was bsunders ...


Corps Vitruvia

Das "Corps Vitruvia" zu München, zusammengeschlossen im Philisterverein Vitruvia e. V., wurde im Jahr 1863 gegründet und ist damit 26 Jahre älter als die "Wallberger".
"Vitruvia" kommt zwar von dem römischen Baumeister Vitruvius Pollio, der zu Zeiten von Kaiser Augustus zehn Bücher über Architektur schrieb, es beinhaltet aber auch die Vorsilbe "vit" (heutzutage fit), womit ausgedrückt werden soll, daß die "Vitruven" und ihre Verbindung (Partnerschaft, Jumelage, Kameradschaft oder wie auch immer) vital und lebendig weit über hundert turbulente Jahre deutsch-europäischer Wirrnisse und Verwirrungen unbeschadet überstanden haben.

1894

Am Sonntag den 17. Juni 1894 abends versammelten sich die "Wallberger" mit Bewohnern von Tegernsee, im dortigen herzoglichen Sommerkeller, einer Einladung der Münchner Studenten-Verbindung "Vitruvia" zu ihrem diesjährigen Stiftungsfeste Folge leistend. Lustig und fröhlich vergingen die Stunden des Abends unter den Klängen einer von den "Vitruven" mitgebrachten Blechmusikkapelle, und den Comensliedern der Burschen und Philister des Corps.Nachdem der Consenior der Anwesenden für die so zahlreiche Beteiligung am Kollenfeste dankte und bemerkte, daß die Verbindung am anderen Tage Vormittags zu einem Frühschoppen bei Gastwirt Bachmair in Egern sich einfinden werde, erboten sich "die Wallberger" dieselben mit Vereinsfahne an der diesseitigen Uferspitze zu empfangen, was mit Freuden von den Studenten angenommen wurde.
Am Morgen des 18. Juni 1/2 9 Uhr war eine Abteilung der "Wallberger" schon an der angegebenen Stelle gastiert als ein schneidiger Marsch und fröhliche Juchzer das Nahen der Studenten ankündigte. Mit lautem Jubel wurden die gegenseitigen Grüße ausgetauscht, und nachdem alle ihre Schiffe verlassen hatten, ging es unter Sang und Klang dem Gasthause zur Überfahrt zu, wo einige Stehmassen verteilt wurden, und Herr Vorstand Reinhard die Herren herzlich willkommen hieß, von da zog die fröhliche Schar durch unser liebliches Dorf zum Gasthaus Bachmair. Hier ließ man sich in der heitersten Stimmung zum gemeinschaftlichen Frühschoppen nieder. Mit Musikstücken wechselten Schuhplattler und Commerslieder, was im ebenso buntes Durcheinander, wie die kurzen Hosen, Mädchen in Tracht und die Studenten mit ihren Conleumützen, abgab
Es entwickelte sich eine derartige Gemütlichkeit, daß man da einen Studenten mit grünem "Wallbergerhut" und Bierzipfel, da einen "Wallberger" mit kurzer Hose und Studentenmütze sich beim braunen Naß gütlich tun sah.
Herr II. Vorstand Grieblinger dankte den Herren Studenten für ihren Besuch in unserem Orte und brachte ein dreifaches "Hoch" auf die Verbindung aus, in welches die anwesenden "Wallberger" begeistert einstimmten. Herr Consenior dankte seinerseits den "Wallbergern" im Namen der Verbindung in warmen Worten für den schönen freundlichen Empfang und ersuchte seine Herren Comiltonen auf das Wohl der "Wallberger" eine Salamander zu reiben.
Nach einer Weile ergriff Herr Grieblinger II. Vorstand das Wort, und legte den Herren nahe wie erfreulich ihr Besuch für uns und unsere Gegend sei und lud dieselben ein auch nach Vollendung Ihrer Studien unseres Ortes zu gedenken und von den Mühen ihrer Ämter in den Ferien bei uns auszuruhen. Diese Worte, die mit aufrichtiger Begeisterung angehört wurden, fanden stürmischen Beifall. Nach einigen lustigen Tänzen und Musikstücken ergriff nun Herr Fidel Reiffenstuel das Wort und ehrte in unserer kernigen oberbayrischen Redeweise, in humorvoller Gabe was namentlich den anwesenden norddeutschen Studenten besonders gefiel, und zum Schluß alles in noch heiterer Stimmung versetzte, so daß die Lust zur Fröhlichkeit Ihren Gipfelpunkt erreichte. Um 11 Uhr Mittags ging es unter Juchzen und Musik zu Schiff wieder Tegernsee zu, nachdem die Herren von den "Wallbergern" sich auf das herzlichste verabschiedet hatten, und die angenehme Erinnerung zurück lassend, daß wir wieder einen schönen Tag mehr erlebt hatten.
Die Studentenverbindung "Vitruvia" machte dem Verein "Die Wallberger", für die im vorigen Monat so freundliche Aufnahme, einen prachtvollen Pokal zum Geschenk Das schöne Geschenk erregte, da dasselbe ganz unerwartet erschien, die größte Freude und Begeisterung.



1895

Auch in diesem Sommer 1895 statteten die Herren "Vitruven" der hiesigen Gegend einen Besuch ab und hatten die Wallberger wieder die Ehre dieselben zu empfangen. nachdem einige fröhliche Stunden verlebt waren verabschiedeten sich die Herren mit dem Ausdruck größter Achtung, und bereicherten die Vereinschronik mit Ihren werten Namen.

1897

Auch heuer (1897) hatten die "Wallberger" sich wieder eines Besuches der Studenten-Verbindung zu erfreuen, welche bei Herrn Bachmair in Egern einen Frühschoppen einnahmen, welcher auf das Gemütlichste verlief.
Es ließen sich mehrere Herren der "Vitruvia" in den Verein aufnehmen.



1898

Auch heuer am 18. Juni 1898 wie schon einige Sommer, hatte der Verein die "Wallberger" die Ehre, eine sehr verehrliche Studentenverbindung "Vitruvia" aus München in unserem schönen Ort zu begrüßen. Auf zahlreichen Schiffen, unter schallenden Klängen ihrer Corpsmusik kamen die Herren, mit vielen ihrer Herren Philister am Gasthaus des Herrn Bachmair in Egern an, auf´s freundlichste begrüßt von den anwesenden "Wallbergern".  Nachdem man sich im Garten des H. Bachmair zu fröhlichem Beisammensein niedergelassen und etlichen Litern Bier die Ehre angetan, ergriff unser Ausschußmitglied Herr Gerbermeister Fidel Reiffenstuel das Wort, in einer in oberbayrischer Mundart, und es scheint einer nur ihm eigenen schönen und sinnreichen Weise, und ehrte damit die Herren "Vitruven" so, daß die Herrn sowie wir freudigst bewegt dem originellen sehr gewählten Vortrag folgten, Herr Reiffenstuel endete seinen wirklich gelungenen Vortrag aus dem Stegreif mit einem dreifachen "Hoch!!!" auf die Verbindung, worauf selbstredend alles begeistert einstimmte. Einen wahrhaft stürmischen Beifall erntete Herr Reiffenstuel für seine so gut angebrachten Worte, und umringt von den Herren mußte derselbe das Versprechen geben, seine Worte den Herren zu Ehren zu Papier bringen. Auch hier haben wir dieselben von H. Reiffenstuel selbst geschriebenen Vortrag angefügt.
Herr Consenior der Verbindung erhob sich nun und dankte in schwungvoller Rede den "Wallbergern" für den freundlichen Empfang, und die freundschaftlichen Gefühle welche der Verbindung von Seite unseres Vereins derselben entgegengebracht werden, und ersuchte seine H. Comilitonen, auf das Wohl der Wallberger einen kräftigen "Salamander" zu reiben. Mehrere der Herren sprachen den Wunsch aus, dem Verein als außerordentliche Mitglieder anzugehören, welches Anerbieten mit Freuden begrüßt wurde. Nach Vertilgung von mehreren Litern und fröhlichem Beisammensein, rüsteten sich die Herren zum Aufbruch um in Tegernsee ihren Mittagstisch einzunehmen. Einer der Herren machte noch eine fotografische Aufnahme einer Gruppe "Wallberger" und "Vetruven", wovon jeder beteiligte ein Bild erhielt.
Unter den Klängen der Musik und den Juchzern der Buam und Madl ruderten die "Vitruven" wieder Tegernsee zu, wir aber wußten, daß dem Verein wieder mehrere ansehnliche Freunde erworben waren.

1899

Vorstand Reinhard gibt bekannt, daß der Studentencorps "Vitruvia" auch heuer wieder eine Einladung zum Kellerfest in Tegernsee am 17. ds. Monats (Juli? 1899) und darauf folgendem Frühschoppen bei Herrn Bachmair in Egern an den Verein ergehen ließ.
Am Samstag den 17. ds. Monats abends beteiligten sich mehrere Mitglieder unseres Vereines an dem Kellerfeste der Studentenverbindung "Virtuvia", und wurden die Herren sehr liebenswürdig und zuvorkommend aufgenommen.
Sonntag Vormittag fanden sich die Herren "Vitruven" mit Schiffen bei Bachmair in Egern zum Frühschoppen ein, wo dieselben von den "Wallbergern" wie schon einige Jahre am Ufer des See´s herzlich empfangen und zum Garten geleitet wurden. Nach gesellschaftlicher Unterhaltung ergriff Herr Fidel Reiffenstuel das Wort, und ehrte die Herren in einer kernigen Ansprache worauf die anwesenden "Wallberger" begeistert in ein "Hoch" auf die "Vitruven" einstimmten. Hierauf ergriff der Herr Consenior der Verbindung das Wort, und brachte in sehr schmeichelhafter Weise zum Ausdruck, , daß Volkstracht-Vereine und Studenten eine gewisse Zusammengehörigkeit besitzen, da beide Vereinigungen auf Erhaltung des Deutschtums ihr Augenmerk richten. Auf das Gedeihen der Wallberger wurde ein kräftiger Salamander gerieben. Bei Musik und Bier wurden noch einige Stunden verbracht, bis die Herren zum Mittagstisch nach Tegernsee aufbrachen.

1902

Das Kellerfest der Studenten-Vereinigung "Vitruvia" wurde von mehreren Mitgliedern des Vereines besucht und waren die Vitruven darüber sehr erfreut, besonders die in Tracht erschienenen Mädchen stachen den lebenslustigen jungen Herren sehr in die Augen und waren sozusagen die Heldinnen des abends. Erst in vorgerückter Stunde gemahnte man sich zum Aufbruch.
Am Vormittag des kommenden Tages nahmen die Herren ihr Frühstück im Gasthaus zum Bachmair in Egern ein, leider mußte des ungünstigen Wetters halber dieser Akt im Saal abgehalten werden. Die "Wallberger" wurden von der "Vitruvia" bezügl. Ehrensachen in Cartell genommen. "Vivat seguens"

1903

Am 3. Juni abends beging die Studentenvereinigung "Vitruvia" ihr Kellerfest zu Tegernsee, zu dem auch die "Wallberger" geziemend geladen waren und reger Teilnahme seitens dieser stattfand.
Am folgenden Tag fand wie alljährlich der Frühschoppen der "Vitruvia" im Gasthaus Bachmair am See statt, der in vergnügter Weise bei vielen Toasten verlief und in einem Abendschoppen endigte.
Die Herren der Verbindung wurden in herzlichster Weise seitens des Vereins verabschiedet und mit dem Wunsch auf Wiedersehen im nächsten Jahre.


1904


41. Bundesfest 1904
Am 17. Juli abends beteiligten sich mehrere Vereinsmitglieder am Kellerfest des Corps "Vitruvia" und am 18. Juni nachmittags beim offiziellen Frühschoppen des Corps bei Bachmair in Egern. Dessen Verlauf in jeder Art ein gelungener war und wiederum ließen sich fast alle Herren des Corps als "Wallberger" aufnehmen.
18. Juni 1904
Treu dem guten, alten Brauch / Bemüht sich der Vitruve auch
Z´platteln mit dem schmucken Madl, / Doch ach, da fehlt´s halt an die Wadl.
S´geht halt bloß mit Ach und Krach - / Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

1905

42. Bundesfest 1905
17. Juni abends beteiligte sich der Verein durch starken Zuspruch seitens seiner Mitglieder am Kellerfest des Corps "Vitruvia", woselbst der Verein wiederum zeigt, daß er nicht versäumte, um durch schöne Trachten sowohl als auch durch die durchgeführten Tanzaufführungen, seiner Devise alle Ehre zu machen.
Am 18. Juni trafen das Corps "Vitruvia" per Schiff von Tegernsee kommend in Egern zur Überfahrt ein und mit Sang und Klang ging es in geschlossenen Reihen, die Fahne voraus, zur Überfahrt zum großen Saal allwo dann ein fröhliches, buntes Treiben bis zum späten Nachmittage vorherrschend war.
Es zeichneten sich auch wiederum sämtliche Herren des Corps in die Chronik ein mit ihren Namen und folgenden Gedichtes.
Wieder dem guten Brauch, dem alten / Auch heuer sei die Treue gehalten!
Lustig wie seit vielen Jahren Ließen wir uns nach Egern fahren.
Bieder & brav unsern Farben treu / Eilten des Wallbergs Söhne herbei
Reichten uns ihre Freundeshand / Grüssend die Brüder vom Isarstrand.
Einig mit ihnen aus frohem Mund / Rufen wir "Hoch der Wallbergbund!"

1906

43. Bundesfest 1906
Am 16. Juni fand das Kellerfest des Corps "Vitruvia" statt, wozu sich wie alljährlich eine größere Zahl seitens unserer Mitglieder sich einfanden; daran schloß sich dann am 18. Juni der Festfrühschoppen des Corps im Gasthof Bachmaier zu Egern an. Das wieder in fröhlichster Stimmung seinen Ausgang fand.
   
1908

Am 9. Juni beteiligte sich der Verein am Kellerfest der "Vitruven", und am 10. Juni bei deren Frühschoppen im Gasthof Bachmair.

1912

17./18. Juni 1912 49. Bundesfest Vitruvia
Der 18. Juni brachte den Wallbergern lieben Besuch aus München: das Corps Vitruvia, das anläßlich seines 49. Stiftungsfestes den üblichen Ausflug an den Tegernsee machte.
Im Gasthof Bartlmä herrschte feuchtfröhliches Leben , das durch lustige Studenten-, Soldatenlieder und Schnaderhüpfeln gewürzt wurde. Das Streichduo Holl-Grieblinger konkurrierte erfolgreich mit der ausgezeichneten Corps-Musik. Im Laufe des nachmittags teilte der Senior des Corps der fidelen Versammlung mit, daß das Corps Vitruvia dem Verein die Wallberger als Mitglieder beigetreten sei und ein dichterisch veranlagter Vitruve widmete aus diesem Anlaß nachstehende Zeilen.Tänze, Lieder und so weiter.
Stimmen selbst Philister heiter / Wenn man noch so sehr verdrießlich,
Solches wirkt fast stets ersprießlich. / Ist man noch dazu in Tegernsee,
Abwinkl oder Egern, / Kennt die Wonne keine Maße,
Man ist weg und in Ekstase. / Dieserhalben und seit Jahren
Die Vitruven außer fahren. / Manches Mädchenaug´blinkt heller,
Manche Herzen schlagen schneller, / Wenn sich bunte Mützen zeigen.
Manche, - doch der Rest ist Schweigen. / So empfangen uns die Wallberger
Selbst mit Böllerknall; / Ja wir wären blöde Knaben
Wollten wir es besser haben. / Hier woll´n wir für alle Zeiten
Uns ein warmes Nest bereiten, / Und wir treten im Verein
Bei dem Corps "Wallbergia" ein / Früher sind sie eingetreten,
Doch in punkto der Moneten / Ließen sie oft gar nichts hören,
dieses muß mit Recht empören, / Wir sind nicht wie diese G´scherten,
Besser muß es itzo werden; / Stets treu dem guten alten Brauch
Sei unser Wahlspruch, bleib es auch, / Was nützt "das in die Chronik schreiben"
Wir wollen Euch auch chronisch bleiben.
Allein auch diese schönen Stunden verschwanden und beim Scheiden rief man sich ein "gesundes Wiedersehen" zu: beim 50. Stiftungsfest. Und dieses wäre also im heurigen Jahr.

1913

Die folgende Seite sei unseren Freunden den Mitgliedern des "Corps Vitruvia" geweiht, deren 50 jähriges Stiftungsfest unserm Verein allen Anlaß gibt, dasselbe würdig mit zufeiern. Der Verein "Die Wallberger" weiß die Ehre wohl zu schätzen, das Corps Vitruvia zu seinen Mitgliedern zählen zu dürfen.   50 jähriges Stiftungsfest des "Corps Vitruvia" München 13. - 17. Juni 1913
Dieses fünfzigste Stiftungsfest erfreute sich ganz besonders starker Beteiligung seitens der aktiven und inaktiven Mitglieder des ? Anläßlich des Frühschoppens im Gasthof Bartlmä überreichte der Senior des Corps den Wallbergern zum Andenken an diese Feier eine hübsche Erinnerungsmünze, die heute auf einem gestickten Widmungsband auf unserer Fahne prangt.. Herzlich wie immer war auch heuer der Abschied von den lieben Freunden.

1914

51. Bundesfest Corps Vitruvia 17. Juni 1914

Unsern lieben Wallbergern!
"Wo den Himmel Berge kränzen, / Nebel wallen um die Kluft,
Wo in gold die Firnen glänzen / Bei des Abendschimmers Duft,"
Dorthin treibt uns unser Sehnen, / Dorthin zieht es uns von je
Und auch noch zu allen denen, / Die uns lieb am Tegernsee.
Wo von Wallbergs höchster Stelle / S´Kirchlein gegen Himmel ragt.
Wohnt ein Völklein, treu von Seele, / Hell von Aug´, stolz, unverzagt!
Wo um seine Brust geschlungen / Je das blau-weiß-rosa Band,
Singt und hat es stets gesungen: / "Heil Dir, Tegernseer Land!!"
Wie es war, so soll es bleiben, / Immer wieder, Jahr für Jahr,
Wollen auch wir Jungen treiben / Was den Alten heilig war!
Was auf Wallbergs Fahn´ geschrieben / Gilt für uns "Vitruven" auch,
Und es bleibt wie es geblieben: / "Treu dem guten alten Brauch!!"
i.A. R. Wenzl Corps Vitruvia

Vom Corps Vitruvia sind gefallen unsere Mitglieder: