Vereinsball

1890

Tanzunterhaltung, Donnerstag den 13. Februar 1890 im Gasthaus Plendl in Rottach.

Die Bekanntgabe hiezu ward durch launige Einladungskarten und durch den Seegeist an die Mitglieder ergangen, welche auch dem Ruf zahlreich Folge leisteten. Der Speisesaal sowohl als auch der Tanzsaal war durch entsprechende Zierungen verschönt worden und bildete eine Almhütte mit dem Tegernsee und dem Wallberg im Hintergrund den Abschluß des ersteren Raumes.
Die vollständige Tegernseer Musik sorgte für den Tanz, welcher im Laufe des Abends mit komischen und Zithervorträgen abwechselte.
In den Vorträgen machten sich besonders verdient die Herren Qu. Kynast A. Popp. Einige Stücke wurden auch von der Rottacher Dorfmusik, bestehend aus den Herren Reiner, Kynast, Miller, Prager, Höß, mit Zither, Geige, Gitarre und 2 alten Hörnern zum Besten gegeben. Nach dem einstimmigen Urtheile der Anwesenden bildete unser Ball den Glanzpunkt dem heurigen Fastnacht und konnte sich der größte Theil der Besucher im Morgengrauen zum Heimweg entschließen.
Von Vereinen war geladen der Burschenverein und der Zitherverein.
Die Kosten für diese Tanzunterhaltung beliefen sich auf ca. 110 Mark. Der Gastwirt hatte 10 Mark zur Musik beigesteuert.


1891

Donnerstag den 5ten Februar 1891 Abendball mit Tanz, Gesang und lustigen Vorträgen
Beginn um 1/2 8 Uhr.
Es war an Ausstattung der Räume soviel geschehen, daß jeder Besucher seiner Freude und Bewunderung über die hübsche Dekoration Ausdruck verlieh. - Eine Almhütte, ein Wirtshaus "zum Borkenkäfer", ein Mauthaus mit Schlagbaum am Eingang des Saales; ein Rindenkobel anstelle der Bierschenke, ein eigenes für die Musik gemachtes Podium, die Verkleidung der Wände durch Tannengrün und gemalte Hintergründe stellten alles, was bis jetzt von hiesigen Vereinen in dieser Richtung geliefert worden, weit in den Schatten.
In besonderer Weise haben sich um die Ausschmückung die Mitglieder Grieblinger, Vollkomm, Popp, Holl, Reinhard; um die Unterhaltung des Abends. Durch Aufführung eines Stückes: "Dem Dotschenbauer und sein Sohn" Kynast, Popp, Hagn, Miller, Gschwendner; durch Vortrag, maskierter Schnadahüpfl A. Popp; durch Gesang Quir. Kreuz und Tochter Anna, verdient gemacht
Die 'Tanzmusik wurde von 9 Mann der Tegernseer Kapelle von 1/2 8  - 2 Uhr gespielt, und hierfür 72,- Mark bezahlt. Der Besuch des Balles wahr sehr stark und besonders viele Frauen in der Volkstracht anwesend. Der Wirth, Georg Plendl, tat sein Möglichstes, die Gäste durch Verabreichung guter Speisen und Getränke zufrieden zu stellen.
Die Gesamtkosten beliefen sich auf M 156,-.

1892

Vereinsball am 20. Februar 1892
Nachdem die vorhergehenden Tage emsig an der Ausstattung der Bachmairischen Säle gearbeitet und in Bezug auf Dekoration Nie dagewesenes geleistet worden war. fand am Samstag den 20. Februar 1892 die Vereinsunterhaltung mit Tanz und Theatervorstellung statt.Um 1/2 8 Uhr war bereits der eine Speisesaal gefüllt, und neue Scharen kamen noch immer nach, so daß auch der Tanzsaal zur Hälfte für Sitzplätze eingerichtet werden mußte. Die ganze Gegend war an diesem Abend bei den Wallbergern vertreten. Nach zweistündigem Tanze führten um 9 Uhr die komische Scene auf - Am Heuboden gehts um - und ernteten durch ihr ausgezeichnetes Spiel reichen Beifall. Nach dem bis 11 Uhr wieder dem Schuhplattler gehuldigt worden, kam der hübsche Einakter von Stieler "Ein blauer Teufel", von dem Mitgliede Terofal und Fräulein Verone Betz gespielt, zur Aufführung und brachte die Feststimmung auf den höchsten Punkt. Im Verlaufe des Abends ergriff Vorstand Carl Reinhard das Wort und bezugnehmend auf den gelungenen Verlauf des Balles theilte er mit, daß er sich erlaubt habe, auch königliche Hoheiten Herrn Herzog und Frau Herzogin Karl in Bayern als besondere Förderer und Gönner der Gebirgstracht eine Einladung zu übermitteln. Redner brachte auf die Gesundheit des hohen Paares ein dreifaches Hoch aus.
Er dankte sodann den verschiedenen Persönlichkeiten, welche bei Herstellung der Dekoration und Aufführung der beiden Theaterstücke in aufopfernder Weise mitgewirkt und besonders Herrn Terofal, daß er den weiten Weg von Schliersee herübergekommen sei. Verschiedene komische Vorträge wechselten noch ab mit Tanzvergnügungen und erst am frühen Morgen endete die Unterhaltung.
Die Eintrittsgebühren betrugen ca. 150,- Mark, die Summe der Gesamtausgaben M ? , Kosten der Musik M 80,-. Die Zahl der Anwesenden war 300-340.

1893

Fastnacht-Unterhaltung am 9. Februar 1893

Einige Tage schon wurde an der Ausstattung der Räume bei Herrn Plendl für den Ball gearbeitet und fand am Donnerstag den 9. Februar der Vereinsball mit Theatervorstellungen statt.
Um 1/2 8 Uhr waren bereits trotz der ungünstigen Witterung, sämtliche Plätze besetzt, und blieb es einigen verspäteten nur noch übrig, sich auf die Wanderung in die umliegenden Räumlichkeiten zu begeben,
was auch ganz ohne Widerwillen, sondern mit Vergnügen geschah, da eine anstoßende Holzerhütte mit ihren geschwärzten Holzknechten viel Spaß hat. Sogleich wurde dem, von einem der maskierten Holzknechte zubereiteten "Retzl" mit größtem Appetit die Ehre gegeben, indem man denselben gleich aus der Pfanne verspeiste.
Als nun auch der Tanz begann, kam in´s Allgemeine Bewegung und gaben und gaben die zufriedenen Mienen und beste Zeugnis von der wohlgelungenen Veranstaltung. nach 2 stündigem Tanz führten um 1/2 10 Uhr einige Mitglieder eine komische Scene "der blaue Esel" oder "Unsichtbar" auf, und ernteten reichen Beifall. Nachdem bis 11 Uhr lustig darauf los getanzt wurde bereitete wieder eine Partie ein Theaterstück "Nur noch ein Gläschen" vor, und führten dasselbe nach 11 Uhr während der Musikpause mit großer Geschicklichkeit und theaterlicher Kenntnis auf, wofür den Mitwirkenden auch von den Zuschauern die größte Anerkennung gezollt wurde. Das Stück war von unserem unermüdlichen Herrn Terofal und Herrn Michl Dengg eingeübt.
In einer Zwischenpause des darauffolgenden Tanzes, drückte Herr Vorstand Reinhard seine Freude und Dank aus, hinsichtlich des zahlreichen Erscheinens, und dem festen Zusammenwirken der Mitglieder, auch für Mitwirkung an Theater und Verschönerung des Saales und der übrigen Räumlichkeiten. Es hatte sich eine ziemliche Anzahl Mitglieder aus München eingefunden, um unser ländliches Vergnügen auch im Winter zutheilen. Auch ein Häuflein Schlierseer hatten uns die Ehre geschenkt sich an dem Ball zubeteiligen.
Erst am frühen Morgen erinnerte man sich an das Heimgehen.


1894

Ball am 5. Februar 1894
Am Fastnachtsmontag den 5. Februar Abends 8 Uhr versammelten sich, nachdem von mehreren Mitgliedern schon 3 Tage zur Verschönerung des Tanzsaales bei Herrn Bachmair gearbeitet wurde, Jung und alt, Männlein und Weiblein in ungeahnten Scharen die Fahne der "Wallberger" um sich bei Tanz, guten Bissen Gesang und Tanz gütlich zu tun.
In dem die Lokale zu einem traulichen Gebirglerheim umgewandelt und Mitglieder wie Musiker zur Unterhaltung nach Kräften beitrugen war die Gesellschaft schnell in der rosigsten Stimmung und mischten sich laute Juchzer und Freudenausdrücke immer mehr in das sausende und brausende Stimmengewirr.
Verschiedene Mitglieder führten in einer  von Herrn II. Vorstand Grieblinger auf das täuschendste nachgemachten Alphütte, einen Einakter "A bsundara Fall" von Freiherrn von Gumppenberg auf. Herr Fidel Reiffenstuel sowie Herr Kaminkehrer Aschenbrenner erfreuten die Versammlung mit deklamatorischen -., Frl. Kathi Frei von Kreuth und Frl. Anna Kreuz mit Gesangsvorträgen. In unveränderter Lustigkeit verlief der schöne Abend und die folgende Nacht.
Wieder war es Herr Fritz Schenk welcher seiner Freude über die Zusendung einer Balleinladungskarte in Form von Wallbergerschnaderhüpfeln und einem sehr warmen Schreiben Ausdruck gab, worauf Ihm die "Wallberger" am Ballabend um 9 Uhr Abends ein herzliches "Zum Wohl"! bei einem guten Glas Dießner Bier telegraphisch sandten.

1895

Donnerstag den 15. Februar 1895 fanden sich im rasch dekorierten Saal des Herrn Gastwirtes Plendl dahier zahlreiche Mitglieder des Vereines, Männlein und Weiblein, in ihren schmucken Costümen ein, in der angenehmen Erwartung fidele lustige Stunden zu erleben. Schon die originelle Balleinladungskarte eine ausgestanzte Wallbergerjoppe in Farbendruck mit gedruckter Einladung in Versen, versprach Gemütlichkeit und heiteren Sinn. Bald hatte jeder sein Steh- oder Sitzplätzchen und eine frische Maß und alles gab sich der fröhlichen Ungezwungenheit hin. Punkt 8 Uhr eröffnete der Ausschuß mit einem flotten Walzer den Ball, und nun folgte Gruppe um Gruppe den lustigen Reigen.
Abwechselnd spielten die Anwesenden Höllenforschen, indem sie sich an das gut gelungene, künstlich hergestellte Lugloch, eine ganz nette Felsengrotte. Wohl mancher rieb sich den Kopf, nachdem er mit den vorstehenden Felsenjucken etwas unangenehme Bekanntschaft gemacht hatte.
Während der Pause von 11 - 12 Uhr wurde das von dem Mitgliede Herrn Qu. Kinast verfaßte und in Scene gesetzte oberbayrische Stück "Wallberger Miedei" von Mitgliedern aufgeführt, und ernteten der Verfasser sowie die Mitwirkenden reichen, wohlverdienten Beifall.
Gesangsvorträge, und deklamatorische von verschiedenen Mitgliedern wechselten mit den Tänzen, und verschwammen die Stunden nur zu schnell. Unbemerkt guckte der junge  Tag durch die Ritzen der Fensterläden und mahnte zum Aufbruch.



                

1896

Vereinsball 1896
Der heurige Vereins-Ball verlief wie gewöhnlich in heiterer Weise, Tanz, Gesang und Vorträge wechselten in humorvoller Reihenfolge ab. Die Einladungskarten fielen unerwartet gut aus und riefen bei jedermann die größte Heiterkeit hervor, ebenso die Ballzeichen, welche dieselbe Modellierung wie die Karte zeigten, nur waren die Ballzeichen aus gepreßtem Zink, nur zum Anstecken mit einer Nadel versehen.
Die Dekoration des Saales gab der Rührigkeit der Ausführenden alle Ehre.


1897

Vereinsball 1897
Am Samstag den 13. Februar 1897, Abends 8 Uhr wurde in den festlich dekorierten Lokalen des Herrn Gastwirt Plendl der diesjährige Vereinsball abgehalten, und war derselbe wie immer auf´s Beste besucht. Bei doppelter Kapelle unterhielten sich die Anwesenden sehr gut.
Herr Quirin Kienast, welcher sich durch das oberbayr. Volksstückchen "s`Wallberger Miedei" den Dank aller Wallberger errungen hat, war wieder so freundlich für die Zeit der Tanzpause ein Stück zu arrangieren mit dem Titel: ? Welches von Mitgliedern des Vereines ausgeführt, und mit vielem Applaus bedacht wurde.
Musik und Unterhaltung ließen nichts zu wünschen übrig und blieben somit viele der Mitglieder bis zum frühen Morgen.
Die diesjährige Balleinladung steht an Originalität und Ausführung der Vorjährigen nicht nach, und fand dieselbe ungeteilten Beifall.



1898

Fastnachts-Unterhaltung 1898
Der 17. Februar wird ein denkwürdiger Tag bei den Wallbergern bleiben. Sturm und Schneegestöber, kurz das denkbar ungünstigste Wetter zum Besuch eines Balles, hauste diesen Tag. Trotzdem ließen sich die mit der Dekoration des Saales betrauten Mitglieder nicht abschrecken und hatten alles auf das schönste dekoriert .
Am Abend des 17. Februar 1898 8 Uhr versammelten sich die Wallberger im schön dekorierten Saale des Herrn Max Bachmair zum "Bartlmä" in Egern. Trotz der oben erwähnten ungünstigen Witterung füllten sich die Räume bald, zur Befriedigung aller. Ganz besondere Aufmerksamkeit wurde heuer auf die Ausstattung der Räume verwendet. Auf einer künstlichen Felsengrotte ruhte eine Laube mit Tannenzweigen verziert.. Grotte und Laube waren elektrisch beleuchtet. Landschaftliche Bilder an den Wänden, welche dieselben verkleideten, trugen zu einem günstigen Zusammenwirken bei, und machte das Ganze auf den Besucher einen feenhaften Eindruck.


Die Tanzlust war eine sehr rege und füllten sich Grotte und Laube in Bälde mit Zuschauern. Herr Felix Bachmair unterhielt in der Laube eine Weinstube, welche von Seite der Gäste ganz entsprechend gewürdigt wurde. Zwischen die Tänze wurden oberbayrische Vorträge von Herrn Fidel Reiffenstuel, und Gesangsvortäge von Herrn Lehrer Stadler eingeflochten. Die Mitglieder des Wiener Zweigvereines sandte ein Telegramm mit folgenden Worten "Wir senden unserem lieben Wallbergerstamm ein kräftiges "Prosit" und wünschen Euch einen sehr animierten Verlauf des heutigen Festes". Mit treudeutschen Gruß "Die Wallberger Wien"
Herr Vorstand Reinhard verliest einen Brief von 5 Herren Mitgliedern aus München, worin diese ihr Bedauern ausdrücken an dem Feste nicht teilnehmen zu können, aber zum Beweise ihrer Anhänglichkeit, an den Verein einen wunderschönen Bierkrug zum Geschenk machten.
Vorstand Reinhard brachte auf die Wiener und Münchner Mitglieder ein dreifaches "Hoch" aus, in welches von Seite der Anwesenden begeistert eingestimmt wurde.
Die Herren Lerch aus München erfreuten auch heuer unsere Frauen und Mädchen wieder mit schönen Blumensträußchen.
Die Mühe unseres Mitgliedes Lorenz Holzer welcher mehrer Burschen zum Plattln abrichtete, war mit Erfolg gekrönt, und wäre nur zu wünschen, daß das Interesse für den schönen gern gesehenen Volkstanz immer reger werden möchte. Bei den Klängen der gut besetzten Tegernseer Musikkapelle verhielten sich die Anwesenden bis zum frühen Morgen, und wohl jeder mag mit dem befriedigenden Bewußtsein sein trautes Heim aufgesucht haben, wieder um einige froh verlebte Stunden bereichert worden zu sein.


1899

Fastnachts-Tanz am 9. Februar 1899
Von besserem Wetter begünstigt als im vorigen Jahr, eilten die Mitglieder herbei um am Fastnachtstanz und der daran geknüpften Unterhaltung beizuwohnen. Bald waren die festlich dekorierten Räume des Herrn Gastwirt Plendl voll gefüllt und ein lustiger Reigen folgte dem Andern. Abwechslungsweise besuchte man das Weingewölbe zum Peterskeller wo man sich bei einem guten Tropfen unter Gesang und Zitherklang gütlich tat. Während der Tanzpause erquickte uns Herr Theaterbesitzer Höfer durch seine köstlichen Vorträge. So dauerte die Unterhaltung bis zum frühen Morgen fort. Als die Sonne über die Berge guckte, sah sie immer noch "Wallberger" in kreuzfideler Stimmung beim Plendl sitzen und tanzen.
Des nachmittags wurde ein Ausflug nach Enterrottach zu Wagen gemacht, und fand somit der Fastnachtstanz am zweiten Tage seinen Abschluß, als schon verschiedenen Teilnehmern die Augendeckel nicht mehr offen bleiben wollten.