei Jos. Höss in Egern.
Anwesend sämtliche Ausschußmitglieder.
Von der Vorstandschaft des Gauverbandes in Feilenbach liefen zwei Briefe ein, welche durch ihre brüske Schreibart das Mißfallen des ganzen Ausschusses erregten.
Es handelt sich um Bezahlung eines Jahresbetrages von 10 Pfennig pro Mitglied an die Gauverbandskasse und hatten seines Zeichens auf der Gauversammlung in Feilenbach unsere Vertreter diese Forderung nur unter der Bedingung zugestanden, daß der Gesamtausschuß unseres Vereines diesen Beitrag billige. Nachdem dies nicht der Fall war, schrieben wir an die Gauverbandsleitung, daß wir evtl. Mark 10,- in Pauschale zu zahlen gewillt seien, worauf wir einen nichts weniger als höflichen Brief empfingen, was den einstimmigen Beschluß der Vorstandschaft veranlaßte, aus dem Gauverband auszutreten.

Schriftführer: Reinhard Max


1892

Ausschußsitzung, Mittwoch den 13. Januar 1892 im Gasthaus Scheurer in Rottach.
Anwesend sämtliche Ausschußmitglieder.
Berathung wegen Abhaltung eines Vereinsballes. Es wird beschlossen einen solchen zu veranstalten und zwar am Samstag den 20ten Februar d. J. bei Gastwirth Bachmair in Egern mit Eintrittspreisen von M 1,- für Mitglieder und M 2,- für Nichtmitglieder. - Vorstand Reinhard theilt mit, daß er wegen Genehmigung der Errichtung eines Wetterkreuzes auf dem Wallberg an das kgl. Forstamt ein Gesuch gerichtet habe. Aufnahme folgender Mitglieder.

Ausschußsitzung Samstag den 6. Februar 1892 im Gasthaus zur Überfahrt.
Besprechung wegen Aufstellung der Theaterbühne.
Aufnahme ordentlicher Mitglieder.

Ausschußsitzung vom 26. Februar 1892 Gasthaus zur Überfahrt.
Vorstand Carl Reinhard erteilt dem Ausschuß die hocherfreuliche Nachricht, daß von Seiner königlichen Hoheit Herzog Carl in Bayern durch Hofmarschall Freiherrn von Reck folgendes Schreiben auf die Einladung zum Ball eingetroffen sei:

München 20. Februar 1892.
Euer Wohlgeborenen!
Auf Euer Wohlgeborenen Zuschrift vom 14. d.M. beehre ich mich ergebenst mitzutheilen, daß Ihre Königlichen Hoheiten Herr Herzog und Frau Herzogin Carl in Bayern für die gefällige Einladung des Vereins "die Wallberger" zu einem Gebirgsfeste sowie für die Übermittelung eines Abzeichens des Vereines und der Satzungen desselben bestens danken lassen. Gleichzeitig haben Ihre Königlichen Hoheiten für den Verein einen einmaligen Beitrag von 50 Mark zu bestimmen geruht, welchen Betrag ich anbei mit dem Ersuchen übersende, eine Quittung hierüber an mich gelangen lassen zu wollen.
Indem ich noch beifüge, daß Seine Königliche Hoheit der Herr Herzog die Erlaubnis zur Vorlage der Vereinschronik zu ertheilen geruht haben, zeichne ich hochachtungsvoll
Euer Wohlgeboren ergebensten (gez.) Freiherr von Reck h.b. Hofmarschall.

und überweist dem Säckelwart des Vereins die empfangenen fünfzig Mark in Gold. Er ersucht die Anwesenden sich zum Zeichen des Dankes von ihren Sitzen zu erheben und auf die Gesundheit der Königlichen Hoheiten das Glas zu leeren, was unter kräftigen Hochruf geschieht.
Es wird ein Dankschreiben an Seine Königliche Hoheit durch Hofmarschall Freiherrn von Reck übermittelt, bezw. unterzeichnet, worin die Bitte enthalten ist, Königliche Hoheiten Herrn Herzog und Frau Herzogin Karl unter den Ehrenmitgliedern des Vereins "die Wallberger" führen zu dürfen.
Vorstand Reinhard teilt ferner mit, daß der Verein von seinem Mitgliede Carl Wassenegger Kunstmaler in München eine werthvolle Zeichnung als Titelblatt für die Sammelliste zum Wallbergkreuz erhalten habe und legt ein Dankschreiben für den Genannten zur Unterschrift vor.
Schriftführer Max Reinhard bringt zur Kenntnis, daß er sein Amt niederlege, da er seinen Wohnsitz für längere Zeit nach Hamburg verlege. Es wird ihm von Seite des Ausschuß der allseitige Dank für seine vierjährige Thätigkeit zu Gunsten des Vereins dargebracht und auf sein dauerndes Wohlergehen getrunken.

Sonntag den 28. Februar 1892 fand in Enterrottach eine kleine Zusammenkunft zu Ehren des scheidenden Schriftführers Max Reinhard statt.
Fidelius Reifenstuhl hielt eine vortreffliche Rede auf die verdienstvolle Thätigkeit des Genannten, und Ignaz Greif erhöhte die, von Wehmut angehauchte Stimmung durch Zithervorträge. 

Mittwoch den 9. März 1892. Ausschußsitzung
Vorstand Karl Reinhard verliest den nebenbefindlichen Brief, und vermerkt dieser im Ausschuß allgemeine Freude, über den Beitritt der Königlichen Hoheiten Herzogs und Frau Herzogin Carl zum Verein "die Wallberger". Es wird ein dreifaches Hoch auf die Königlichen Hoheiten ausgebracht, und vom Vorstand die Bedeutung dieser ehrenvollen Tatsache ganz besonders hervorgehoben!
Ferner wird dem Ausschuß bekannt gegeben, daß Herr Wassenegger außer dem gemalenen Titelblatte noch andere Schenkungen, und Herr Möckl einen sehr schönen Holzschnitt zum Besten des Wallbergkreuzes widmet.
Beschlußfassungen 9. März 1892 über:
1. Führung eines Inventarbuches
2. Anschaffung von Leinwand für gemalte, bezw. zu malenden Hintergrund.
3.Gratifikation an Xaver Vollkorn
4. Ein großes Inserat im Seegeist Betreff des Wallbergkreuzes.
5. Dankschreiben an Herr Möckel.
6. Geschenk an Mitglied Herr Terofal für Mitwirkung beim Ball, und hauptsächlich im Stück "Ein blauer Teufel", wo er die Hauptrolle spielte. (Krug)
7. Anschaffung von Quittungskarten für die ordentlichen Mitglieder.
8. Übermittlung einer Fotografie und eines Zeichens an Herrn B. Holzer senior, Hauptfaktor der Mühltaler´schen Buchdruckerei in München und Ernennung desselben zum Ehrenmitglied für dessen Verdienste.
9. Ernennung eines Schriftführers, wofür Herr And. Popp jr. vorgeschlagen und auch gewählt wird.
10. Erweiterung des Ausschußes durch Aufstellung eines Beisitzenden für Tegernsee (Nießl), und Kreuth (Sanktjohanser)
11. Bericht des Kassiers, daß der Ball ein Defizit von M150,- ergeben habe.

Zusammenkunft des Ausschußes der Wallberger im Gasthaus zum Scheurer, am Montag den 21 März 1892
Beschlußfassung über Anfertigung des Wallbergkreuzes siehe Wallberg>>

Ausschußsitzung ? März 1892
Anwesend: Theodor Neumayer aus München, Reinhard Egern, Popp, Holl, Fürmann, Reiffenstuhl, Greif, Grieblinger aus Rottach.

Am 30. April 1892 Ausschußsitzung im Gasthaus Überfahrt.
Vorstand Carl Reinhard gibt bekannt, daß Herr Bierbrauereibesitzer Paul Richter in Moosrain den Mitgliedern des Wallberger-Vereines im Falle dieselben Lust hätten einen Ausflug nach dorten zu machen, seinen sehr geräumigen Saal zur Verfügung stellt, und das da verzapfte Bier zu Gunsten des Wallbergkreuzes den Preis von 20 Pfennig den Liter abgeben würde. Nachdem mit Herr Vorstand Maute der Gesellschaft "Harmonie" in Egern, Rücksprache wegen Betheiligung an dem Ausfluge nach Moosrain genommen und dieselbe zugesagt wurde, beschloß der Ausschuß, am Christi Himmelfahrtstag Herrn Richter zu besuchen.
Ferner gibt H. Reinhard bekannt daß von verschiedenen Seiten die Meinung ausgesprochen wurde bei den Wallbergern einen Schützenzug ähnlich den Gmunder Gebirgschützen zu bilden, was als ungeeignet erachtet wurde.Beschluß über Ort und Tag zur Abhaltung der diesjährigen General-Versammlung und des Jahresberichtes. Es wurde das Gasthaus zur Überfahrt bestimmt. Schluß der Sitzung 10 Uhr abends.

Schriftführer: Reinhard Max

Generalversammlung Sonntag den 22. Mai 1892,
hielt der Verein im vollbesetzten Gastzimmer des Gasthauses zur Überfahrt seine ordentliche Generalversammlung ab. Die Mitglieder des Vereins waren sehr zahlreich erschienen.
Vorstand Reinhard eröffnete dieselbe mit einem Vortrage, indem er seiner Freude über das zahlreiche Erscheinen der Mitglieder Ausdruck gab. Genannter gab bekannt, daß die Zahl der Mitglieder auf ? gestiegen sei.
Das Einvernehmen mit anderen vom gleichen Ziele zustrebenden Vereinen sei ein vorzüglicher. Redner gab bekannt daß I.I.k.H.H. Herr Herzog Ludwig von Bayern, Herr Herzog Carl Theodor von Bayern mit hoher Gemahlin Maria Josefa dem Vereine die große Ehre zuteil werden ließen die hohen Herrschaften zu seinen Ehrenmitgliedern zählen zu dürfen, und brachte ein dreifaches "Hoch" auf Höchstdieselben aus, in welches von den Versammelten begeistert eingestimmt wurde. Redner betonte, daß es nicht vielen Vereinen gegönnt sei solch hohe und berühmte Personen zu Ehrenmitgliedern zu haben und hob als Hauptursache, das Wollen und Gedeihen des Vereines die "Wallberger hervor.
Die Antheile der Presse über den Verein seien durchweg die günstigsten, und der Name "die Wallberger" in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannt und geachtet. Als besonders erwähnenswert würden Artikel aus: Alpine Zeitung, Bayer. Land u. Volk, Alpen-Freund genannt.
Hierauf kam Vorstand Reinhard auf die Betheiligung des Vereins an dem im Monat Mai in Miesbach stattgehabten Bezirksfeste zurück und sprach seinen Dank und Anerkennung denjenigen aus, welche mit Eifer und Ausdauer mitwirkten, ertheilte zugleich den Säumigen eine kleine Rüge verbunden mit dem wohlgemeinten Ersuchen fest zusammen zuhalten, und dadurch das Ansehen des Verein möglichst zu fördern.



Anschließend an dieses wurde bekannt gegeben, daß bei einem am 25. Sept. 1891 in München stattgehabten Preis-Schuhplatteln Mitglieder des Vereines den ersten Preis errangen und in der Presse unter anderem anerkennend geschrieben wurde, daß "die Wallberger" allen anderen Vereinen dieser Art überlegen seien.
Den in diesem Jahre verstorbenen sechs Mitglieder, 4 ordentliche 2 außerordentliche, wurde durch Nennung der Namen derselben gedacht und erhoben sich zur Ehrung des Andenkens die Mitglieder auf Wunsch des Vorstandes entblößten Hauptes von ihren Sitzen.
Herr Kaufmann Theodor Neumayer aus München, wurde für sein verdienstvolles Wirken zu Gunsten des Vereines, auf Antrag des Herrn Vorstandes zum Ehrenmitglied ernannt.
Das Modell des Wallbergkreuzes wurde den Mitgliedern vorgezeigt und dieselben auf den, dasselbe betreffenden Arbeiten ete. aufmerksam gemacht.
Hierauf erfolgte die Wahl des Ausschusses, welche nachstehendes Resultat ergab:
I. Vorstand Herr Carl Reinhard Egern; II. Vorstand Herr Jakob Grieblinger Rottach; Säckelwart Herr Ignaz Greif Rottach; Schriftführer Herr Andreas Popp jun. Rottach. Carl Reinhard erhielt 38 Stimmen, Jak. Grieblinger erhielt 36 Stimmen, Ign. Greif erhielt 39 Stimmen, Andreas Popp erhielt 37 Stimmen.
Zu Beisitzern wurden gewählt: Herr Holl Karl Bäckermeister Rottach, Herr Reiffenstuel Fidel Gerbermeister Rottach, Herr Kinast Quirin Staudach, Herr Pichler Nikolaus Enterrottach, Herr Kleinmair Joh. Egern. Aufnahme von außerordentlichen und ordentlichen Mitgliedern.
Schluß der General-Versammlung 6 Uhr abends.

Am Sonntag den 29. Mai 1892 1. Ausschußsitzung
Beschlußfassung über Festordnung, Druck von Plakate, Beginn des Aufbringens der Theile des Wallbergkreuzes. Herr Grieblinger gab bekannt daß voraussichtlich Hochw. Herr Domkapitular Kirchberger aus München, die Einweihung des Wallbergkreuzes übernehmen werde, welche Nachricht mit Freuden aufgenommen wurde.
Vorstand Reinhard verlas einen Brief von Herrn Hofstrumpfwarenfabrikant Deuninger aus München, in welchem letzterer mehrere Herren und Damen zur Aufnahme empfiehlt und zugleich eine Einladung an den Verein ergehen ließ, dem Bade Kreuth, woselbst die Herrschaften zum Sommeraufenthalt waren, einen Besuch abzustatten und letzteren einen vergnügten Nachmittag zu bereiten.
Es wurde hierauf beschlossen die diesmonatliche II. Monatszusammenkunft im Bade Kreuth abzuhalten, da im Monat Mai keine Monatszusammenkunft stattfand, vielmehr dadurch ausfiel, daß die Fahrt nach Moosrain nicht ausgeführt wurde. Die erste Zusammenkunft wurde auf Pfingstmontag im Sapplkeller festgesetzt.
Unter anderem wurde Herr und Frau Scherrer Fabrikant aus New York in den Verein aufgenommen.
Schluß der Sitzung abends 1/2 10 Uhr.

Die auf Pfingstmontag anberaumte Monatszusammenkunft am Sapplkeller konnte nicht abgehalten werden infolge sehr schlechten Wetters.

Sonntag den ?.Juni 1892, Nachmittags 2 Uhr versammelten sich viele Mitglieder in Rottach und Egern, um an der Fahrt nach Bad Kreuth teilzunehmen. Mit 3 gut besetzten Stellwagen, und 1 Daxwagen der "Oberwinkler" ging es in lustiger Fahrt gen Kreuth zu unter fröhlichem Jauchzer und Gesang der "Buam und Deandln".
In Bad Kreuth angekommen wurde von Herrn Deuninger in Bad Kreuth, an Herrn Vorstand Reinhard telegraphisch gemeldet, daß "die Wallberger" von der Churkapelle Kreuth am Ende des Dorfes empfangen wurden.
Nun ging es unter den lustigen Klängen oben genannter Musik Bad Kreuth zu, und nachdem die Wagenreise in Sicht kam, brach unter den anwesenden Badegästen heller Jubel aus und wurden wir in der sehr schön dekorierten Molkenhalle von den Herrschaften auf das freundlichste empfangen. Nachdem sich endlich alles um Platz und Erquickung umgesehen hatte trotz etwas unfreundlicher Witterung Tanz und Spiel, an dessen ländlichem Charakter die Churgäste sehr reges Interesse zeigten.
Dazwischen wurden von verschiedenen "Wallbergern" Lieder und deklamatorische Vorträge geflochten, welche mit Beifall aufgenommen wurden. Hierauf erfolgte die Verteilung von 52 Loosen an die in Gebirgstracht erschienen Frauen und Mädchen. Die Verteilung der Gegenstände übernahm Fräulein Förster, Tochter des Fabrikbesitzers Förster aus Moskau, welcher Herr die Summe der Gaben aus eigenen Mitteln um ein bedeutendes bereicherte.
Vorstand Reinhard dankte Herrn Förster für Geschenke, den anwesenden Gästen für den liebenswürdigen Empfang und der verehrl. Badedirektion für die zur Verfügung gestellten Räume, und munterte die anwesenden Mitglieder auf, durch festes Zusammenhalten den Verein immer mehr Ansehen zu verleihen. Nun folgten noch mehrere ländliche Tänze, und wurde endlich zum Aufbruche gemahnt.'
Unter Jauchzen und Tücherschwenken, mit dem Bewußtsein wiederum ein fidelen Nachmittag reicher zu sein, fuhren "die Wallberger" wieder ihren trauten Heimstätten zu.

Am 12. Juni 1892 fand Ausschußsitzung im Gasthaus des H. Plendl statt.
Vorstand Herr C. Reinhard stellte den Antrag "die Wallberger" müßten sich, im Falle der Beteiligung des Regierungsbezirkes Oberbayern an der Weltausstellung 1893 in Chicago, bei dem Landesverbande zur Hebung des Fremdenverkehrs in Bayern, mit einem Beitrage von Mk. 200,- zur Mithilfe vermerken lassen. Der Antrag wurde angenommen, wenn der L.V. z. Hebung des Fremdenverkehrs i. B. sich entschließen würde, eine Gruppe ähnlich der Tyroler, bei welchen der Tegernsee hauptsächlich zur Geltung käme, zusammen stellen zu wollen.
Der Verein z. Erhaltung der Volkstracht in Miesbach sendet eine Einladung zur Beteiligung an dem am 27. und 28. d. Monats stattfindenden Wald-Feste.
Den Beitritt zum Landes-Verband zur Hebung des Fremden-Verkehrs in Bayern wird beschlossen.
Herr Professor Halbreiter in München benachrichtigte den Ausschuß, daß dem Vereinszeichen der Wallberger auf weitere 12 Jahre neuerdings gesetzlicher Schutz gewährt wurde, und nach Verlauf dieser 12 Jahre ein weiterer  gesetzlicher Schutz nicht mehr gewährt werden kann.Aufgenommen wurden ordentliche und außerordentliche Mitglieder. Schluß der Sitzung 11 Uhr abends.
Vom herzoglichen Hofmarschall Herrn Baron Reck erging an den Verein anruhendes Schreiben, welches dem Vereine zur Freude und Ansehen gereicht.
Am Sonntag den 3. Juli 1892 Abends veranstalteten Tegernsee und die umliegenden Ortschaften zu Ehren seiner Hoheit dem Herzog von Urach, und Ihrer königlichen Hoheit Prinzeß Amelie von Bayern anläßlich Ihrer Hochzeit, eine Berg und Seebeleuchtung.
Der Verein "die Wallberger" betheiligte sich an denselben mit einem großen eisernen Schiff auf welchem in verkleinertem Maßstabe der Wallberg aufgerichtet war. Auf selben war ein 4 Meter hohes beleuchtetes Kreuz errichtet. zwischen den Tannen derselben war ein Diandl aufgestellt sich auf das Wallbergerzeichen stützend, oben auf dem Bergrücken standen ein Bua und ein Diandl, die bayrische und württembergische Landesfarbe haltend.
Der Verein übermittelte durch Herrn Vorstand Reinhard dem hohen Brautpaare eine prachtvolle Mappe mit Silberbeschläge und einem Gedicht enthaltend.
Ihren königlichen und herzoglichen Hoheiten geruhten die Adresse des Wallberg-Vereines anzunehmen und erhielten durch Herrn Hofidvalier und Pramierleutnant von Hellingrath anrufendes Schreiben:
München den 2. März 1892.
Euer Wohlgeboren
Beehre ich mich ergebenst mitzuteilen, daß Ihre königlichen Hoheiten Herr Herzog und Frau Herzogin Carl Theodor in Bayern von der mittels Beschrift vom 26. v. Mts. in Vorlage gebrachten Chronik des Vereins "Die Wallberger" mit Interesse Einsicht genommen haben und für die gefällige Vorlage derselben bestens danken lassen. Gleichzeitig haben Ihre königlichen Hoheiten die vom Vereine erbetene Führung Höchst derselben in dessen Ehrenmitgliederlist zugenehmigen geruht und wünschen demselben ein stetes kräftiges Gedeihen.
An dem ich in der Anlage die Vereinschronik und die Ehrenmitgliederliste wieder remittire, zeichne ich Hochachtungsvollst ergebenster Baron Reck h.k. Hofmarschall

Euer Wohlgeboren!
Im höchsten Auftrage Seiner Durchlaucht des Herrn Herzog und Ihrer königlichen Hoheit der Frau Herzogin von Urach beehre ich mich, Ihnen höchstderen besten Dank für die Widmung der Geschmackvoll und künstlerisch ausgestatteten Adresse und für die dadurch bewiesene freundliche Aufmerksamkeit zu übermitteln. Die höchsten Herrschaften haben sehr bedauert, wegen Mangel an Zeit verhindert gewesen zu sein, die Adresse persönlich entgegen zu nehmen.Indem ich Sie bitte, vorstehendes zur Kenntnis Ihres geschätzten Vereins zu bringen, verbleibe ich hochachtungsvoll
Ihr ergebener von Hellingrath Premierlieutenant a l. s. 2. Ulanen Hofkavalier
Tegernsee, 6. Juli 1892

Ausschuß Sitzung den 14. Juli 1892 im Gasthause des Herrn Plendl in Rottach

Vorstand Reinhard gibt bekannt:
Der Verein Turner-Alpenkränzchen in München stellt an den Verein z. E. d. Volkstracht, die Wallberger den Antrag, letzterer Verein möchte Mitglied des ersteren werden, worauf das Turner Alpenkränzchen Gesamtmitglied des Vereines "Die Wallberger" zu werden gesonnen wären.
Der Antrag wurde angenommen, und als Mitglied das Turner-Alpenkränzchen in München aufgenommen. Weitere ordentliche und außerordentliche Mitglieder wurden aufgenommen.

Ausschußsitzung am 29. Juli 1892 im Gasthause des Herrn Plendl in Rottach
Besprechung über Inangriffnahme der Vorarbeiten zur Aufstellung des Kreuzes auf dem Wallberge. Auftrag an den Maurer Miller Fidel und Grieblinger Benedikt zum Bau der Fundamentierung. Beratung über Aufbringung der weiteren Kreuzesteile.
Aufnahme von ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern,

14. August 1892 Weihe des Kreuzes >>

Den 31. Oktober 1892 sandte Herr Georg Greider Musiker in München, ein geborener Tegernseer, an Herrn Vorstand Reinhard, einen von ihm verfaßten Marsch auf Zither, dem Verein "Die Wallberger" gewidmet, und betitelt "Wallberger Marsch", für welches schätzbare Geschenk Herrn Greider der herzlichste Dank ausgesprochen wird.

Ausschußsitzung den 28. Dezember 1892 im Gasthause des Herrn Prendl.
Besprechung über Abhaltung des Balles, Beschluß das derselbe am unsinnigen Donnerstag 9. Februar 1893 abgehalten wird.
Ferners wurde Einsicht von den bisher eingelaufenen Rechnungen für das Wallbergkreuz genommen.
Es wurde beantragt Herrn Th. Neumayer eine Anerkennung in Form eines Gegenstandes zu Weihnachten zu übersenden.Herr Reinhard erwarb käuflich ein sehr schönes Hirschgeweih um den Preis von 50,- Mark. Beschlußfassung über den Neujahrsgruß an die Mitglieder.Herr Reinhard verlas noch eine Anfrage kam vom Pfarrer Hans Jakob über die Organisierung des Wallberger Vereines behufs Gründung eines Volkstrachterhaltungs-Vereines in dortigen Orten. Die Anfrage wurde entsprechend beantwortet und die Satzungen unseres Vereines beigegeben.
Schluß der Sitzung 1/2 11 Uhr abends.

Schriftführer: Popp Andreas jun.


1893

Ausschußsitzung Februar 1893 im Gasthause zum Scheurer
Vorstand Reinhard verliest ein Schreiben aus der Geheimkanzlei Sr. kgl. Hoheit Herzog Carl in Bayern, nach dessen Inhalt, Seine kgl. Hoheit mitteilen ließ, daß er und hohe Gemahlin den unliebsamen Vorkommnissen bezügl. der Jagd, seinen Austritt aus der Reihe der Ehrenmitglieder beschlossen.
Es wurde beantragt und auch angenommen Sr. kgl. Hoheit zu überzeugen, daß den Wallbergern kein Antheil an den erwähnten Vorkommnissen beizumessen sei, sondern, daß dieselben stets bestrebt waren, die Ehre, kgl. Hoheiten immer als Ehrenmitgliedern der in ihren Listen und Büchern führen zu dürfen, sich  dauernd erfreuen zu dürfen.Ferner gibt Reinhard bekannt, daß unser Herr Deil die Güte hatte, und die von ihm verfaßten in Drucke sehr schön ausgeführten Deutschen Worte zur Verteilung an die Mitglieder das Stück zu ? Pfennig abließ.
Aufnahme von ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern.

Ausschußsitzung am 7. April 1893
Vorstand Reinhard theilt mit, daß sich laut vorliegendem Schreiben aus Mitgliedern der Wallberger welche ihr Domizil in München haben, dort ein Zweig Verein, mit dem Namen "Die Wallberger" München gebildet hat, und wurde diese Mitheilung mit vollster Anerkennung aufgenommen.

Ausschußsitzung den 4. Mai 1893
Vortrag des Vorstandes über Abrechnung des Kreuz betreffend. Die Ausgaben für Kreuz, Fest u. dgl. belaufen sich auf 2200,00 Mark.Die "Schlierseer" senden eine Einladung zur Fahnenübergabe am 14. Mai, in Form eines oberbayer. Gedichtes. Beschluß: Betheiligung.
Es wurden ordentliche und außerordentliche Mitglieder aufgenommen.
General-Versammlung für 1892-93 auf Donnerstag den 11. Mai (Christi Himmelfahrt) im Gasthaus zur Weißach anberaumt
Der Mitgliederbestand beträgt 375.

General-Versammlung den 11. Mai 1893
Die auf obigen Tag ds. Jahres anberaumte Generalversammlung war sehr zahlreich besucht. Herr Vorstand Reinhard eröffnete dieselbe mit einer Ansprache an die versammelten Mitglieder, in welcher er seine Freude und seinen Dank für das zahlreiche Erscheinen, das Zusammenhalten im verflossenen Vereinsjahres, welches ein sehr ereignisreiches war, und munterte auf auch in Zukunft treu zur Fahne zu stehen.
Hierauf wurde der werten Toten gedacht welche das Jahr 1892 gefordert. dieselben sind nachstehend: Herr Sachsenhauser sen., k. Rechtsrat; Herr Carl Wegmayer; Herr Wolfgang Brachvogel, Schriftsteller. Die Versammelten erhoben sich zur Ehrung der Verstorbenen von ihren Sitzen. Sie ruhen sanft.
Hierauf wurde zur Tagesordnung, Rechnungsabschluß, Wahl und sonstiger Angelegenheiten übergegangen. Auf Anregung einiger Mitglieder wurde beschlossen, noch einen weiteren Beisitzer für Tegernsee und Kreuth zu wählen.
Aus der Wahl gingen hervor:
Carl Reinhard I. Vorstand, Jak. Grieblinger II. Vorstand, Ign. Greif jun. Säckelwart, Andr. Popp Schriftführer
Beisitzer: Holl Karl, Reiffenstuel Fidel, Kinast Quirin, Kleinmaier Hans, Pichler Nik. Niesl, Tegernsee, Sanktjohanser Kreuth.
Herr Reinhard stellte den Antrag, der Verein wolle Herrn Hochw. Domkapitular Kirchberger die Bitte unterbreiten, denselben als Ehrenmitglied für das aufopfernde Wohlwollen führen zu dürfen, welcher Antrag mit Freuden aufgenommen wurde.
Die nächste Monatszusammenkunft wurde für den 11. Juli auf der Tuftenmühle festgesetzt.

Unser Nachbar-Bruderverein Aibling ließ uns unterm 24. Mai eine Einladung zum III. Gautag zugehen, welcher wir aber nicht Folge leisten konnten da wir im Orte selbst sehr beansprucht waren.
Am 14. Mai 1893. Morgens 6 Uhr versammelten sich mehrere Wallberger mit Fahne beim Gasthaus Plendl in Rottach, um den Schlierseer gelegentlich ihrer Fahnenübergabe zu beehren, und ihrer Einladung nachzukommen. Angekommen in Schliersee wurden wir freundlichst empfangen, und drückte besonders Herr Hofschauspieler Dieher seine Anerkennung über das ziemlich zahlreiche Erscheinen der "Wallberger" aus.
Bei der Übergabe der Fahne vertraten die "Wallberger" sogen. Patenstelle und übergaben den Schlierseer´n ein schönes Fahnenband. hierauf wurde der Nachmittag in fidelster Art bei Musik und Tanz verlebt, und mancher Humpen zu Ehren eines Freundes oder Gönners ete. geleert.
Vor Einbruch der Dunkelheit wurde aufgebrochen, und gaben uns die Schlierseer noch das Geleite bis zum Burgfrieden, von wo es unter Juchzern dem heimatlichen Stubn zuging.
in der am 4. Mai crt. stattgehabten Ausschußsitzung wurden nachstehende Personen als ordentliche und außerordentliche Mitglieder aufgenommen.
Mitglieder-Stand 1892-93
Dreihundertfünfundsiebzig

Nachtrag für das Vereinsjahr 1892-93

Ausschuß-Sitzung den 3. Juni 1893 im Gasthaus zur Überfahrt in Egern
Vorstand Reinhard gibt bekannt daß an den Verein "die Wallberger" von dem Bruder Verein Aibling eine Einladung zur Beteiligung am Jahresfeste des Gauverbandes erging.
Nachdem aber "die Wallberger" ihren Austritt aus dem Gauverband erklärt haben, kann von einer offiziellen Beteiligung nicht die Rede sein.
Herr Hofschauspieler Franz Josef Brakl erteilt dem Vereine d. Wallberger die schriftliche Bewilligung zur unentgeltlichen Aufführung des oberbayerischen Volksstückes "Hans im Glück", welche mit Dank aufgenommen wurde.
Der Bayer. Landesverband zur Hebung des Fremdenverkehrs ladet die Wallberger, zu dem vom Journalisten bzw. Schriftsteller Verein in München arrangierten Jahresfest ein. Es wurde beschlossen eine Abteilung von Mitgliedern zur Beteiligung zu senden.
Es wurde von dem Landeskomissär für Baden bzw. Freiburg, an den Verein das schriftliche Ersuchen gestellt, die Satzungen und Vereinszeichen zur Einsicht zu überlassen behufs Gründung eines ähnlichen Vereines in dortiger Gegend. Dem Ersuchen wurde Folge geleistet und die gewünschten Gegenstände eingesendet.
Aufnahme ordentlicher Mitglieder.
Monatszusammenkunft für Monat Juni zum Gasthaus am Alpbach, Tegernsee bestimmt

Schriftführer: Popp Andreas jun.

 

Sonntag den 11.Juni 1893 fand im Gasthause zum Alpbach, Herrn Max Luger in Tegernsee die anberaumte Monatszusammenkunft statt. Trotzdem das Wetter nicht ungünstig war, ließen die Mitglieder bezüglich der Beteiligung vieles zu wünschen übrig. Die Unterhaltung endete Abends 9 Uhr.

Ausschuß-Sitzung den 2. July 1893 bei Höß auf der Überfahrt.
Beschluß über die Abhaltung der Monatszusammenkunft im Monat Juli. Es wurde beschlossen dieselbe auf der Duftenmühle abzuhalten, am 16. July, nachmittags 3 Uhr.

Stiftungs-Fest des Journalisten und Schriftsteller Verein München.
Lustig und guter Dinge brach am 11. Juni 1893 eine kleine aber muntere Schar unter der Fahne der Wallberger in Gebirgstracht auf, um der Einladung des Journalisten und Schriftsteller-Vereines in München Folge zu leisten, und dessen diesjähriges Stiftungsfest verschönern zu helfen. Schwegelpfeiffer, Zitherspieler, Schuhplattler und sangeskundige Maderl befanden sich unter dem munteren Häuflein der Auserwählten.
In fidelster Stimmung ging es mit der Eisenbahn gen München. Um ? 1/2 Uhr Nachmittag trafen die Wallberger in München ein, und wurden von einer Abordnung der Journalisten freundlichst am Bahnhof empfangen, worauf sie unter Bewunderung der Münchner tapfer fürbaß marschierten dem ausgestellten Ziele, das war der Löwenbräukeller, zu.
Dorten von den bereits versammelten mit Jubel empfangenen wurden die Paare in den Saal geleitet, und ihnen ein geräumiges Plätzchen zum Aufenthalt für den Abend angewiesen. Nachdem man sich nun von den Strapazen der Reise erholt und dem knurrenden Magen Genugtuung verschafft hatte ging es dem lustigen Rundum zu. In mehreren Zwischenrufen fanden unsere Musiker und Sängerinnen Gelegenheit Ihre ländlichen Künste zur Geltung zu bringen. Staunend lauschten die von Militär- auch anderen Conzerten verwöhnten Ohren den Münchner den ländlichen Weisen. Und brausender Beifall lohnte die Mühe. Überhaupt bildeten die Wallberger eine bedeutende Perle der Unterhaltung.. In vergnügtester Stimmung wurde der Abend und die Nacht verbracht, und so stark, der Wille den Verein zu Glanz und Ehre zu bringen, daß ein Mitglied noch in aller Frühe 6 Uhr Mutterseelen allein mit der Wallbergerfahne auf den ohnehin schon sehr beladenen Schultern zu bemerken war.
Anderen Tages zogen die Unsrigen voll des Lobes über die Aufmerksamkeit und Freundlichkeit der Journalisten ihrem heimatlichen Thale zu.

Bei der Ausschuß-Sitzung am 2. Juli wurden außerordentliche und ordentliche Mitglieder aufgenommen.

Am 16. Juli 1893 wurde die Monatszusammenkunft im Gasthaus zur Tufftenmühle abgehalten.


Ausschußsitzung den 28. August im Gasthaus zum Scheurer
Beschluß: Abhaltung der Monatszusammenkunft für September bei Gastwirt Lentner Oberach.
Aufnahme ordentlicher und außerordentlicher Mitglieder.

Vom kgl. Bezirksamt Berchtesgaden erhielt Herr Vorstand Reinhard durch Herrn kgl. Bezirksassessor Graf Maldeghem, das ehrende Ansuchen, die Vereinsleitung mitteilen zu wollen, behufs Gründung eines gleichen Vereines in Berchtesgaden, worauf die Vereinschronik übermittelt wurde.
Vom kgl. Bezirksamte Berchtesgaden
An den H. kgl. Bezirksamts-Assessor in TegernseeBerchtesgaden den 30ten Oktober 1893
Betreff: Verein zur Erhaltung der Volkstrachten
Anruhend beehre ich mich die unterm 22. August ds. Js. gütigst übermittelte Chronik des "Wallberger" unter bestem Danke zurückzusenden mit dem ergebensten Ersuchen dieselbe dem genannten Verein zu übergeben.
Der kgl. Bezirksamtmann

Die für Gbrsl. Oberach anberaumte Monatszusammenkunft fand eingetretener Verhältnisse halber im Gasthaus zur Überfahrt statt, und war der Sommer dieses Jahres somit abgeschlossen. 
Wie bisher, so erließ auch heuer Herr Vorstand Reinhard einen wohlgemeinten Neujahrsgruß an alle auswärtigen Mitglieder,  und sandte zugleich an alle Zeitungsredaktionen der Welt denselben. Die deutsche Zeitung "Germania" welche in ? erscheint schrieb hierüber  nachstehenden: (Zeitung fehlt)

Schriftführer: Popp Andreas jun.


1894

Wie bisher, so erließ auch heuer Herr Vorstand Reinhard einen wohlgemeinten Neujahrsgruß an alle auswärtigen Mitglieder, und sandte zugleich an alle Zeitungsredaktionen der Welt denselben.

Ausschußsitzung den 3. Januar 1894
Beschluß: Abhaltung des Vereinsballes den 5. Februar (Fastnachtsmontag) bei Herrn Bachmair in Egern. Beratung über ein entsprechendes Ballzeichen.
Vorstand H. Reinhard beantragt, die Form eines Hutes, welcher Vorschlag einstimmig angenommen wurde.
Das Mitglied Herr Fabrikant Förster aus Moskau ersucht Herrn Reinhard brieflich ihm auf seine Kosten mehrere Gruppenbilder von "Wallbergern" einzusenden.
Zugleich wurden anliegende Neujahrsgrüße von Mitgliedern der "Wallberger" verlesen, welche vollsten Beifall von versammelten fanden.
Aufnahme außerordentlicher und ordentlicher Mitglieder.
Herr Fritz Schenk in Dießen, ein Tegernseer, sandte in Erwiderung des Neujahrsgrußes eine auserwählte Sammlung von Gedichten in oberbayrischer Mundart persönliche Erzeugnisse, "Miesbecker Blüamerl" geheftet, welches mit Freude und ehrendem Dank angenommen wurden. Herr Fritz Schenk ist ein eifriger Förderer alter Sitten und Gebräuche und sei dessen hier anerkennend erwähnt

Den 22. Januar 1894 erhielten die "Wallberger" von dem Bruderverein "Die Werdenfelser" die freundliche Einladung zur Beteiligung an einer am 25. ds stattfindender "Bauernhochzeit" nach altem Schlag, welche Einladung jedoch dankend abgelehnt wurde wegen zu großer Entfernung des Ortes der Aufführung (Partenkirchen)

Ausschußsitzung den 24. Februar 1894
Aufnahme außerordentlicher und ordentlicher Mitglieder.

Ausschußsitzung 16. April 1894
Vorstand Reinhard gibt bekannt daß an die "Wallberger" eine freundliche Einladung des "Burschen Krankenunterstützung Vereines Rottach" zur Beteiligung an der am 3. Juni ds. Jhr. stattfindenden Fahnenweihe ergangen ist. Die Einladung wurde abgelehnt, da der Zweck der "Wallberger" für kirchliche Feierlichkeiten als nicht ganz geeignet erscheint.
Die Mitglieder Herr Qu. Kinast und Karl Rißling haben zu gleicher Zeit je ein Theaterstück mit dem Titel "das Wallbergermiedei" verfaßt, und wurde das von Herrn Kinast dankend angenommen da dasselbe früher angemeldet war.
Es erging vom Gauverband der Volkstracht-Vereine an die "Wallberger" zum Widereinritt eine wiederholte Einladung. Die Sache blieb unbeschlossen.
Generalversammlung beschlossen für Sonntag den 20. Mai im Gasthaus des Herrn Hans Höß.
Aufnahme außerordentlicher Mitglieder.

Sechstes Vereinsjahr

Gesamt-Versammlung Donnerstag den 11. Mai 1894 hält der Verein im Gasthause zum Schwefelbad Schwaighof, seine diesjährige, ordentliche Generalversammlung ab. Diese Versammlung war sehr zahlreich von ordentlichen sowie auch von außerordentlichen Mitgliedern besucht. Was von de m neuen Interesse Zeugnis gibt, welches alle Mitglieder dem Verein entgegen bringen.
Tagesordnung: Jahresabrechnung im Allgemeinen, Rechenschaftsbericht de Säckelwartes, Bericht des Schriftführer über Jahresereignisse, Besprechung über Vereinsangelegenheiten, Ausschußwahl.
Herr Vorstand Reinhard dankte in warmen Worten den anwesenden Mitgliedern für Ihr Wirken zum Besten und zur Hebung des Vereines, und für Ihr festes Zusammenhalten. Gedachte der, dem Vereine ehrenden Schreiben und Widmungen, darunter 1 Neujahrwunsch von seiner Excellenz des Hochwürdigen Herrn Erzbischof Antonius von Thoma (München-Freising), von Herrn Kemerich aus Kairo, und Herrn Sieder Nürnberg u.h.f., teilte den Inhalt eines Teiles der deutschen Zeitung "Germanya" in Mexico mit, in welchem der Leitung und dem Wirken des Vereines die vollste Anerkennung gezollt wird.
Hierauf widmete der Redner den im vergangenen Vereinsjahre mit Tod abgegangenen Mitgliedern den Herren:Kirchberger Georg vom Schusteranderl in Hagrain; Kirchberger Georg Glasermeister von Tegernsee einen warmen Nachruf und ersuchte die Anwesenden sich von ihren Sitzen zu erheben.
Darauf folgend dankte der Vorstand den Ausschußmitgliedern für ihre Unterstützung bei der sich bedeutend anhäufenden Arbeit und brachte auf das Blühen und Gedeihen des Vereines ein dreifaches "Hoch" aus.
Herr Gerbermeister Reiffenstuel, Ausschußmitglied, hob besonders die Verdienste unseres I. Vorstandes Carl Reinhard hervor, und brachte auf denselben ein dreifaches "Hoch" aus, in welches die Versammlung begeistert einstimmte.
Nun verlas der Säckelwart seinen Rechenschaftsbericht, aus welchem zu ersehen war, daß der Verein über ein Barvermögen zu verfügen hat, was von Seite der Anwesenden mit Vergnügen wahrgenommen wurde. Der Auszug des Schriftführers aus der Vereinschronik schildert die Tätigkeit des Ausschusses, Ausschußsitzungen, die Monatszusammenkünfte und Vereinsball.
Von einem Ausschußmitglied in Tegernsee wurde beantragt im Hinblick auf die immer mehr wachsende Anzahl der dortigen Mitglieder, noch einen weiteren Beisitzer für Tegernsee zu wählen, welchem Anerbieten auch Folge zuleisten versprochen wurde. Dann folgte die Neuwahl, wobei alles beim Alten blieb.
Herr Vorstand Reinhard dankte hierauf den Anwesenden für das wiederholte Vertrauen bezüglich der Wiederwahl im Namen des gesamten Ausschusses, und schloß mit dem Wunsche daß auch dieses Jahr ein für das Wohl und Gedeihen des Vereines segensreiches werden möge und mit einem dreifachen "Hoch" auf die Anwesenden der Versammlung.
Nach einigen Stunden geselligen Beisammensein begaben sich die Mitglieder ihrem Heim zu.

Ausschuß-Sitzung den 3. Juni 1894
Vorstand Reinhard gibt bekannt, daß an den Verein eine Einladung durch Karte, von einem Herrn Bauernfreund in München, zur Beteiligung an einem dorten veranstalteten Festzug sämtlicher Gebirgstracht- , und Volkstracht-Vereinen, veranstaltet von obigen Herrn. Die Einladung wurde abschlägig beschieden mit dem bemerken, daß der Verein an und für sich, der Beteiligung von Festivitäten andernorts, vor bedeutenden Geldausgaben abgeneigt ist, und den Mitgliedern hierorts durch die ordnungsmäßigen Monatszusammenkünfte Ball u.a. Gelegenheit genug geboten ist, sich ländlicher Belustigung in Gesang Musik und Tanz zu erfreuen.
Herr Gottschlicht, Wirt in Abwinkl, ladet den Verein brieflich ein, im Monat Juni eine Monatszusammenkunft auf seinem Sommerkeller abzuhalten. Es wurde beschlossen dieses abzuwarten, da auch andere Wirte zu berücksichtigen sind.
Von der Gesellschaft "Frohsinn" in Tegernsee liegt eine Einladung auf, zur Beteiligung an der diesjährigen Johannifeier auf dem Pflieglhof in Tegernsee. Es wurde von einer offiziellen Beteiligung abgesehen, jedoch beschlossen den Mitgliedern Mitteilung hievon zu machen, behufs privater Beteiligung.
Die Monatszusammenkunft für Monat Juni wurde auf Sonntag den 16. Juni im Gasthause zur Rainer-Alpe in Kreuth anberaumt.
Von unserem früheren Schriftführer Max Reinhard erging an den Verein die Einladung zur Beteiligung an der Einweihung des Guffertkreuzes im Achenthal.
Aufnahme ordentlicher und außerordentlicher Mitglieder.

Ausschuß-Sitzung den 13. Juni 1894
Die für Sonntag anberaumte Monatszusammenkunft kann eingetretener halber nicht abgehalten werden, und wurde beschlossen, dieselbe auf Peter und Paul 29. Juni zu verlegen.

1. Monatszusammenkunft am 29. Juni 1894
Nachdem Herr Gastwirt Köstler mit Herrn Pfarrer in Kreuth bezüglich des kirchlichen Feiertages über die Abhaltung der Zusammenkunft Rücksprache genommen hatte und der letztere ohne Erinnerung seine Einwilligung gab wurde am 29. Juni, Peter und Paul die erste Monatzusammenkunft auf der Raineralpe bei Kreuth, unter sehr zahlreicher Beteiligung, und anwesender Sommergäste abgehalten. Leider war das Fest durch nasses Wetter etwas beeinträchtigt, und verließen verschiedene Gäste schon sehr bald den Schauplatz. Die Mitglieder jedoch scheuten keinesfalls das Wetter und Tanz und Schuhplatteln fand trotz des Regens in Hemdärmeln statt, was gewiß ein Zeichen der Liebe zum nationalen Vergnügen ist.
Unterm 24. Juni 1894 erging an unseren Herrn I. Vorstand von der Redaktion der Zeitschrift "Vom Fels z. Meer" das freundliche und sehr erfreuliche Ansuchen behufs Aufnahme von Wort und Bild in genannter Zeitschrift, einige Auszüge aus dem Leben und Wirken des Vereines und entsprechende photographische Aufnahmen von Land und Leuten des Sitzes übermitteln zu wollen. Herr Reinhard teilte dieses dem Ausschuß mit und wurde freudig für die Ausführung gestimmt.Bei Herausgabe des 1. Monatsheftes vom Jahrgang 1895, erschien auf der 1. Seite ein fliegendes Band mit der Inschrift "Treu dem guten alten Brauch", in der Mitte des Bandes ist das Vereinszeichen der "Wallberger" in Farbe angebracht. Inmitten des Textes sind Bilder hiesiger Burschen und Mädchen u.s.w. angebracht
Man ersieht auch hieraus wieder, welcher Sympathien sich der Verein "die Wallberger" allenorts erfreut.

Ausschuß-Sitzung den 19. Juli 1894
Herr Vorstand Reinhard teilt dem Ausschuß mit, daß uns die Studenten-Verbindung "Vitruvia" für die im vorigen Monate so freundliche Aufnahme, einen prachtvollen Pokal zum Geschenk gemacht haben.
Dieses schöne Geschenk erregte, da dasselbe ganz unerwartet erschien, die größte Freude und Begeisterung, und brachten die Anwesenden sofort ein dreifaches Hoch auf die Vitruven aus.
Es wurde beschlossen die Monatszusammenkunft für den Monat Juli am Sonntag den 22.ds. Mts. am Sapplkeller in Abwinkl abzuhalten, und mit derselben zugleich einen Glückshafen zum Besten der durch den Cyclon bei Schwaben, am 14. Juli ds. Beschädigten. Die Veranstaltung wurde den beiden Ausschußmitgliedern , Herren Holl und Kleinmair Hans, welche diesbezüglich Ihrer Sache schon öfter gerecht wurden, übertragen.
Ferner teilt Herr Vorstand Reinhard mit, daß Herr k. Bezirksamtsassessor Graf Maldeghem in einem Schreiben bekannt gegeben habe, daß von dem Vereine "die Wallberger" um eine besondere Erlaubnis für eine Tanzmusik am kgl. Bezirksamte nicht mehr nachgesucht zu werden braucht.
Aufnahme ordentlicher und außerordentlicher Mitglieder.

2. Monatszusammenkunft am 22. Juli 1894
Am Sonntag den 22. Juli zogen Nachmittags scharenweise "Wallberger", Freunde und Bewohner des Tegernseer Tales zu Fuß und zu Schiff nach dem so herrlich gelegenen Pfaffenhölzl in Abwinkl, welches den Sapplkeller in sich birgt, um dorten den diesmonatlichen Monatszusammenkunft des Vereines "die Wallberger" anzuwohnen. Herr Gottschlicht hatte seine geräumige Kellerhalle sehr schön dekoriert und heimelte es jedermann an, sich hier zu einer guten Maß nieder zulassen.
Bald war alles in gehobenster Stimmung und sah man so recht ein Bild ländlicher Eintracht und Gemütlichkeit. Freunde und Einheimische in Tracht und Salonanzug alles ein buntes Gewoge von vergnügten, erfreuten Menschen. Auch der Glückshafen erfreute sich eines sehr regen Besuche.
Nachdem alles sich einige Stunden dem Vergnügen hingegeben hatte, brach man gegen Abend wieder nach seinen Heimstätten auf. Das Fest war von dem schönsten Wetter begünstigt, und dasselbe auch eines der schönsten.

Ausschuß-Sitzung den 23. Juli 1894
Abrechnung vom Glückshafen am Sapplkeller für die bei dem Cyclon Beschädigten in Schwaben und Umgebung. Es ergab sich nach Abzug der Unkosten ein Überschuß von Mark 180,-, welche Summe durch Herrn Vorstand Reinhard der Redaktion der Münchner Neuesten Nachrichten, als der Hauptsammelstelle übermittelt wurde. Als Anerkennung erhielten wir nebenstehenden Dank.

Ausschuß-Sitzung den 6. August 1894
Es wurde der Beschluß gefaßt, die auf den Monat August treffende Monatszusammenkunft, wie bisher in Enterrottach abzuhalten, und wurde hiefür der 12. August angenommen.
Ferner wurde beschlossen auf der neu erbauten Schießstätte in Enterrottach ein Feuerschießen und 1 Fischschießen für in Tracht erschienene Frauen und Mädchen zu veranstalten.
Aufnahme von außerordentlichen und ordentlichen Mitgliedern.

6. Ausschuß-Sitzung den 20. August 1894
Es wurde beschlossen die 4. Monatszusammenkunft am Sonntag den 9. September im Gasthause in Oberach abzuhalten.

4. Monatszusammenkunft am 9. September 1894
Am Sonntag den 9. September Nachmittags 3 Uhr versammelten sich die "Wallberger" im Gasthause zum Glasl in Oberach um da ihre 4. Monatszusammenkunft abzuhalten. Der Besuch von fremden Gästen war ein etwas geringerer. Da schon viele sich an ihre Wirkungskreise zurück begeben hatten.. Immerhin verlief auch diese Versammlung in animiertester Stimmung und waren somit die Monatszusammenkünfte für dieses Jahr beendet.

Den 1. Oktober 1894 hielt unser I. Herr Vorstand Reinhard seine Hochzeit ab, wozu ihm für seine rastlose Tätigkeit zum Wohle und Blühen des Vereines ein Geschenk in Gestalt eines Toilettespiegels gemacht wurde. Herr Reinhard dankte herzlich für diese schöne Gabe, und versprach sehr erfreut, den "Wallbergern" seinerzeit einen gemütlichen lustigen Tag zu veranstalten.

Ausschuß-Sitzung den 19. Dezember 1894
Der Ausschuß faßte den Beschluß, wie alle Jahre so auch heuer an die Mitglieder Vereines einen originellen Neujahrsgruß in Gedichtsform ergehen zu lassen, und wurde ein Gedicht in oberbayrischer Mundart von Fräulein ? als dafür geeignet erachtet.
Aufnahme von ordentlichen und außerordentlichen Mitglieder.

Vom Hofmarschallamte Sr. Durchlaucht des Fürsten Albert von Thurn und Taxis erging an den Verein anliegendes Schreiben, worin Sr. Durchlaucht seine volle Anerkennung sowie seine huldvollsten Dank aussprechen lassen. Ferner gingen noch Neujahrswünsche ein: ein Telegramm von H. Hugo Mesenich in Wien, Fürst Franz Wittgenstein, D´Schraufa in München, H. Christian Seeger Nürnberg, , Camill Schwarz Schliersee, Rudolf Förster Fabrikant in Moskau.

Schriftführer: Popp Andreas jun.


1895

Wie alljährlich so auch heuer wurde vom Verein an alle auswärtigen Mitglieder ein Neujahrsgruß versandt, welcher allseitig große Freude hervorrief.

8. Ausschußsitzung den 10. Januar 1895 beim Plendl in Rottach
Es wurde beschlossen, den auf das heurige Jahr treffenden Faschingsball wegen Raummangel am 21. Februar (unsinniger Donnerstag) im Saal des Herrn Plendl abzuhalten, und nur ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern den Zutritt zu gestatten. Für den Eintritt wurde der Preis von MK 1,- und für Ballzeichen 50 Pfennig festgesetzt.
Aufnahme von ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern.

9. Ausschußsitzung den 28. Januar 1895 bei Plendl in Rottach
Vorstand Reinhard stellt den Antrag, der Verein möchte nachsuchen um die Berechtigung sich "anerkannter Verein" nennen zu dürfen, und wurde einstimmig beschlossen sogleich die nötigen Eingaben an das kgl. Landgericht München I zu machen.
Aufnahme ordentlicher Mitglieder.

10. Ausschuß Sitzung den 20. Februar 1895
Das vom Ausschuß gefaßte Projekt, einen 10. Teil am Ankauf der Wallberger Alm für den Verein zu erwerben mußte eingetretener Verhältnisse halber aufgegeben werden.
Aufnahme eines ordentlichen Mitglieds.

11. Ausschuß-Sitzung den 9. April 1895
Aufnahme von ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern.

Am 8. Mai 1895 Auschuß-Sitzung
Es wurde beschlossen, die heurige Gesamt-Versammlung des Vereines am Donnerstag den 23. Mai (Christi Himmelfahrt) im Gasthause zur Weißach abzuhalten.
Mitgliederstand: Ehrenmitglieder ?, Außerordentliche: 256, Ordentliche 228

7. Vereins-Jahr

Gesamtversammlung am 23. Mai 1895

Donnerstag den 23. Mai 1895 (Christi Himmelfahrtstag) wurde im Gasthause zur Weißach, die diesjährige Gesamt-Versammlung nachmittags 3 Uhr unter sehr zahlreicher Beteiligung abgehalten. Nach der üblichen Begrüßung der Anwesenden durch H. Vorstand Reinhard wurde zur Tagesordnung übergegangen.
Herr vorstand Reinhard gedachte der in diesem Vereinsjahre verstorbenen Mitglieder, und ehrte dieselben durch Aufforderung zum Erheben von den Sitzen.
Herr Säckelwart Greif theilte Cassabestand und Mitgliederzahl mit und wurde seitens von den Mitgliedern beifällig aufgenommen. Schriftführer Popp verlas die wichtigsten Punkte aus der Verein-Chronik und wurde hierauf zur Wahl übergegangen.
Gewählt wurden: H. H. Reinhard K. I. Vorstand, Grieblinger Jakob II. Vorstand, Greif Ign. Säckelwart, Popp Andre´Schriftführer. Als Beisitzer wurden gewählt: H. H. Holl Karl, Kleinmair Hans, Kienast Quirin, Reiffenstuel Fidel, von Rottach Egern, Nießl Georg, Führmann Josef Tegernsee, Pichler Nikolaus Oberwinkel, Sanktjohanser Karl Kreuth. Herr Vorstand Reinhard dankte im Namen des Ausschusses für das wiedergeschenkte Vertrauen und ermunterte die Anwesenden wacker für das Wohl und Gedeihen des Vereins zu sorgen.
Herr Reinhard machte nun Mitteilung, daß vom Ausschuß beschlossen wurde beim kgl. Landgericht München I nachzusuchen, dem Verein die Anerkennung desselben zu verleihen, und wurden die zu diesem Zweck abgefaßten Sitzungen vorgelesen. Der Antrag wurde von der Gesamt-Versammlung einstimmig angenommen.
Nach einigen kleineren Vereinsbesprechungen, schloß um 5 Uhr Herr Reinhard die Versammlung mit einem "Hoch" auf das Blühen und Gedeihen des Vereines.
Gestorben ist das Mitglied: Herr Bachmair Max Gastwirt hier, Mitgründer des Vereines.


Ausschuß-Sitzung den 5. Juni 1895
Beschluß über Abhaltung der auf Juni treffenden Monatszusammenkunft am Peter und Paultage im Sapplkeller in Abwinkl abzuhalten.
Herr Vorstand teilt mit, daß unser Mitglied Herr Hugo Mesenich in Wien, den Verein "Die Wallberger" bei dem niederösterreichischen Gebirgs-Verein als Mitglied angemeldet habe, was mit Beifall aufgenommen wurde.
Aufnahme außerordentlicher Mitglieder.

1. Monatszusammenkunft am 29. Juni 1895
Sonntag den 29. Juni Nachmittags wurde bei schönstem Wetter und unter Anwesenheit einer hundertköpfigen Menge die erste Monatszusammenkunft am Sapplkeller abgehalten.
Frühanwesende Sommergäste und Mitglieder erfreuten sich an dem gemütlichen rein ländlichen Treiben, und verfolgte die tanzenden Paare und ländlichen Weisen der Kapelle. Herr Gottschlicht, Besitzer des Sapplkellers hat sich bezüglich der Ausschmückung seines Tanzplatzes sehr verdient gemacht.
Es fand auch eine Verlosung von Gegenständen für in Tracht erschienenen Frauen und Mädchen statt und erhielten viele davon ganz nette Erinnerungen an diesen schönen Tag. Leider veranlaßte ein plötzlich angerücktes Gewitter die frohen Gäste schon vor dem Abend den Heimweg anzutreten. Somit war die erste Monatszusammenkunft beendet.

Ausschuß-Sitzung den 3. Juli 1895
Beschluß: Über Monatszusammenkunft im Monat Juli, die diesmonatliche wird im Gasthof Glasl in Oberach abgehalten. Zugleich wurde beschlossen einen Glückshafen zu Gunsten des neu erbauten Steges an der Weißach zu veranstalten.
Zu dem am 5. Juli ds. Jhr. stattfindenden 25 jährigen Jubiläum unseres Bürgermeisters Josef Oettl wurde beschlossen eine Widmungstafel anzuschaffen, und den Jubilar zum Ehrenmitglied des Vereins zu ernennen.

2. Monatszusammenkunft im Monat Juli 1895
Die II. Monatszusammenkunft für Monat Juli fand bei etwas feuchter Witterung am 21. Juli bei Gastwirt Lentner, Glasl in Oberach statt. Trotz der etwas unfreundlichen Witterung hatten sich zahlreiche Mitglieder und Gäste zu der Unterhaltung eingefunden, und fanden die Lose am Glückshafen schnellen Absatz.
Gegen Abend hellte sich der graue Regenhimmel etwas auf und gestattete einige trockene Tänze im Freien, denn bisher hatten die Burschen und Mädchen ohne auf die Unbill des Wetters zu achten bei Regen und Wind getanzt, und waren trotz der nassen Unterhaltung lustig und guter Dinge. Mit Anbruch der Nacht steuerten die Festteilnehmer ihren Behausungen zu.
Dem Erbauer des Weißachsteges, Herr Josef Schmotz konnte eine Reineinnahme von Mk. 100,- Ergebnis aus dem Glückshafen zugewiesen werden.

Sonntag den 5. Juli 1895 fand für unseren Herr Bürgermeister Josef Oettl, die 25 jährige Jubiläumsfeier seiner Amtstätigkeit statt, bei welcher Angelegenheit der Verein dem Jubilar eine schöne Aufnahmeurkunde, in welcher derselbe zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt wurde, überreichte. Herr Bürgermeister J. Oettl ist auch zugleich Gründungsmitglied des Vereines.

Ausschußsitzung den 27. Juli 1895
Beschluß: Über die Abhaltung die Monatszusammenkunft im Monat August. es wurde beschlossen, die Monatszusammenkunft für August wie herkömmlich im Gasthause des Herrn Nik. Pichler in Enterrottach zu veranstalten, und in das bisherige Tanz-Vergnügen auch nebenbei Volksbelustigungen, wie Sacklaufen, Fischstechen, Scheibenschießen etc. einzureihen.

Ausschuß-Sitzung den 21. August 1895
Beschluß: Monatszusammenkunft im September. Beschlossen wurde die Monatszusammenkunft für September auf dem Hirschberg abzuhalten. Die Musik wurde auf die Dauer von 12 Uhr Mittag bis abends 6 Uhr bestellt.
Aufnahme von ordentlichen und außerordentlichen Mitglieder

4. Monatszusammenkunft am 8. September 1895
Am 8. September zogen die "Wallberger" bei herrlichem Wetter zum Unterkunftshaus "Hirschberghütte" bewirtet von unserem braven Mitglied Herrn Leonhard Tiefenthaler, um daselbst auf luftiger sonniger Höh´ sich den Freuden des Tages hinzugeben. Mittags 12 Uhr nachdem sich alles, auch die Musiker von den Strapazen des Bergsteigens erholt, entwickelte sich mit einem lustigen Marsch die Festesstimmung. Fröhlich und guter Dinge bewegten sich die Paare auf der Latschen geschmückten Tanzbühne.
Viele verbanden das Nützliche mit dem Angenehmen, und bestiegen den 30 Minuten entfernten Hirschberggipfel um sich die Herrlichkeiten der Berg- und Alpenwelt zu beschauen. Wohlbefriedigt von der herrlichen Aussicht kehrten dieselben wieder zu dem Vergnügen des Tanzes zurück, und es erschallen freudige Juchzer und Jodler in die bewaldeten Täler.
Wohl befriedigt und guten Mutes ging es abends 7 Uhr bergab der Heimat zu. Die letzte Monatszusammenkunft in diesem Jahre hatte ihren würdigen Abschluß gefunden.
... erfolgten Geburt eines zweiten Prinzen Seiner Durchlaucht des Fürsten Albert von Thurn und Taxis entsandte Herr Vorstand Reinhard ein Glückwunschtelegramm im Namen des Vereins, worauf nebenstehendes Dankschreiben vom Hofmarschallamt Sr. Durchlaucht an den Verein einlief.

Ausschuß-Sitzung den 4. Dezember 1895
I. Vorstand Reinhard verliest das von Sr. Durchlaucht dem Fürsten von Thurn und Taxis eingelaufene Dankschreiben, welches freudig begrüßt wurde.
Es wurde beschlossen, wie bisher die Mitglieder des Vereines mit einem gediegenen Neujahrsgruß zu beehren.
Über den Ausschluß eines Mitgliedes welches sich gegen die Satzungen des Vereines vergangen, wurde abwarten beschlossen.
Aufnahme von ordentlichen Mitgliedern.

Schriftführer: Popp Andreas jun.


1896

Es wurde beschlossen, wie bisher die Mitglieder des Vereines mit einem gediegenen Neujahrsgruß zu beehren

8. Ausschußsitzung den 15. Januar 1896
Beschluß über Abhaltung des heurigen Vereinsballes. Es wurde beschlossen den Ball am 13. Februar 1896 im Gasthause des Herrn Max Bachmair abzuhalten und nur Mitglieder des Vereins zuzulassen.
Ebenfalls wurde angenommen eine originelle Balleinladungskarte auszugeben. Als Motiv wurde eine Fotografie unseres Mitgliedes Herrn Bäckermeister Sanktjohanser in Dorf Kreuth in altbayrischer Tracht und Baßgeige gewählt

Ausschuß-Sitzung den ?ten Mai 1896
Es wurde beschlossen die Gesamt-Versammlung im Gasthaus zur "Überfahrt" am Christi Himmelfahrtstag anzuhalten.
Mitgliederstand im Mai 1896
Außerordentliche Mitglieder: 258
Ordentliche Mitglieder:250

8. Vereinsjahr

Am 14. Mai 1896, wurde im Gasthaus zur Überfahrt in Egern die ordentliche Gesamtversammlung abgehalten, welche von den Mitgliedern sehr gut besucht war.
Herr Vorstand Reinhard begrüßte die Anwesenden in üblicher Weise und dankte für das zahlreiche Erscheinen. Er gedachte in pietätvoller Weise der in diesem Jahr gestorbenen, und wurde denselben von der Seite der Anwesenden durch Erheben von den Sitzen die Ehre gegeben.
Ferners berichtet Herr Vorstand, das Bezirks-Comite in Miesbach habe den Verein zur Betheiligung an dem landwirtschaftlichen Bezirksfeste mit einem Festwagen, oder zur Theilnahme am Preisschuhplattl´n.
Herr II. Vorstand Grieblinger stellte den Antrag, beiden historischen Pflüge am Webermannhaus am Hagrain zur Ausstattung eines Festwagens zu verwenden. Man kam jedoch über beide Anträge zu keinem festen Entschluß der großen Schwierigkeiten halber, welche derartige Veranstaltungen mit sich bringen, und wurde es den Mitgliedern überlassen was dieselben veranstalten wollen.
Die Mitglieder des Vereines in Wien, stellten den Antrag, sie als ordentliche Mitglieder zu führen, da sie doch einen Zweigverein bilden. Es wurde beschlossen, ein Zahl bis zu Mitglieder bezahlt einen Beitrag von Mk. 15,-, jedes weitere Mitglied eine Mark mehr.
Herr Säcklwart Greif berichtet über Einnahmen und Ausgaben, und den Vermögensbestand, aus welchem sich ein Gesamtvermögen laut Bericht von 1537,49 Mark und ein Barvermögen von 734,- Mark ergab. Schriftführer Popp verliest den Jahresbericht.
Hierauf wurde zur Neuwahl des Ausschusses geschritten:
I. Vorstand Herr Carl Reinhard, II. Vorstand Herr Jakob Grieblinger, Säckelwart Herr Ign. Greif jun., Schriftführer Herr Andreas Popp jun. Als Beisitzer die Herren: Holl Karl, Reiffenstuel Fidel, Kienast Quirin, Kleinmair Hans, für Rottach Egern, Nikolaus Pichler für Oberwinkel, Georg Nießl und Josef Führmann für Tegernsee, Karl Sanktjohanser für Kreuth.
Es wurden auch einige Trinksprüche auf Herrn Vorstand, den Ausschuß u.s.w. ausgebracht, und nachdem Herr Reinhard noch einige warme ermunternde Worte an die Mitglieder gerichtet hatte, wurde die Versammlung geschlossen.

Ausschußsitzung den 27. Juni 1896
Vorstand Reinhard gibt bekannt, das vom Comitee des Landesverbandes zur Hebung des Fremdenverkehres in Bayern, welcher sich seines Bestehens nicht mehr zu erfreuen hat, und dessen Mitglied der Verein war, eine Nachzahlung von Mk. 7,75 gefordert, und wurde beschlossen, um weitere Unkosten zu vermeiden, den Betrag zu entrichten.
Aufgenommen wurden ordentliche und außerordentliche Mitglieder.

1. Monatszusammenkunft
Die erste Monatszusammenkunft fand Sonntag den 12. Juni 1896 im Gasthaus zum Tegernseer Hof statt. Bei günstiger Witterung war die Versammlung sehr gut besucht.

2. Monatszusammenkunft, Sonntag den 11. Juli 1896
fand die Monatszusammenkunft im Gasthaus zur Tuftenmühle statt, welche zugleich mit einem Kegelspiel für die in Tracht erschienen Frauen und Mädchen verbunden war, und sehr zur Belustigung der Teilnehmer beitrug. Die Versammlung war von sehr vielen Sommergästen besucht, und verlief in schönster Ordnung.

Am 22. Juli 1896 begaben sich die Ausschußmitglieder des Vereines zur Abschiedsfeier des Herrn k. Bezirksamts-Assessor Graf Maldeghem, in den Sälen des Hotels Steinmetz in Tegernsee.
Herr Vorstand Reinhard übergab dem Scheidenden ein Schreiben, worin derselbe um die Annahme der Ehrenmitgliedschaft ersucht wurde, und wird Herr Graf Maldeghem, nachdem das Anerbieten dankend  angenommen wurde, als Ehrenmitglied des Vereines geführt

Ausschußsitzung den 29. Juli 1896
Es wurde beschlossen die Monatszusammenkunft für Monat August wie herkömmlich am 15. August in Enterrottach abzuhalten.
Unseren Satzungen entsprechend wurde angenommen, außerordentliche Mitglieder, wenn dieselben auch nicht in Tracht erschienen sind, an den Spielen teilnehmen zu lassen, tanzen können nur Mitglieder in Tracht.
Außerordentliche Mitglieder wurden aufgenommen.

Ausschuß-Sitzung den 16. September 1896
Aufnahme von 2 Mitglieder.
 
Ausschußsitzung den 18. November 1896
Herr Vorstand Reinhard beantragte den heurigen Neujahrsgruß in Gestalt eines Führers mit Ansichten von Egern und Umgebung anfertigen zu lassen. Der Antrag wurde angenommen.

Ausschußsitzung den 30. Dezember 1896
Besprechung über die Anschaffung der diesjährigen Balleinladungskarte.
Unter einigen anderen Anträgen wurde angenommen ein Gegenstück zu der vorjährigen, eine "Wallbergerin" in alter Tracht anfertigen zu lassen.

Schriftführer: Popp Andreas jun.


1897

A´guats neu´s Jahr!

Wie üblich wurde auch dieses Jahr an die außerordentlichen Mitglieder des Vereines ein Neujahrsgruß mit Gedicht in Gestalt eines Führers ausgegeben.
Von verschiedenen Mitgliedern trafen Neujahrswünsche ein, und wurden freundlichst aufgenommen.

Ausschußsitzung den 10. Februar 1897
Beschluß über Abhaltung des Vereinsballes. Es wurde beschlossen den diesjährigen Vereinsball am Samstag den 13. Februar im Gasthause zum Scheurer abzuhalten. Für Ballkarten wurden Mk.151 ausgeworfen. Da bei größeren Veranstaltungen unsere Lokale nicht ausreichend sind, und die Mitglieder in Nebenlokalen getrennt in verschiedenen Lokalen verweilen mußten, wurde beschlossen eine Concertmusik zu bestellen und zwar die Musik Weinschütz aus München um M. 45.
 
Ausschußsitzung den 10. März 1897

Es wurde beschlossen die Satzungen mit nachstehendem Passus zu ergänzen: "Wurde ein Mitglied vom Vereine wegen eines den Satzungen zuwiderlaufenden Vergehens aus dem Verein ausgeschlossen, so kann derselbe nach Zurücklegung von 3 Jahren unbescholtenen Verhaltens wieder zur Aufnahme melden, jedoch bleibt es dem jeweiligen Ausschuß anheim gestellt, über die Aufnahme der Person zu entscheiden.
Es wurde ein Glückwunschtelegramm an Sr. kgl. Hoheit dem Prinz-Regenten, zu dessen allerhöchsten Geburtstag abgesandt.
Vom deutsch-österr. Alpenverein wurde die Jahresausgabe mit sehr schöner Einbanddecke dem Verein übersandt.
Aufnahme von außerordentlichen und ordentlichen Mitgliedern.

Ausschußsitzung den 12. Mai 1897
Es wurde beschlossen die diesjährige Gesamt-Versammlung am 27. Mai im Gasthaus zum Schwaighof nachmittags 3 Uhr abzuhalten.
Herr kgl. Expeditor Staudacher überreichte dem Ausschuß ein vom Herrn Cantor Zöpf in Tegernsee dem Verein in liebenswürdigster Weise gewidmetes zweistimmiges Lied, in sehr schönem Plüscheinband.
Dem Herrn Stifter sei hiefür hierorts ein schreibender Dank ausgedrückt.
Aufnahme von außerordentlichen Mitgliedern.

Tegernsee, den 18. Mai 1897
An den löblichen Verein zur Erhaltung der Volkstracht in Rottach-Egern, "Die Wallberger"
Der Unterzeichnete erlaubt sich als Ausdruck seiner Wertschätzung den wackeren Wallbergern seine Composition "Der Alpenhirt", Lied für zwei Singstimmen, Sopran - Sennerin - und Tenor - Senne, mit Zither- und Gitarr-Begleitung zu dedicieren, die Versicherung anfügend, daß das seinerzeit unliebsame Vorkommnis durch die in so freundlicher Form gegebene Satisfaktion als ungeschehen betrachtet wird von dem ganz ergebensten Zoepf.

Gesamt-Versammlung 1897-1898
Donnerstag den 27. Mai, Christi Himmelfahrtstag, hält der Verein im Gasthaus "zum Schwaighof" hier seine diesjährige Gesamt-Versammlung ab.
Nach der üblichen Begrüßung seitens des Herrn Vorstandes und nach dem im verflossenen Jahre verstorbenen Mitgliedern ehrend gedacht wurde, ging man zur Tagesordnung über.
Herr Säckelwart I. Greif jun. gab den Cassabericht bekannt welcher erfreulicher Weise sehr günstig lautete und wurde dessen Abschluß mit lebhaftem Beifall aufgenommen.
Hierauf verlas Schriftführer Popp die Vorkommnisse im Verein und die Beschlüsse des Ausschusses.
Herr Vorstand Reinhard dankte hierauf den Ausschußmitgliedern für das Zusammenwirken im verflossenen Vereinsjahre, und auch den Mitgliedern für ihr treues Festhalten an dem Vereine und seinen Satzungen und ermunterte sie auch in Zukunft an denselben festzuhalten.
Nun wurde zur Wahl des Ausschusses geschritten. Es wurden wiedergewählt:
I. Vorstand: Carl Reinhard; II. Vorstand: Jak. Grieblinger; Säckelwart: Ig. Greif jun.; Schriftführer: Popp Andr. jun.
Beisitzer die Herren: Reiffenstuel Fidel, Holl Karl, Kienast Quirin, Kleinmair Hans, für Rottach; Pichler Nikolaus f. Oberwinkel; Sanktjohanser für Kreuth; Nießl Georg und Führmann Josef für Tegernsee.
Nach einigen Erläuterungen schloß Herr Reinhard die Versammlung.
Satzungsergänzung der Gesamtversammlung: Wurde ein Mitglied des Vereines wegen eines den Satzungen zuwiderlaufenden Vergehens aus dem Verein ausgeschlossen, so kann derselbe nach Verlauf von 3 Jahren, wenn dieselben unbescholtenen Verhaltens waren, wieder zur Aufnahme melden, jedoch bleibt es dem jeweiligen Ausschuß anheim gestellt, über die Aufnahme der Person zu entscheiden. 
Ausschuß-Sitzung den 5. Juni 1897Es wurde beschlossen, diejenigen Mitglieder, welche mit Gefängnis bestraft wurden, aus dem Vereine zu streichen und das Zeichen abzuverlangen.
Die erste heurige Monatszusammenkunft wurde auf den 29. Juni, im Restaurant Raineralpe in Kreuth anberaumt.

Ausschuß-Sitzung den 19. Juni 1897
Aufnahme von ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern.
 
1. Monatszusammenkunft am 29. Juni 1897 Nachmittags 3 Uhr
versammelten sich die Wallberger im Gasthaus zur Raineralpe um ihre erste diesjährige Monatszusammenkunft abzuhalten. Die Versammlung war vom schönsten Wetter begünstigt, und von Mitgliedern sowie anwesenden Sommergästen sehr gut besucht. Auch unser sehr verehrtes Mitglied Herr Fabrikant Förster mit Familie aus Moskau war anwesend und erfreuten sich diese wie alle anderen Herrschaften an dem lustigen Treiben der Mitglieder.
Herr E. Ganghofer Photograph von hier war so freundlich von den Mitgliedern ein Gruppenbild aufnehmen, welches Ihm sehr wohl gelang. Auch mehrere Münchner Herren waren anwesend und fanden solchen Gefallen an dem Verein, daß sich 4 davon und zwar die Herren: Georg Waldherr, Ernst Steiner, Aug. Kittenbacher und Josef Werner, in denselben aufnehmen ließen.
Das Fest verlief in Gemütlichkeit und Ruhe und war um 9 Uhr Abends Schluß desselben.

Ausschuß-Sitzung den 7. Juli 1897
Von dem Consortium der Besitzer der "Wallberg Alpe" erging an den Ausschuß des Vereines "Die Wallberger" das Ersuchen die Wallberghütte als Unterkunftshaus, und die Wirtschaftskonzession bei dem kgl. Bezirksamt in Miesbach befürworten, was durch Auschußbeschluß angenommen, und durch ein Schreiben an das kgl. Bezirksamt betätigt wurde.
Aufnahme ordentlicher Mitglieder.

Ausschuß-Sitzung den 10. Juli 1897
Es wurde beschlossen die Monatszusammenkunft für Monat Juli am Sapplkeller in Abwinkl, als einen der günstigsten Punkte für derartige Abhaltungen zu halten.

2. Monatszusammenkunft am 27. Juli 1897
Nachmittag versammelten sich die "Wallberger" am Sapplkeller in Abwinkl zu ihrer 2. Monatszusammenkunft. Von schönem Wetter begünstigt ging die Unterhaltung sehr gut von statten, und wohnten der Festlichkeit sehr viele Sommergäste und Bewohner der Umgebung von Tegernsee bei. Es wäre nur zu wünschen, daß wenigstens die Hälfte der ordentlichen Mitglieder ebenso gut im Plattln geübt wären wie unsere Mitglieder von Gmund.
In heiterer Stimmung verlief auch dieser Nachmittag, und durfte es keinen gereuen den Weg dahin gemacht zu haben.

Ausschuß-Sitzung den 31. Juli 1897
Aufnahme von Mitgliedern.
 
Ausschuß-Sitzung den 4. August 1897
Es wurde beschlossen die Monatszusammenkunft für Monat August, am 15. vorgenannten Monats am Lieblingsort der "Wallberger" im Gasthause zu Enterrottach abzuhalten, und zwischen die Tänze auch Volksbelustigungen einzuflechten.
Herr Grieblinger Jak. erbat sich ein Scheibenschießen zu veranstalten, H. Popp und Holl übernehmen ein Schubkarrenrennen, Herren Fidel Reiffenstuel und Hans Kleinmair einen Glückshafen zu Gunsten des Oberacher Steges.
Aufnahme von Mitgliedern.

Am 10. August 1897 erging an den Verein die freundliche  Einladung, sich am Empfang Sr. Durchlaucht des Fürsten von Thurn und Taxis an der Villa Korn beteiligen zu wollen.
Genannten Tages versammelten sich die  Buam und Diandln im Garten des Herrn Max Bachmair in Egern, worauf mit klingendem Spiel durch Egern nach der Villa Korn gezogen wurde, allwo man die fürstlichen Herrschaften erwartete.
Punkt 1 Uhr kamen I.I. durchl. Herrschaften mit Gefolge angesprengt und wurden von den aufgestellten vereinen mit brausenden Hochrufen empfangen. Frl Anna Lechner übergab der Fürstin einen Strauß von Alpenrosen und Edelweiß, und deutete in Gedichtsform auf die Hochachtung und Freude in Bezug auf den hohen Besuch hin, hier wars nun den hohen Herrschaften, welche hocherfreut über den unerwarteten, allgemeinen Empfang, dankend angenommen wurde.
Nach Beendigung der Empfangsfeierlichkeiten, zogen die Vereine, ebenso die Wallberger mit Musik dem Gasthaus des Herrn Lorenz Bachmair in Weißach zu, um sich da bei einem guten Trunk gütlich zu tun.
Seine Durchlaucht übermachte dem Verein als Anerkennung 100 Mark, für welche Gabe vom Ausschuß Dank erstattet wurde. 

Ausschuß-Sitzung den 1. September 1897
Es wurde beschlossen mit Hinsicht auf die Anwesenheit einer noch bedeutenden Zahl von Sommergästen auch im September eine Monatszusammenkunft abzuhalten, nur wurde dazu der Gasthof Glasl in Oberach ausersehen.

4. Monatszusammenkunft am 8. September 1897
Nachmittags 3 Uhr begann beim Gasthaus Glasl in Oberach die 4. Monatszusammenkunft. Trotz des sehr erheblich kühlen Wetters, hatten sich sehr viele Freunde und Gönner des Vereins eingefunden. In Ermanglung von überflüssigen Musikern, war der Ausschuß genötigt seine Musikkräfte für diesen Tag aus Lenggries zu beziehen, mit welchen man auch ganz gut zufrieden sein konnte. Der Nachmittag verlief in größter Eintracht und schloß mit der Verlosung von Wertgegenständen für Frauen und Mädchen, die Monatszusammenkunft für dieses Jahr ab.
Zur Aufnahme in den Verein meldeten sich die Herren: Dr. Lange aus Leipzig, A. de Castro, Rio de Janeiro, H. Derik ing. cand, Basel.

Ausschuß-Sitzung den 10. November 1897
Vorstand Reinhard liest einen Brief des Wiener Mitgliedes Obmann Lindau in welchem derselbe den "Wallbergern" Blühen und Gedeihen wünscht.
Nach Ausschußbeschluß wurden die zur Aufnahme angemeldeten Holzarbeiter, Sollacher, Hammerl, Rupprechter und Stein auf Grund ihres Betragens bei der Monatszusammenkunft auf der Raineralpe in Kreuth nicht aufgenommen, beziehungsweise ausgeschlossen. Weiter wurden ausgeschlossen: Bögl Josef, Klotz Keihd., Betz Georg auf Grund der Satzungen des Vereines.
Der Volktrachtverein "Almrausch" ladet die Wallberger zur Beteiligung am Kathreintanz ein.
Aufnahme von Mitgliedern.

Schriftführer: Popp Andreas jun.


1898

Wie alle Jahre so wurde auch heuer wieder ein Neujahrsgruß an die außerordentlichen Mitglieder verschickt.

Von vielen Mitgliedern kamen auch heuer wieder Dankesworte für den Neujahrsgruß, und wurden vom Ausschuß mit Beifall aufgenommen.

Ausschuß-Sitzung den 4. Januar 1898
Vorstand Reinhard verliest die eingelaufenen Neujahrswünsche, welche mit Beifall aufgenommen wurden.
Es wurde beschlossen zur Förderung des Schuplattlers extra Proben zu veranstalten, um diesen hier sehr mangelhaft vertretenen Nationaltanz etwas mehr zur Geltung zu bringen. Die Führung der Plattlergruppe wurde dem Mitglied Holzer übergeben.
Der heurige Vereinsball wurde auf den 17. Februar (unsinniger Donnerstag) anberaumt, bezüglich der Ballkarten wurde beschlossen etwas sparsamer umzugehen, und für Musik und Dekoration etwas mehr aufzuwenden. Die Ballkarten fielen sehr gut aus, trotz der Einsparung.

Ausschuß-Sitzung den 2 März 1898
Vorstand Reinhard verliest die Einladung des Verein´s Almenrausch München zu dem auf 5. März im Orpheum in München stattfindenden "Tanz auf der Alm".
Der Verein "Die Werdenfelser" laden zu ihrer Fastnachtsunterhaltung ein, , der großen Entfernung halber wird von einer Mitteilung an die Mitglieder abgesehen.
Die Redaktion der "Gartenlaube" illustr. Zeitschrift dankt für Zusendung der Ballkarte.
Der Gebirgstracht Verein "Edelweiß" in München ladet die Wallberger zur Fahnenweihe ein.
Herr Glasermeister Moschner sucht um Vervielfältigung des "Wallberger Miedei" auf Maßkrüge ete. nach. Es wird Herrn Moschner gestattet, gegen Entgeld von Mark 25 die Vervielfältigung des Bildes auf Glas und Porzellan für seinen Ladenverkauf zu benützen, weitere Veräußerungen des Bildes bezw. dessen Copie bleibt jedoch vorenthalten.
Aufnahme von Mitgliedern.

Ausschuß-Sitzung den 16. April 1898
Auf Antrag des Wiener Zweigvereins, alle Wiener welche Antrag um Aufnahme in den Verein stellen, an den Zweigverein zu verweisen, wurde vorbeschieden man wolle dem Wiener Verein die Antragenden bekannt machen, und dieselben auf den dortigen Zweigverein hinweisen, könnten jedoch niemanden die Aufnahme beim Stammverein verweigern wenn Jemand den Wunsch aus drückt, nur bei diesem Mitglied sein zu wollen.
Schluß des Vereinsjahres 1897 - 98
Die Mitgliederzahl besteht aus:
260 ordentliche Mitglieder und 306 außerordentliche Mitglieder
Cassa-Ausweis Mai 1897 - 98
Einnahmen Mk. 2690,73
Ausgaben " 1662,18
Aktivrest " 1028,55

Zehntes Vereinsjahr

Gesamt-Versammlung 1898
Die diesjährige Gesamt-Versammlung des Vereins wurde am Donnerstag den 19. Mai (Christi Himmelfahrtstag) im Gasthaus zur Überfahrt nachmittags 3 Uhr abgehalten.
I. Vorstand Reinhard eröffnete die Versammlung, indem er den erschienenen Mitgliedern für die zahlreiche Beteiligung sowie für das Zusammenhalten im verflossenen Vereinsjahr dankte. In pietätvoller Weise wurde das Andenken, an die in diesem Jahr verstorbenen Vereinsmitglieder durch erheben von den Sitzen geehrt.
Schriftführer Popp gab den Jahresbericht bekannt, worauf die Anwesenden den Gang der Vereinsleitung erfahren konnten.
Herr Säckelwart Greif eröffnete den Cassabericht, nach welchem sich die finanziellen Verhältnisse der Vereinskasse ganz bedeutend emporgeschwungen hatten
Es bestanden gegen Mk. 2696,73 Einnahmen, Mk. 1662,18 Ausgaben, und ergibt sich somit der ganz erfreuliche Aktivrest von M. 1028,55. Die Anwesenden gaben durch beifälliges Summen ihre Zufriedenheit hierüber kund.
Herr Reinhard dankte hierauf den mitwirkenden Ausschußmitgliedern für ihre Tätigkeit, sowie der II. Vorstand Grieblinger dem I. Vorstand Reinhard für seine ausgebreitete Tätigkeit zu Gunsten des Vereins.
Nach Besprechung einiger kleinerer Vereinsangelegenheiten wurde zur Wahl des Ausschusses geschritten.
Wiedergewählt wurden beim II. Wahlgang:
I. Vorstand: Carl Reinhard Kaufmann hier; II. Vorstand: Jak. Grieblinger Waschanstalt hier; Säckelwart: Ignatz Greif Kaufmann hier; Schriftführer: Popp Andreas Schreinermeister hier.
Beim II. Wahlgang die Beisitzer:
Holl Karl Bäckermeister, Kleinmair Hans Schneidermeister, Kienast Quirin Schuhmachermeister, Reiffenstuel Fidel Gerbermeister, sämtl. von hier, Für Tegernsee Nießl Georg Waschanstalt, Führmann Josef Tapezierer, Sanktjohanser Karl Bäckermeister. Auf Ansuchen des bisherigen Ausschußmitgliedes Herr Nik. Pichler in Enterrottach, wurde Herr Felix Bachmair von hier gewählt. Herr Vorstand Reinhard dankte den Anwesenden für das geschenkte Vertrauen, versprach im Namen des Ausschusses das Möglichste zum Wohl und Gedeihen des Vereines zu tun und brachte ein dreifaches Hoch auf die Mitglieder und das Wohl des Vereins aus. Nach einer viertelstündigen Pause wurde, nachdem sich niemand mehr zu Wort meldete, die Versammlung geschlossen.

1. Ausschußsitzung den 8. Juni 1898
Es wurde beschlossen die Monatszusammenkunft für Monat Juni am 29. Nachmittags im Gasthaus des Herrn Lehmann in Dorf Kreuth abzuhalten.
Der Vorstand Reinhard teilt mit, daß die Studentenverbindung "Vitruvia" aus München den Verein zur Beteiligung am abendlichen Kellerfest im herzogl. Keller in Tegernsee mit Karte eingeladen hat, und wird beschlossen, dieses den Mitgliedern im Alpenboten u. Seegeist mitzuteilen.
Aufnahmen: Reiffenstuel Thomas jr. ordentliches Mitglied. Eine Aufnahme mußte abgelehnt werden.

1. Monatszusammenkunft
Der für Junizusammenkunft ausersehene Peter und Paultag war nichts weniger als zufrieden stellend.
Am Morgen schon zeigt sich Neigung zu trüben Wetter, jedoch hoffte man es würde Jupiter pluvius noch Gnade für Recht ergehen, und uns wenigstens mit einem blauen Auge durch kommen lassen. Weit entfernt davon - als Alles, Männlein und Weiblein, bei Herrn Lehmann im Garten sich gemütlich niedergelassen und die Vertreter derselben Musik ihren Ersten erschallen ließen, entfaltete sich ein Sauwetter I ter Güte. Wind und Regen wetteiferten, Burschen und Mädel, welche der Unbill der beiden wilden Gesellen Trotz zu bieten versuchten, bis auf die Haut zu durchnässen. man mußte den ungleichen Kampf gegen die beiden Elementargewalthaber dunkelster Sorte aufgeben, und sich in den Saal des H. Lehmann flüchten, wo man bei Bier und Tanz es noch nicht unterlassen konnte über die beiden Grobiane, Regen und Wind, welche draußen allein sich abbalgten, schlechte Witze zu machen, und somit nahm die Versammlung ungebrochenen Humors ihren Verlauf. Die Versammlung war auch von Sommergästen, welche schon in Kreuth anwesend waren, sehr gut besucht und verfolgten mit regem Interesse das Treiben der anwesenden Mitglieder.

2. Ausschuß Sitzung den 22. Juni 1898
Es wurde beschlossen einige Mädchen welche sich für den ländlichen Gesang eignen nach Kräften zu unterstützen.
Seiten der Gesellschaft "Frohsinn" in Tegernsee erging an den Verein die Einladung zur Beteiligung an der am 24. Juni auf dem Pflieglhof in Tegernsee stattfindenden Johannifeuer. Es wurde angenommen dieses den Mitgliedern durch Zeitungsnachricht mitzuteilen.
Herr Vorstand Reinhard teilt mit, daß Frau Gräfin Henkel Donnersmark dem Verein einen Beitrag von Mk. 100,- gespendet hat, und dankte der Ausschuß der edlen Spenderin durch erheben von den Sitzen.
Aufnahme von außerordentlichen und ordentlichen Mitgliedern.

3. Ausschuß-Sitzung den 8. Juli 1898
Es wurde beschlossen die Monatszusammenkunft für Juli am 17. dieses Monats auf dem Pflieglhof in Tegernsee Nachmittags 3 Uhr abzuhalten, in Anbetracht des Wetters im vorigen Monat aber nur bei günstiger Witterung.
Aufnahme eines neuen Mitglied.

2. Monatszusammenkunft
Mit milderem Blick als der 29. Juni, schaute der 17. Juli auf die "Wallberger" welche dem Pflieglhof zupilgerten. Begünstigt von schönstem Wetter entwickelte sich in Bälde ein lustiges Treiben.
Sehr viele Sommergäste hatten sich da eingefunden und erfreuten sich an den Tänzen der schmucken Burschen und Mädel. Leider ist bei solchen Gelegenheiten zu bedauern, daß dem Gesang und Zitherspiel fast gar nicht gehuldigt wird. Es sollte auch den männlichen wie weiblichen Mitgliedern zu tun sein, nicht nur allein durch Förderung des Schuhplattelns und tragen der Tracht, sondern auch durch Erhaltung der ländlichen Gesänge und Weisen, welche ja auch Erbstücke unserer Vorfahren sind das Ansehen des Gebirgs bewahren und ihrer Gegend zu fördern.

4. Ausschuß-Sitzung den 30. Juli 1898
Es wurde beschlossen die Monatszusammenkunft für Monat August wie herkömmlich am 14. oder 15. August im Gasthaus zu Enterrottach abzuhalten. Herr Grieblinger übernimmt das Feuerschießen, Herren Holl und Kleinmair den Glückshafen, Popp und Bachmair Felix ein Wurfspiel für Frauen und Mädchen.
Aufnahme von außerordentlichen und ordentlichen Mitgliedern.

5. Ausschußsitzung den 24. August 1898
In Anbetracht der schönen Witterung und zu Ehren der vielen noch in unserem Tale weilenden Sommergäste, wurde beschlossen auch im Monat September noch eine 4. Monatszusammenkunft im Gasthaus zur Weißach abzuhalten. Dieselbe wurde auf Sonntag den 11. September anberaumt.
Nach Ausschußbeschluß wurde der Überschuß vom Glückshafen in Enterrottach von Mk. 100,- lt. Quittung an Herrn Schlossermeister Schmotz von hier als freiwilliger Beitrag zur Abzahlung des eisernen Weißachsteges bei Oberach überwiesen.
Aufnahme von außerordentlichen und ordentlichen Mitgliedern.

4. Monatszusammenkunft
Auch diesesmal war unsere Zusammenkunft vom schönsten Wetter begünstigt, und füllte sich der Garten des Herrn Lorenz Bachmair in Bälde. Trotz der ziemlich vorgeschrittenen Sommersaison noch mit Sommergästen und Mitgliedern bis auf den letzten Platz.
In heiterer Stimmung verlief auch diese letzte Monatszusammenkunft und endete erst in später Abendstunde.

6. Ausschußsitzung den 23. November 1898
Es wurde beschlossen den außerordentlichen Mitgliedern wie bisher, so auch heuer wieder einen Neujahrsgruß zugehen zu lassen. Die Besorgung desselben übernahm Herr Vorstand Reinhard.
Der Neujahrsgruß welcher an die außerordentlichen Mitglieder ging ruht hier an.

Von verschiedenen fernen Mitgliedern wurde unser Neujahrsgruß in herzlichster Weise erwidert.

Schriftführer: Popp Andreas jun.


1899

7. Ausschußsitzung den 4. Januar 1899
Es wurde beschlossen den heurigen Fastnachtsball am Donnerstag den 9. Februar (unsinniger Donnerstag) im Saal des Herrn Plendl abzuhalten. Bezüglich der Balleinladungskarten einigte man sich dahin, dieselben in etwas einfacherer Ausstattung anfertigen zu lassen, da voraussichtlich infolge des heuer treffenden 10jährigen Stiftungsfestes die Casse an und für sich sehr bedeutend beansprucht werden mag.
Infolge eine Anfrage der Wiener Mitglieder um den festen Termin des Stiftungsfestes, wurde das Fest auf den 13. oder 15. August ds. Jahres festgesetzt.
Von verschiedenen treuen Mitgliedern wurde unser Neujahrsgruß in herzlichster Weise erwidert.
Aufgenommen wurden ordentliche Mitglieder.

Ausschußsitzung den 3. Mai 1899
Es wurde beschlossen die diesjährige Gesamt-Versammlung am Donnerstag den 11. Mai ds. im Gasthaus Schwaighof nachmittags 3 Uhr abzuhalten.
Vom Turner Alpenkränzchen in München dessen Mitglied der Verein ist, erging an den Ausschuß die Einladung, einen Anteilschein zur Erbauung einer Unterkunftshütte auf den Grotten im Kaisergebirge zu erwerben. Es wurde angenommen sich mit einem Zuschuß von Mk. 100,- zu beteiligen.
Der Bruderverein "Almrausch" in München ladet den Verein "Die Wallberger" zu seinem diesjährigen Maitanz, welcher am 7. Mai ds. im Münchnerkindlkellersaal stattfindet ein. Die Mitglieder werden durch Zeitungsnachricht davon verständigt.
Aufgenommen wurden 2 Mitglieder.
Der Verein zählt in diesem Vereinsjahr 280 außerordentliche Mitglieder und 238 ordentliche Mitglieder.

Elftes Vereinsjahr

Gesamt-Versammlung 1899 - 1900
Am Donnerstag den 11. Mai 1899 hielt der Verein im Gasthaus "Schwaighof" seine diesjährige ordentliche General-Versammlung ab.
Vorstand Reinhard eröffnete mit der üblichen Begrüßung der Anwesenden die Versammlung. Dankte für das Zusammenhalten auch in diesem Jahr, gedachte der Toten des Vereines und ersuchte die Anwesenden zur Ehrung des Andenkens an Dieselben sich von den Sitzen zu erheben.
Schriftführer Popp gab den Jahresbericht und Säckelwart Greif den Rechenschaftsbericht bekannt, welch beide Berichte ein ganz zufrieden stellendes Resultat ergaben. Der Verein zählte in diesem Jahre 280 außerordentliche und 238 ordentliche Mitglieder.
Der Cassabericht weißt ein Vermögen von ? Mark in bar und den Wert von Mk. ? in Inventar aus.
Hiermit wurde zur Neuwahl geschritten und wurden nachstehende Ausschußmitglieder wieder gewählt:
I. Vorstand Reinhard Carl, II. Vorstand Grieblinger Jakob, Schriftführer Popp Andreas, Säckelwart Greif Ignatz jun.
Als Beisitzer wurden gewählt: Holl Karl, Kienast Quirin, Kleinmair Hans, Reiffenstuel Fidel, Sanktjohanser Karl, Nießl Tegernsee, Bachmair Felix, Führmann Josef Tegernsee.
Die Wahl wurde von den Herren anstandlos angenommen
Herr Vorstand Reinhard teilte nun mit, daß seit Gründung des Vereines das 10. Jahr verflossen, und der Ausschuß aufgrund dessen beschlossen hat, im Sommer das jährige Stiftungsfest des Vereines abzuhalten, welcher Antrag einstimmig angenommen wurde. Auf Zergliederung und Einteilung des Festes beschloß man später in einer eigens hiefür anberaumten Generalversammlung zurück zukommen.

Ausschuß-Sitzung den 4. Juni 1899
Es wurde beschlossen die Monatszusammenkunft für Juni, am Bennotag, 16. Juni, auf der Neureuth abzuhalten.
Die Wallberg Alpen Genossenschaft ladet den Verein zu der am 11. Juni auf dem Wallberg stattfindenden Einweihungsfeier des Wallbergunterkunftshauses ein. Die Teilnahme wird zugesagt.
Aufgenommen wurden ein außerordentliches und ein ordentliches Mitglied.
Die auf 16. Juni anberaumte Monatszusammenkunft konnte wegen zu schlechter Witterung nicht abgehalten werden und wurde dieselbe auf kommenden Sonntag verschoben.
Auch an diesem Tage regnete es in Strömen und fiel somit die Monatszusammenkunft für Juni aus.
Ausschußsitzung den 28. Juni 1899Vorstand Reinhard teilt mit, daß Frau Gräfin Henkel Donnersmark der Vereinskasse Hundert Mark als Jahresbeitrag übermachte, was vom Ausschuß mit bestem Dank angenommen wurde.

Gesamt-Versammlung am 2. Juli 1899
Am 2. Juli ds. Jahres hielt der Verein im Gasthof zur Überfahrt in Egern nachmittags 3 Uhr, behufs Beschlußfassung über Abhaltung des 10 jährigen Stiftungsfestes eine außerordentliche Gesamtversammlung ab.
Nachdem H. Vorstand Reinhard die Versammlung, welche an zahlreicher Beteiligung zu wünschen übrig ließ, begrüßt hatte, wurde zur Tagesordnung übergegangen. Nach Erläuterung der Veranstaltung durch die Herren Vorstände, wurden folgende Beschlüsse gefaßt:
Am Samstag den 11. August Festabend mit Feuerwerk und Festconcert, abends 8 Uhr im Gasthaus Glasl in Oberach. Am Sonntag 12. August 7 Uhr morgens Aufstellung bei Gasthaus Glasl in Oberach, von da Aufstieg zum Wallbergkreuz, hierauf Abstieg zum Wallberghaus, Aufenthalt von 10-1 Uhr, Einnahme des Mittagtisches mit Concert, den Abstieg über die Rottach Alpe nach Enterrottach. Beim Wasserfall Aufteilung des Festzuges und Einzug in Enterrottach. Hier Abhaltung des Hauptfestes bei Tanz, Schießen, und anderen Belustigungen.
Es wurde beschlossen nur naheliegende Vereine zu dem Feste einzuladen, wie: "Neureuther", "Schliersee I. und II." "Bayrischzell", "Almrausch" München und Wallberger Wien, Turneralpen Kränzl, "Schäuferl" München.
Von Empfang der auswärtigen Vereine wurde abgesehen.
Aufnahme von ordentlichen Mitgliedern.
Vorstand Reinhard gibt bekannt, daß der Studentencorps "Vitruvia" auch heuer wieder eine Einladung zum Kellerfest in Tegernsee am 17. ds und darauf folgenden Frühschoppen bei Herrn Bachmair in Egern an den Verein ergehen ließ.

2. Ausschußsitzung den 28. Juni 1899
Wie schon oben bemerkt konnten beide für Juni anberaumte Monatszusammenkünfte des schlechten Wetter halbers nicht abgehalten werden, und wurde beschlossen am 9. Juli nachmittags am Sapplkeller bei nur ganz günstiger Witterung eine Monatszusammenkunft abzuhalten.
Aufgenommen wurde Hr. Bauer, Pächter vom Sapplkeller.

3. Ausschußsitzung den 8. Juli 1899
Aufnahme von ordentlichen Mitgliedern.
 
1. Monatszusammenkunft
Sonntag den 9. Juli hielt der Verein seine erste Monatszusammenkunft am Sapplkeller bei schönstem Wetter ab. Das Fest war gut besucht.

4. Ausschußsitzung den 20. Juli 1899
Es wurde beschlossen dem Bruderverein Schliersee den Antrag zu stellen, dieselbe möchte sich am Stiftungsfest mit Musik beteiligen, für die Zeit des Hierseins würde unser Verein für die Bezahlung der Musik aufkommen und müßten dieselben als II te Tanzmusik spielen.
Aufnahme von einem Mitglied

5. Ausschußsitzung den 29. Juli 1899
Es wurden noch nähere Einrichtungen und Veranstaltungen betreffs des kommenden Stiftungsfestes besprochen.
Holl und Kleinmair übernehmen des Glückshafen, Popp und Bachmair Felix ein Ringwerfen für Frauen und Mädchen, Reiffenstuel die Ansprache am Wallbergkreuz.
Aufgenommen: Herr Burgdorf Hamburg

10 jähriges Stiftungs-Fest am 11. August 1899
Schon am Morgen des 11. August wurde beim "Glasl" rege an der Herstellung des Festplatzes gearbeitet, um alles möglichst schön für den Abend herzurichten. Kaum war die Dämmerung eingebrochen, pilgerten die "Wallberger" nach Oberach um sich an der Vorfeier des Stiftungsfestes zu beteiligen. Bald regte sich Lust und Freude, vermischt mit den Klängen der gut besetzten Tegernseer Musikkapelle.
Kaum hatte das Fest seinen Anfang genommen, erschienen unsere braven Brüder die "Wiener Wallberger" welche dem Stammverein zuliebe, die weite Reise von Wien bis hierher unternahmen. Sie wurden freudigst begrüßt. In Mitte des Festes wurde von unserem Mitglied Herrn Camelly aus München ein brillantes Feuerwerk abgebrannt, und von den Anwesenden mit Beifall aufgenommen. Ringsum war der Festplatz durch Feuerkörbe beleuchtet,, und mit Wimpeln geziert, so daß das ganze einen erhabenen Eindruck auf den Beschauer machte. In der Hoffnung auf den schönen Tag des Hauptfestes machten sich die frohen Zecher in früher Morgenstunde auf den Heimweg, mit dem Wunsche beseelt, der liebe Herrgott möge den kommenden Sonntag durch das nasse Element nicht allzu weich werden lassen.
Herrlich verkündeten die ersten Sonnenstrahlen den Tag des Hauptfestes an, und mit Zuversicht auf ein schönes Fest sprang mancher früher wie gewöhnlich aus den Federn. Schon vormittags strömten Scharen von Festteilnehmern nach Enterrottach, um da bestimmt ein trautes Plätzchen für den Nachmittag zu gewinnen, weshalb wohl die Beteiligung an dem Aufstieg zum Wallbergkreuz ein verminderter gewesen sein mag. Auch waren mehrere Getreue, welche es sich nicht nehmen ließen, an dem Feste auch das hehre Denkmal der "Wallberger" und ihrer Freunde zu beehren.
Herr Gerbermeister Reiffenstuel hielt dort oben "auf hoher Wacht" eine kleine Ansprache an die Anwesenden über die Bedeutung und gedeihen des Vereines und den Zweck der Errichtung des erhabenen Wahrzeichens der christlichen Religion. Von der begaben sich die Wackeren zum Unterkunftshaus um nach Stärkung des Geistes auch dem Freund Magen seinen Tribut zu zahlen. Nach ordentlicher Imbißnahme ging es talwärts dem schönen Enterrottach zu. Schon war jedes Plätzchen ausgefüllt, von Festgästen und immer noch strömenden Scharen Schau- und Tanzlustiger herbei. Es war ein schönes anheimelndes Treiben wie es schöner und harmonischer in seiner Art nicht gedacht werden kann.
Hohe Herrschaften, Sennerinnen, Holzarbeiter und Landleute beengten sich in einem bunten Durcheinander, Gespräche austauschend. Alles ergötzte sich an dem lustigen Treiben. Zwei Musikkapellen welche hiesige Walzer und Ländler spielten zogen junges und altes Volk auf die Tanzbühnen, welche im Freien aufgeschlagen waren. Es war ein schönes echtes Waldfest. Den Buden und Schänken wurde im ausgedehntesten Maße zugesprochen, ein Glückshafen versorgte die Glückskinder mit schönen Gewinnsten.
So vergingen die Nachmittagsstunden nur zu schnell, und mahnte der herannahende Abend die Herrschaften zum Aufbruch. Es dämmerte schon bereits, als man erst an die Preisverteilung gehen konnte. Viele Mitglieder und Freunde des Vereines konnten sich jedoch vor später Abendstunde kaum trennen und zogen schweren Herzens von dannen. so war auch dieser Tag in Freude und Eintracht verlebt.
Am kommenden Vormittag wurde zu Ehren der anwesenden "Wiener Wallberger" und des Almrauch München im Gasthause des Herrn Max Bachmair einen Frühschoppen veranstaltet. Bei Zitherklang und Gemütlichkeit wurden noch einige Liter vertilgt und dann mit Motorboot zum Sapplkeller gefahren. Am Abend verabschiedete man sich von den lieben Gästen, welche ungern von unserem schönen Tale schieden. Somit ging auch dieses schöne Fest zu Ende und bleibt nur die schöne Erinnerung, dem Teil des Lebens wieder einer gute Sache gewidmet zu haben.

                            



6. Ausschuß-Sitzung den 30. August 1899
Es wurde beschlossen für Monat September auch eine Monatszusammenkunft zu veranstalten, und zwar im Gasthause zur Überfahrt in Egern, am 10. September Nachmittag 3 Uhr.
Aufgenommen wurden : Frau Privatiere Korn, hier; Frl. Rosalin Mann Private, hier.

7. Ausschuß-Sitzung den 11. November 1899
Eine Einladung des Volkstracht Vereines "Almrausch" München wird von Herrn Vorstand Reinhard mitgeteilt, dieselbe betrifft die Beteiligung der "Wallberger" an der "Almkirta" des Almrausch in München. Es wurde beschlossen den Mitgliedern durch Zeitungsnachricht Mitteilung hievon zu machen.
Ausgeschlossen wurden: Tschaffert August Taglöhner, Rössner Michl Taglöhner.

8. Ausschuß-Sitzung 13. Dezember 1899
Besprechung über Neujahrsgruß 1899-1900.
Es wurde angenommen, wie bei jedem bisherigen Jahreswechsel, auch heuer wieder einen Neujahrsgruß an die außerordentlichen Mitglieder zu verschicken, und übernahm die Besorgung derselben Herr Vorstand Reinhard.
Der Alpen Verein München dankt den "Wallbergern" für ein Glückwunschtelegramm zum 30 jährigen Stiftungsfeste.

Schriftführer: Popp Andreas jun.