Wallberg

Schon in den vierundzwanzig Bairischen Landtafeln von Apian Philipp, Amman Jost und Wolf Hieronymus von 1568 war der Wallberg eingezeichnet und "Walwer" genannt. So auch in der Karte von 1661.
1633 wurde die Bavariae Superioris et Inferioris nova descriptio von Jansson Jan herausgegeben, da hieß er Walner.
1797 wurde in der Karte "Das Herzogthum Ober- und Niederbayern in seine Aemter oder Gerichter eingetheilt, nebst allen darinn liegenden und angrenzenden Ländern" zum Walwerperg
In der Karte von Bayern, Württemberg Und Baden, 1838, ist es der Wall Berg; in der Carte de la Bavière von Aubert, aufgenommen bis 1806 veröffentlicht 1900, dann der Walberg

Quelle: Bayerische Landesbibliothek Online

Zusammenkunft des Ausschußes der Wallberger im Gasthaus zum Scheurer, am Montag den 21. März 1892

Anwesend: Carl Reinhard, Greif, Grieblinger, Holl, Fürmann, Kynast, Reiffenstuel, Popp, ferner: ... , Nick. Pichler und Theodor Neumann. -

Beschlußfaßung über Anfertigung des Wallberg Kreuzes nach langer Berathung:
1. Das Innere des Kreuzes soll in Gitterkonstruktion,
2. der Mantel aus verzinntem, zum Teil aus verzinktem, und die Strahlen aus vergoldetem Blech,
3. Blitzableiter auf der Rückseite des Kreuzstammes mit zwei Ableitern
4. Erinnerungstafel aus Rothguß, in 2 Exemplaren,
5. Dornenkranz aus rundem Eisen, schwarz,
6. Sitz 50 ctm hoch, Lärchenholz, geschweift,
7. Verhältnis des Kreuzstammes 35/22,
8. Höhe vom Boden bis zur Spitze 7 mtr.
9. Höhe des Sockels vom Boden weg 1,50 mtr.
10. Höhe des Ganzen 8,00 mtr.
hergestellt werden.

In besonderer Weise hat sich unser liebes Mitglied Herr Neumayer durch praktische Vorschläge bei dieser Berathung ausgezeichnet, und verdanken wir ihm sehr viel in dieser Richtung.

Vorstand Carl Reinhard theilt mit, daß Freunde des Vereines auf seine Bitte hin, in Leipzig für das Kreuz gesammelt und Mark 52,- eingesandt haben.

Die Namen der verschiedenen Geber werden nach Abschluß der Kreuzrechnung in die Chronik eingetragen. -

Schluß der Ausschußsitzung 6 Uhr.

 

Am Sonntag den 29. Mai 1892
1. Ausschußsitzung

Anwesend: Herren Carl Reinhard, Grieblinger, Greif, Holl, Pichler, Reiffenstuel, Kleinmayer, Popp und Theodor Meumayer München.

Beschlußfassung über Festordnung, Druck von Plakate, Beginn des Aufbringens der Theile des Wallbergkreuzes. Herr Grieblinger gab bekannt daß voraussichtlich Hochw. Herr Domkapitular Kirchberger aus München, die Einweihung des Wallbergkreuzes übernehmen werde, welche Nachricht mit Freuden aufgenommen wurde.

Vorstand Reinhard verlas einen Brief von Herrn Hofstrumpfwarenfabrikant Deuninger aus München, in welchem letzterer mehrere Herren und Damen zur Aufnahme empfiehlt und zugleich eine Einladung an den Verein ergehen ließ, dem Bade Kreuth, woselbst die Herrschaften zum Sommeraufenthalt waren, einen Besuch abzustatten und letzteren einen vergnügten Nachmittag zu bereiten.

 

Ausschußsitzung am 29. Juli 1892 im Gasthause des Herrn Plendl in Rottach

Anwesend: Reinhard, Grieblinger, Greif,Popp, Hall, Kynast, Pichler, Reiffenstuel, Kynast, Kleinmayer Joh.

Besprechung über Inangriffnahme der Vorarbeiten zur Aufstellung des Kreuzes auf dem Wallberge. Auftrag an den Maurer Miller Fidel und Grieblinger Benedikt zum Bau der Fundamentierung.
Beratung über Aufbringung der weiteren Kreuzesteile.

 

Sitzung des Ausschusses den 4. August 1892.

Anwesend alle Ausschußmitglieder

Vorstand Reinhard theilt mit, daß die unangenehme Nachricht eintraf, daß wir die Bewilligung zur Aufstellung des Kreuzes auf den Wallberg vorläufig nicht erhalten können.

Worauf Herr Neumayer aus München und Vorstand Reinhard ersucht wurden bei Sr. Kgl. Hoheit dem Prinzregent Luitpold von Bayern, und seiner hohen Königl. Regierung von Oberbayern schriftliche resp. Persönliche Gesuch um Bewilligung einzureichen.

Herr Th. Neumayer erbot sich hauptsächlich die Sache in die Hand zu nehmen. Etwas hoffnungsvoller als der Ausschuß zusammen trat, ging derselbe auseinander, im Hinblick auf das noble Herz unseres Durchlauchtigsten Landesvaters, S. kgl. Hoheit Prinzregent Luitpold von Bayern, und begleitet von den Wünschen des gesamten Ausschusses trat Herr Neumayer diesen gerade nicht leichten Weg nach München an.

 

Als durch Herren Neumayer und Reinhard je eine schriftliche Eingabe an S.K. Hoheit den Prinzregenten, und an seine kgl. Regierung von Oberbayern gemacht ward, begab Herr Neumayer sich noch persönlich zu Herrn kgl. Forstrat Heiß in München um da noch gute Worte für unsere Sache einzulegen, welche auch von gutem Erfolg waren, den Herr k. Forstrat legte selbst Hand an um diese Schwierigkeiten überwinden zu helfen, wofür dem Herrn hier dankend gedacht sein möge.

Nach einigen Tagen konnte Herr Neumayer die erfreuliche Kunde geben, daß alles in Ordnung sei.

 

Trotzdem stellte sich uns noch eine weitere bedeutende Schwierigkeit in den Weg, welche zu überwinden sich gerade nicht leicht zeigte.
Durch das kgl. Forstamt Tegernsee wurde mitgeteilt, daß S. kgl. Hoheit Herzog Carl, in Hinsicht auf dem von S.K. Hoheit gepachtete Jagd, die Aufstellung des Kreuzes nicht bewillige. Herr Vorstand Reinhard und Herr Neumayer suchten bei seiner kgl. Hoheit um Audienz nach, welche mit knapper Noth genehmigt wurde.
Beide oben genannten Herren wurden im Vereine mit Herrn Bürgermeister Niggl von Tegernsee zur Audienz bei Sr. k. Hoheit vorgelassen, und nach dreiviertelstündiger Besprechung schließlich die Genehmigung zur Aufstellung des Kreuzes zu erhalten, mit der Bedingung, daß keine Bergfeuer abgebrannt, und keine musikalischen Aufführungen stattfinden dürfen.

Mit Bangen wurde von den Wallbergern und der gesamten Einwohnerschaft das Resultat der Audienz erwartet. und nachdem dasselbe zu unseren Gunsten ausfiel, unter hellem Jubel mit der Vorbereitung des schon sehr nahestehenden Festes begonnen.

 

Seine Kgl. Hoheit Prinz Regent Luitpold von Bayern

geruhten laut anruhendem Schreiben aus S.K. Hoheit Geheimkanzlei, die Aufstellung des Wetterkreuzes auf dem Wallberg zu genehmigen.

 

 

 

München den 8. August 1892

Betreff: Die Errichtung eines Wetterkreuzes auf dem Wallberg

Der Vorstandschaft des Vereines "Die Wallberger" beehre ich mich mitzutheilen, daß Seine Königliche Hoheit der Prinz-Regent von der Immediat-Vorstellung zum 31 v. Mts. Allerhöchst Kenntriß zu nehmen geruhten und dem hier in Frage stehenden Unternehmen sympathisch gegenüberstehen; nachdem jedoch laut Mittheilung der k. Kreisregierung von Oberbayern inzwischen bereits die zuständige Genehmigung dieser Kreisstelle ertheilt worden ist, war für Seine Königliche Hoheit den Prinz-Regenten ein Anlaß zu weiterem Eingreifen in der Angelegenheit nicht mehr gegeben,

Mit vollkommenster Hochachtung

Frhr. von Toller
Generalmajor, Generaladjutant.

 

An
die Vorstandschaft des Vereins
für Erhaltung der Volkstrachten
"Die Wallberger"
Egern-Rottach.

 


Kreuzeinweihung am 15. August 1892

Sonntag den 15. August 1892 Vormittags 9 Uhr versammelten sich die Wallberger und letzten Festgäste "d´Schraufa" zur geselligen Unterhaltung im Garten des Herrn Max Bachmair in Egern und besprachen sich bei Bier und Zitherklang die Ereignisse der vergangenen Tage. Was war die letzten Tage geschehen? Am 14. August 1892 war die Einweihung des Kreuzes auf dem Wallberg, aber wie kam es dazu?

In der Chronik zum 100 Jährigen heißt es: "Es war am Nachmittag des 8. Novembers vorigen Jahres, als drei Mitglieder unseres Vereins, darunter unser allseitig verehrter Freund Herr Theodor Neumayer aus München, zusammen über den See ruderten. - Die Sonne breitete ihren letzten Schimmer auf die schneebedeckten Höhen und vergoldete den Gipfel unseres Lieblingsberges. Damals entsproß Herrn Theodor Neumayer der glückliche Gedanke, auf dieser Höhe ein Kreuz zu errichten. Begeistert von dieser schönen Idee, wurde die Ausführung von dem Ausschuß unseres Vereins alsbald in Berathung gezogen, bzw. in Angriff genommen."

Die letzten Theile und Theilchen waren durch die wackeren Mitglieder des Vereines, auf die Spitze des Wallberges verbracht und konnte der Erbauer des Kreuzes Herr Schlossermeister Josef Popp von Tegernsee am 7ten August die Aufstellung des Kreuzes beginnen, nachdem die Maurer Fidelis Miller und Benedikt Grieblinger, beide von Rottach, die Vertiefung von 1 Meter 30 im Geviert für das Fundament hergestellt hatten.

Zimmerpolier Sales Gloggner von Hagrain stellte das 12 Meter hohe Gerüst auf, welches weit über die Spitze des Berges hinaus ragte. Durch neblige, naßkalte Witterung und Nebel wurde die Arbeit der Aufstellung sehr erschwert, wurde aber Dank der wackeren Arbeiter und ihrer Leiter äußerst wenig unterbrochen.

Während des Baues war wie schon gesagt der Gipfel des Wallberges in eine Nebelkappe gehüllt, wodurch sich der Fortgang der Arbeiten größtenteils den erwartungsvollen Blicken der Thalbewohner entzog. Wohl noch nie ist da so oft nach der Wallbergspitze während des Tages geblickt worden, als in den Tagen der Erbauung.

Freudig erregt waren da die Gemüther, als der Nebel von Zeit zu Zeit vom Winde zerrissen Durchblick auf das in die Höhe wachsende Kreuz, und das, dasselbe umgehende 12 mtr. hohe Gerüst auf dessen Spitze Herr Neumayer eine Flagge angebracht hatte, gestattete.

 

Der 13. August, der Tag an welchem das Kreuz bestimmt fertig gestellt sein mußte, war angebrochen.

Mit verdoppeltem Eifer arbeiteten alle an der Aufstellung Beteiligten um das schöne erhabene Denkmal zu vollenden.

Ein herrlich sonniger Tag war den Arbeitern zu Gunsten, und konnte man am Abend um 5 Uhr das von dem Gerüste befreite Kreuz in den Abendsonnenstrahlen blinken sehen. In sausender Geschwindigkeit eilten die Erbauer dem Festplatze bei dem Gasthause zum Glasl in Oberach zu.

Schon den ganzen Tage wurde an der Herstellung des Platzes gearbeitet, und war die Nacht noch nicht angebrochen, als sich die ersten Festgäste, der Gesangverein "Die Bären" aus München anmeldeten. Herr Neumayer, und viele Mitglieder waren bemüht den Platz auf das Schönste zu dekorieren. Eine haushohe "Daxwand" erhob sich gegenüber dem Eingang von welcher sich auf dunkelgrünem Hintergrund ein weißes 4 mtr. hohes mit Lichtern beleuchtetes Model des Wallbergkreuzes abhob, und weit über die Umgebung hinaus sichtbar war.

Sechzehn Feuerkörbe, von denen einen Teil Herr Schmiedmeister Leonhard Fröhlich, Schmiedmeister aus München in hochherziger Weise verfertigte, und viele farbige Lampion, spendeten ihr Licht und gaben dem ganzen ein prachtvolles erhebendes Aussehen.

Mittlerweile hatte sich der Festplatz mit geladenen Vereinen, Mitgliedern und Freunden des Wallberg Vereines vollständig gefüllt, und brauste Punkt 7 Uhr der erste Marsch unserer Tegernseer Musikkapelle, von erhabener Tribüne welche mit ihrem weiß gestrichenen Geländer und Treppen, das Aussehen eines Marmorbaues hatte, hernieder.

Nun bestieg Herr Vorstand Reinhard die Bühne um die Anwesenden mit warmen Worten zu begrüßen. Zum Himmel anstrebendes Feuerwerk verherrlichte diesen Akt und bekräftigte seine Worte. Herr Jakob Glos aus München, welcher eine sehr schöne Hymne auf das Kreuz verfaßte, betrat nun die Höhe und sprach in begeisternden Worten über dasselbe.

Nach diesem ergriff ein Herr Baron von Löffelholz das Wort, in dem er seine Freude über das Bestehen und Gedeihen des Vereines, und sein Lob über das Gelingen des schönen Unternehmens ausdrückte, und auf das weitere Blühen des Vereines ein dreifaches Gut Heil ausbrachte, in welches dauernd eingestimmt wurde.

Wiederholt hatte die wackere Capelle schöne Musikstücke, und die "Bären" seelvolle Lieder zum Besten gegeben, nun bestieg Herr Theodor Neumayer aus München das Piedestal für warme Herzen und richtete an den Verein "Die Wallberger" warme tiefgefühlte, aufmunternde Worte, und indem er auf ein festes treues Zusammenhalten für die gute Sache, und aufrechter Haltung des Wahlspruches der "Wallberger" "Treu dem guten alten Brauch" sein vollstes Vertrauen kundtat, entrollte er eine sehr schöne weiße Fahne, welche an Herrn Vorstand C. Reinhard mit dem begeisterten Wunsche, der Verein möge fest und treu zur Fahne stehen, übergab.

Mit hellem lauten Jubel der Freude und der Überraschung erfüllte sich die Luft, und gehobener Stimmung dankte jedes Mitglied im Stillen Herrn Neumayer für seine gute Meinung und das schöne Geschenk.

Auch noch ein Werk war auszuführen, und noch einmal ergriff Herr Neumayer das Wort, um im Namen des Vereines "Die Wallberger" unserm rührigen, unermüdlichen und uneigennützigen Herrn Vorstand Carl Reinhard den Dank für sein bisheriges Wirken auszusprechen, und verbunden mit dem herzlichen Wunsche Herr Reinhard möge dem Vereine immerhin bleiben was er demselben bisher war, übergab ihm Herr Neumayer ein Medallion in Form des Vereinszeichens, auf welchem auf der Vorderseite die Worte "Treu dem guten alten Brauch" und auf der Rückseite: ? eingeprägt waren.

Nachdem nun die Fahne an den Verein übergeben war, wurde an die vor der Gesellschaft "Schraufa" aus München mitgebrachte Standarte ein Entsprechendes Fahnenband befestigt, wofür Herr Mendler seinem Dank im Namen der Gesellschaft für die Dekoration, und auch für freundliche Aufnahme Ausdruck gab, und zugleich die Fahne mit einem schönen Fahnenband bereicherte.

Unser unvergeßlicher, leider nun in weiter Ferne weilender vormaliger Schriftführer Herr Max Reinhard, bereitete dem Vereine eine große Überraschung , indem er uns ein wunderschönes Band mit dem Hamburger Stadtwappen geziert, zur Verschönerung der Fahne übersendete.

Herr Carl Seiler, Vorstand der "Schraufa" München sprach begeistert seinen Dank aus für die freundliche Einladung, und drückte den herzlichen Wunsch aus beide Vereinigungen mögen immer in den angebahnten Beziehungen bleiben.
Herr Sieder Großhändler aus Nürnberg, sprach seine Freude und Dank im Namen der anwesenden Fremden, in wirklich warmer liebevoller Weise über die Aufnahme und das Entgegenkommen den letzteren gegenüber von Seite der Wallberger Vereines und der hiesigen Bevölkerung aus, und brachte ein dreifaches Hoch auf das kgl. Haus Bayern, und seinen Repräsentanten, unseren liebenswürdigen hochherzigen Landesfürsten Prinzregent Luitpold von Bayern, aus in welches die Anwesenden begeistert einstimmten, und die von Musik gespielte Königshymne entblößten Hauptes gesungen wurde.

Nach diesen erheben von Theilen des Festes wurde zum ländlichen Tanz geschritten, und bald drehten sich die munteren Burschen und Dirndl´n in fröhlichster Stimmung nach den heimischen Weisen der Ländler und Walzer.
Mitternacht war längst zu den vergangenen Stunden zu zählen, als die Menge sich zu lichten begann, und Gäste, Glück und Zufriedenheit auf den Gesichtern, nach und nach ihren Heimstätten zueilten.

 

Haupt-Fest-Tag - Weihe des Kreuzes

Ein schöner herrlicher Tag, der Sonntag Morgen des 14. August 1892 war angebrochen, kaum vergoldete die Sonne die Gipfel der Berge mit ihren Strahlen, waren auch schon die "Wallberger" auf den Beinen, und eilten der Kirche zu, den Festtag mit einem heiligen Amte zu beginnen. Geschart um die Fahne zogen sie hin zu dem Gotteshause, um dort Gott zu danken für das Gelingen des schönen Werkes, der Kreuzaufstellung.

Nach Beendigung des Gottesdienstes schritt Herr Neumayer den Mitgliedern mit Fahne voran, dem Grabe des unvergeßlichen Herrn Max Reinhard sen. zu, um mit schlichten rührenden Worten dessen zu gedenken, der soviel im alpinen Interesse wirkte und auch die Grundidee zur Gründung des Wallberger Vereines in die Herzen seiner beiden Söhne legte. Leider war es ihm nicht mehr gegönnt mit irdischen Augen die Verwirklichung seiner Gedanken in der gegenwärtigen Größe zu schauen. Tief bewegt umstanden die Anverwandten das Grab, auf dem nach dreimaligen Fahnengruß ein Kranz niedergelegt wurde.

Gleich Wallfahrern stürmten die Festgäste von Nah und fern, und die Bewohner der umliegenden Thäler dem Wallberg zu, um dem Haupttheile des Festes, der Kreuzeinweihung beizuwohnen.

Von der Portneßalpe herauf bewegte sich eine kleine Gruppe, in deren Mitte der ehrwürdige Priester und warme Freund des Tegernseer Thales und seinen Bergen, der hochwürdige Herr Domkapitular Kirchberger aus München, ein geborner Tegernseer, welcher uns die hohe Ehre schenkte, die Einweihung des Kreuzes zu übernehmen. Freude und Dank erfüllte die bereits massenhaft Anwesenden, als Sie diesem edlen Seelenhirten die ersten Begrüßungsworte auf der Spitze des Wallberges zurufen konnten, und beseelt von andächtigen Gefühlen versammelte sich die Menge um das Kreuz.

 


Feierliche Stille umgab die Anwesenden, da trug der leise Morgenwind die herrlichen Weisen des Liedes "Das Felsenkreuz" aus den goldenen Kehlen der wackeren "Bären" hinaus in das Unendliche.

Mit entblößtem Haupte und andächtigen Blicken lauschten die Versammelten den schönen Klängen. Nachdem der letzte Ton verhallt, erhob Herr Domkapitular Kirchberger das Wort, am Sockel des Kreuzes stehend, gestützt auf einen Bergstock, im vollen Ornate, und sprach schöne warme Worte über die Bedeutung der Bergkreuze, und des Wallberger Vereines. tief bewegt und durchdrungen von den mit heiligem Hauche umgebenen Worten des ehrwürdigen Priesters umstand die Bevölkerung denselben, heilige Andacht umwehte die Spitze des Wallberges und jeder Augenblick erinnerte an die Bergpredigt.

Nach Beendigung der Predigt, nahm Hochwürdiger Herr Kirchberger die Weihe des Kreuzes vor. Ein tausendfaches "Vergelt´s Gott" wurde ihm hiefür gebracht.
Noch einmal erhoben die "Bären" ihre Stimme und in gewaltigen Tönen rauschte das Lied "O, Sanetissimo" durch die Lüfte.

Nun ergriff Herr Jakob Glas aus München das Wort und begrüßte das neu geweihte Kreuz mit in Versen gegebenen Worten. Diese Worte widmete Herr Glas den Wallbergern auf Karten, umgeben von sehr gelungener Aquarellmalerei.

 

Sei uns willkommen Du göttliches Siegeszeichen,
Zum ersten Male stehen an Deinem Stamme wir;
Ein Verein von biedern guten Menschen,
Setzte Dich auf diese Stätte hier.

Am schönsten Orte sehen wir Dich hier stehen,
Wo Gottes Allmacht weithin sichtbar ist;
Seine Weisheit uns zur Andacht stimmet,
Der Himmel Dich mit heiligem Thau begießt.

Blicke milde von des Wallbergs hoher Warte
Hinab ins Thal, ins schöne Land hinaus;
Auf das Heim der Menschen, die Dich verehren,
Gieße Deinen reichsten Segen aus.

Ja, hier oben wohnt der wunderbare Friede,
Wo Dich die Morgenröthe sanft umschließt;
Wo Gottes Odem immer Dich umwehet,
Der Sonne erster Schimmer Dich begrüßt.

Sei froh begrüßet heute von uns Allen,
Du schmucker Hochaltar, beschützt von Gottes Hand;
Erhabene Krone auf des Wallbergs Spitze,
Du neue Zierde für das Alpenland.

O lehre uns, Du Zeichen unseres heiligen Glaubens,
Daß in Dir allein nur Heil und Hoffnung ist;
Du bist das Symbol der ewig reinen Liebe,
Die uns den reichsten Lebensborn erschließt.

O schirme Alle, die Deinen Fels ersteigen,
Stärke sie, die ruhen bei Dir aus:
Ermuntere Alle, die vertrauend auf dich blicken,
und segne Bayerns hohes Königshaus.

 

Herr Vorstand Reinhard dankte im Allgemeinen für die Betheiligung und Mitwirkung. Herr Reiffenstuel toastete auf das kgl. Haus Bayern, und Herr Grieblinger auf das herzogliche bayrische Haus, in welche beide Toaste die Anwesenden mit Begeisterung einstimmten.

Die Feier war nun beendet und raschen Schrittes ging es der Obermayerischen Hütte zu. Als man sich eine Flasche braunes Naß hinter das Halstüchl gegossen, wurde zum Aufbruch nach Enterrottach geblasen, um mit Festzug einzumarschieren und den übrigen Theil des Festtages da zu verbringen.

Froh und wohlgemuth ging es zu Thal und an der Taferlwand wurde gesammelt und der Festzug aufgestellt. Eine endlose Reihe schlängelte sich die Straße entlang, mit geschulterten Bergstöcken, und wurde die muntere Schar mit lauten Juhezern empfangen.

Auf dem schönstens dekorierten Festplatz ließ man sich gemüthlich nieder, und begannen Tanz, Schießen, Glückshafen und verschiedene ländliche Spiele. Abends wurde das Haus des Enterrottacher ringsum beleuchtet, Raketen und Feuerräder wechselten mit bengalischen Lichtern, und ein lebensgroßes Wallbergermiedei lachte von einem Transparent auf das fidele lustige Völklein herunter. Die Fröhlichkeit und Heiterkeit hatte ihren Höhepunkt, da machte auch Morpheus seine Rechte zum größten Theil geltend, und friedlich und guten Mutes ging es nach Hause.

Wieder war ein Tag vollbracht, ein Tag voll Freude und  Glückseligkeit, welcher allen die ihn geschaut haben, in steter Erinnerung bleiben wird.

 

Herr Theodor Neumayer publizierte die eingelaufenen Telegramme und Glückwünsche

Telegramm an Herrn Carl Reinhard Rottach den 14.8.1892 11 Uhr 30 Min. Mittag

Hoch erfreut danke ich herzlichst für freundliche Begrüßung der Wallberger wünsche Ihren Bestrebungen beständ. Erfolg und bitte sich meiner unverminderten freudigen Theilnahme versichert zu halten

Luxburg Graf

 

Seine Excellenz Hochwürdigster Herr Erzbischof Antonius von München-Freising sandte umstehendes Handschreiben, nachdem von S. Excellenz schon Mk. 10,- als Beitrag zum Kreuz an "die Wallberger" überwiesen waren.

 

Von Sr. K. Hoheit dem Prinz-Regenten Luitpold und Sr. K. Hoheit Herzog Carl sind umstehende Telegramme eingelaufen (Telegramme fehlen).

 

Herr Garteningenieur Josef Deil in St. Quirin ein sehr begeistertes und eifriges Mitglied hatte die Freundlichkeit nachstehendes Gedicht auf das Wallbergkreuz zu verfassen, dasselbe im "Seegeist" zu veröffentlichen und in schönem altdeutschen Druck ausführen zu lassen.


"Deutsche Worte"

zur
Erinnerung an die schöne Feier der Einweihung
des Kreuzes
auf dem Gipfel unseres Wallberges
am
14. August 1892

Nun Gott sei Dank, es ist vollbracht, das Werk, das uns am Herzen lag;
Jetzt steht es herrlich aufgebaut, - erschaut, geweiht am lichten Tag.
Weit über alles deutsche Land bis an des Weltmeers Wogenbraus
Weht heut ein Hauch voll Alpenduft, von echter, deutscher Art hinaus.
O daß er alle Herzen wahr entzünden könnt' mit hehrer Sprache,
Treu mitzuwirken Hand in Hand für unsere große, schöne Sache.

Es lärmt die Welt voll Lug und Trug, füllt Thal und Wald mit gift'gem Rauch;
Es lauern Feinde überall uns zu entfremden altem Brauch.
Der biederen Sitten Poesie, des Volkes fromme Denkungsart,
Das schlichte Lied, in dem voll Lust Gemüth und Innigkeit gepaart
Die Mode zu zerstören sucht und Lebeweisen seichte, flache - Zurück!
Wir kämpfen treu und stark, vereint für uns're edle Sache.

Du treuer Berg, du fester Stein, schau mahnend stets auf uns herab;
Wenn draußen Biederkeit und Treu, alt-deutsches Wesen sinkt in's Grab,
Dann steh'n wir treu zum alten Brauch, den du erschaut seit grauer Zeit.
O treues Tegernsee'rland, du Hort des Reiches Herrlichkeit,
Glück auf! Nur stets auf Gott vertraut, wir fürchten weder List noch Rache:
- Es strahlt das Kreuz im Morgenglanz hoch über uns'rer heil'gen Sache.

Ein junger Wallberger "Jung Deutschland".

 

Ausschuß-Sitzung den 20. August 1892

Auf Antrag des Herr Th. Neumayer welcher durch Sammlungen die größte Summe für das Wallbergkreuz beibrachte, wurde beschlossen einen Betrag von Fünfhundert Mark für Erhaltung des Kreuzes in der Vereinskasse niederzulegen. Diese Summe wurde in Pfandbriefen angelegt, und darf für Vereinszwecke niemals verwendet werden.

 

Herr Kunstmaler Toni Aron aus München malte ein Ölgemälde zu Erinnerung an die Aufstellung des Wallbergkreuzes, dem die untenstehende Reproduktion entspricht.

 


Zu Gunsten des Wallbergkreuzes wurden verschiedene Aktivitäten unternommen.

Am Sonntag den 19. März 1893 veranstaltete unser Mitglied Herr Kynast, Zitherlehrer und Vorstand des hiesigen Citherclubs unter Mitwirkung der hiesigen Zitherspieler und Dilettanten, zu Gunsten des Wallbergkreuzes ein Concert mit Aufführung von komischen Vorträgen, im vergrößerten Saale des Herrn Plendl in Rottach.

Das wir für derlei Aufführungen ein dankbares Publikum besitzen, bewies auch die zahlreiche Betheiligung von hiesigen und Tegernseer´n Anwesenden sowie der nie fehlenden Kreuther.

Es wurde nach Abzug der Unkosten der Überschuß von M ? erzielt.

 

Im Verlaufe des Monat April 1893 unternahmen es mehrere Mitglieder des Vereines, zum Besten des Wallbergkreuzes ein oberbayrisches Volksstück "Der Protzenbauer" zur Aufführung zu bringen, was auch unter Leitung des Mitgliedes Herr M. Dengg vortrefflich gelang, und zwar so, daß die Gesellschaft zu einer Aufführung in Tegernsee veranlaßt wurde.

 

Bei der Ausschußsitzung am 4. Mai 1893 berichtete der Vorstand über Abrechnung das Kreuz betreffend. Die Ausgaben für Kreuz, Fest Tanz zur ? und dgl. belaufen sich auf Mark 2200,00.

Ausbesserung des Sockels und Wiederbefestigung der Drahtseile des Wallbergkreuzes.

Unter den Witterungsunbilden der langen Jahre und zum Teil auch durch Mutwilligkeit unvernünftiger Bergsteiger war an den Grundfesten des Wallbergkreuzes, dem schönen Wahrzeichen unseres Vereins großer Schaden entstanden.

Die Sockelmauer war fast abgebröckelt und die Verankerung stark gelockert. Wohl wurde schon zur Zeit der Errichtung des Kreuzes ein Fond von 500,- Mark in Pfandbriefen zur Erhaltung desselben hinterlegt, der aber ein Opfer der Inflation wurde. Nun müssen die Reparaturkosten von der Vereinskasse selbst getragen werden.

Um den ohnehin mageren Vereinssäckel zu schonen, fanden sich schnell Mitglieder, die durch Schenkung von Material die Sache bedeutend erleichterten. Es stifteten Herr Wöß Xaver, Weißach 2 Zentner Zement sowie den notwendigen Stacheldraht zum Umwickeln der Ankerseile, die Herren Hoffmann, Tegernsee und Erlacher Anton je 2 Zentner Zement; Herr Grauvogl Aug., Rottach eine Eisenkette und die Herren Bachmair, Weißach und Frei Georg Kaindlbauer,Weißach den erforderlichen Sand. Den Transport sämtlichen Materials bis zum Wallberghaus, übernahm ebenfalls unentgeltlich Herr Franz Hagn Schlemmbauer in Oberach.

Nun galt es einen Tag festzusetzen, an dem die Arbeit vorgenommen werden konnte und das war ein schwieriger Punkt in Anbetracht der fortwährenden regnerisch und naßkalten Witterung.

Zu diesem Zweck rief unser unermüdlicher Vorstand Schiffmann am Freitag den 25ten Juni im Vereinslokal eine Ausschußsitzung ein, zu der auch Mitglieder geladen waren, die sich schon zur Mithilfe bereit erklärt hatten. Um eine weitere Verzögerung zu verhindern wurde beschlossen die Arbeit gleich am nächsten Tag, Samstag den 26. Juni ohne Rücksicht auf die Witterung zu bewerkstelligen. Die Maurerarbeit übernahm Herr Betz Hans, Hagrain, Herr Max Mayr Weißach erklärte sich bereit, Sand und Zement bis zur Hintermaurerhütte mit seinem Tragtier zu transportieren.

Somit war alles gut vorbereitet und anderntags beim Morgengrauen wurde es am Sammelpunkt beim Glasl in Oberach schon wieder lebendig. Trotzdem über Nacht Neuschnee gefallen war und der Anblick nicht besonders einladend war, hielten die Wallberger ihr Wort. Fast sämtliche Ausschußmitglieder und einige Burschen von Rottach und Oberach hatten sich versammelt; 15 Mann stark mit Almkraxen und Wasserbutten ausgerüstet, begann um 3/4 5 Uhr der Aufstieg.

Am Unterkunftshaus angekommen, richtete sich ein jeder seinen Muckel zurecht und schwer bepackt gings dem Gipfel zu. Nun begann ein geschäftiges Treiben, Zement-, Sand- und Wasser tragen und Steine herbei schleppen, waren keine leichten Arbeiten bei dem vorhandenen Dratsch und kosteten gar manchen Schweißtropfen. Aber ein jeder tat es gern in dem Bewußtsein, haben doch die Alten viel mehr geleistet vor 34 Jahren, als das Kreuz errichtet wurde. Nach gut vierstündigem Schaffen war auch alles fix und fertig.

Froh und zufrieden über die getane Arbeit wendete man sich wieder bergabwärts. Eine Maß Bier im Wallberghaus und hernach beim Glasl ließ sich jeder wohl schmecken, zumal unser lieber Säcklwart Her Schätz für diesmal die Rechnung beglich.

Verschiedenen Anregungen von Sachverständigen zufolge, entschloß sich die Vereinsleitung, das Kreuz noch frisch streichen zu lassen, einerseits um es zu verschönern, anderseits dasselbe gegen Einfluß von Nässe zu schützen. Auch in dieser Sache fanden sich bald freiwillige Spender: Herr Malermeister Schweizer stiftete sämtliches Silber mit Tinktur, Herr Weilhammer August die Grundfarbe Bleiweiß und Herr Popp Andreas, Rottach 5 Büchl Gold.

Das eingetretene trockene und warme Spätsommerwetter zeigte sich ganz vorzüglich zur Ausführung dieser Arbeit und wurde dieselbe Herrn Otto Adlbert, Maler in Tuften übertragen. In fast 4 Tagen hatte Herr Adlbert die schwierige und äußerst gefahrvolle Arbeit zur vollsten Zufriedenheit ausgeführt, wofür ihn und Allen, die sich durch Hand- und Spanndienste beteiligt, sowie ganz besonders den Spendern von Material und Farbstoffen an dieser Stelle dankend gedacht sein möge.

Bei der Ausschußsitzung am 26. März 1928 wurde beschlossen, den neuerlichen Schaden am Wallbergkreuz, das ein heftiger Sturmwind ganz bedenklich auf die Seite neigte, sobald als möglich auszubessern.

Es fanden sich auch bald einige fachkundige, vereinstreue Mitglieder, die sich bereit erklärten, die Arbeit unentgeltlich zu bewerkstelligen. Auch leisteten mehrere Geschäftsleute finanzielle Unterstützung, so daß die notwendigen Ausgaben gedeckt werden konnten.

Schon den 1. April gings dem Wallberghaus zu, von da aus mußten dann noch die Geräte und verschiedenen Werkzeuge mitgeschleppt werden. Am Gipfel angelangt, stand eine schwere Arbeit bevor. Die Sockelauffüllung mußte hochgezogen werden, um in die Innenkonstruktion des Kreuzes zu gelangen. Der Umfassungsgürtel der kleinen Teilschienen hatte sich nämlich gelockert und mußte wieder befestigt werden, während das Übrige mittels Schweißapparat dingfest gemacht werden konnte.

Durch kräftiges Zusammenarbeiten aller Beteiligten unter Beihilfe des I. Vorstands ging die Sache gut vonstatten, so daß schon in den Nachmittagsstunden unser stolzes Wahrzeichen wieder neu befestigt in das Tal grüßte.

Herzlichen Dank aller Wallberger gebührt all denen, die durch Hand- und Spanndienste, sowie durch Geldspenden, das ihre beitrugen, zum Wohle und Ansehen des Vereins.

40 Jahre Wallbergerkreuz

Ehren-Abend am 6. August 1932

Nachdem sich der Verein bei der Seebeleuchtung beteiligt hatte, fand man sich hernach im Gasthof Seerose zu einem Ehrenabend ein.

Es galt diesmal verdiente Mitglieder, die vor 40 Jahren bei der Kreuzaufstellung beteiligt waren, besonders zu ehren. Die Kapelle Guggn Sepp leitete den Abend mit einem schneidigen Marsch ein. Hierauf ergriff Vorstand Schiffmann das Wort und begrüßte alle Anwesenden, besonders Ehrenvorstand Reinhard, Schlossermeister Popp und alle übrigen Jubilare. Vorstand Schiffmann bedankte sich in längeren Worten namens des Vereins denen, die bei der Errichtung des Wallbergkreuzes mit Rat und Tat mitgeholfen hatten. Auf ein Dreifaches Hoch dieser Männer und nach einem Musikstück kam man zur eigentlichen Ehrung.

Es erhielten das neue Ehrenzeichen, die höchste Auszeichnung des Vereins für hervorragende Dienstleistung die Herren
Carl Reinhard Egern
Joseph Popp Tegernsee
Hugo Brandl München
Theodor Neumeier München
Hans Betz Hagrain

Ferner wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt die Herren
Kandlinger Korbinian sen. Brandstatt
Kandlinger Peter sen. Rottach
Schiffmann Peter Schwaighof
Friedinger Joseph Tuften
Adlbert Quirin Tuften
Ökler Leonhard Rottach
Hagn Joseph Rottach
Foisinger Mathias Weißach
Lechner Joseph Rottach
Kreuz Wolfgang Kalkofen
Berghammer Stefan sen. Hagrain

Joseph Popp bedankte sich für seine Person und im Namen der übrigen Jubilare für die Ehrung und wies dabei erinnernd auf die Entstehungs- und Erinnerungsgeschichte des Wallbergkreuzes hin. Er sprach seine Freude über und seine Wünsche für den Wallbergerverein mit herzlichen Worten aus.

Carl Reinhard schloß sich ganz seinem Vorredner an und überreichte zum Schluß ein künstlerisch wertvolles Fahnenband mit schöner Stickerei, das den Wallberggipfel im Schnee darstellt und darunter das Kreuz in einer wirkungsvollen Umrahmung bringt. Schiffmann bedankte sich im Namen des Vereins Herrn Reinhard für das wundervolle, schöne Geschenk.

Musikstücke und Gesangseinlagen umrahmten die würdige Feier bis spät in die Abendstunden. Die Beleuchtung des Wallbergkreuzes konnte infolge zu starken Nebels nicht stattfinden.

 

40 jähriges Jubiläum des Wallbergkreuzes und Wallbergerfest am 7. August 1932

Der Haupttag der Wallberger war angebrochen. Ein seltenes Fest das der Verein feiern konnte. 40 Jahre sind es nämlich, daß der Verein, der damals erst einige Jahre zählte, das Kreuz auf den Wallberggipfel unseres schönsten Berges des Tegernseer Tales errichtet hat. Wahrlich ein schönes Werk, das unter Führung des Vorstandes Reinhard geschaffen worden ist, wenn man bedenkt, wie schwer daß damals der Transport hinauf zum Wallberggipfel war so muß es unbedingt als eine sehr große Leistung eines Vereins bezeichnet werden. Darum sei allen treuen Mithelfern, seien sie schon längst gestorben oder sind sie noch am Leben, die zum Gelingen des guten Werkes beigetragen hatten nochmals der wärmste Dank ausgesprochen.

So fand am Sonntag den 7. August in der Pfarrkirche Egern eine hl. Messe der Wallberger für die verstorbenen und gefallenen Vereinskameraden statt. Hernach versammelte man sich im Gasthof Glasl in Oberach. Da das Wetter nicht besonders gut war und es jederzeit zum Regnen herschaute, so war man Anfangs nicht so sehr für den Aufstieg zum Kreuz. Doch nach einer halben Stunde hatte sich das Wetter etwas gebessert und nun zog man los hinauf zum Wallbergkreuz, um dort die Feier würdig zu gestalten. Punkt 10 Uhr waren wir oben angelangt.

Ein Bläserquartett der Kapelle Maier (Guggn Sepp) leitete die würdige Feier mit dem schönen Lied vom Kreuzer "Die Kapelle" ein. Vorstand Schiffmann gedachte daraufhin in seiner Ansprache an alle, die vor 40 Jahren zum Gelingen dieses Werkes gute Dienste geleistet hatten, hauptsächlich Herrn Carl Reichard und Herrn Theodor Neumeier aus München, die damals auf diese gute Idee kamen und es trotz staatlicher Schwierigkeiten zur Verwirklichung brachten. Die Musik spielte wieder einen Choral. Alsdann betrat Frl. Uschi Strohschneider in festlicher Tracht den Sockel des Kreuzes und brachte den von Hugo Brandl verfaßten Prolog meisterhaft zum Vortrag. Es ist nur schade, daß den wunderschönen Prolog nicht mehr Leute bzw. Mitglieder gehört hatten.

Karl Reinhard, der es sich nicht nehmen ließ, trotz seines vorgerückten Alters zu Fuß den Wallberg bestieg, um der Feier beizuwohnen, dankte mit bewegten Worten für die ehrende Feier. manch junger Wallberger könnte sich an einem solchen Mann, der schon so vieles für den Verein getan und geleistet hat ein Beispiel nehmen. Zum Schluß spielte das Bläserquartett noch das altniederländische Dankgebet. Da wir keinen geistlichen Herrn bekommen konnten, mußten wir von einer hl. Messe in der Kapelle Abstand nehmen, und man zog gleich hinunter zum Wallberghaus.

Das Wetter hatte sich mittlerweile zu einem wundervollen Tag aufgetan und so konnten wir nachmittags das altherkömmliche Fest in Enterrottach abhalten. Um 1 Uhr brach man, nachdem man sich gut gestärkt hatte, auf nach Enterrottach. Bei der sogenannten Taferlwand stellte sich wie vor 40 Jahren ein festlicher Zug zusammen und unter verstärkter Musik gings nach Enterrottach zu.

Hier waren schon Sommergäste und Einheimische in Scharen gekommen, um dem altbekannten Wallbergerfest beizuwohnen. Ein enormes Leben kam bald in Gang. Unter schneidigen Ländlern und Walzern wurde geplattelt und getanzt, daß man eine helle Freude daran haben konnte. Zu den Volksbelustigungen zählten wiederum Fischstechen, Lanzenstechen, Stelzenlaufen und Eierlaufen, ferner war auch heuer wieder ein Glückshafen aufgestellt, bei dem jeder sein Glück um billiges Geld versuchen konnte.

Die Sonne die schon bald zu arg herunter blitzte, erzeugte großen Durst, so daß sich bis zum Abend eine recht lustige Stimmung entwickelte. es war ein wirklich echtes, oberbayrisches Heimatfest. Den Wallbergern wird dieser Tag in dauernder Erinnerung bleiben.

 

Beleuchtung des Wallbergkreuzes

Das Wallbergkreuz, das letzten Samstag infolge schlechter Witterung nicht beleuchtet werden konnte, konnte am Samstag den 13. August, bei wunderschönem, nebelfreien Abend beleuchtet werden. Dank der Gebrüder Hans und Anderl Mannhardt, die ganz allein die Beleuchtung des Kreuzes übernommen hatten.

Feierliche Gedenktafel-Einweihung am Wallbergkircherl - 18. Juni 1950

Schlechtes Wetter war den "Wallbergern" beschieden, als sie an diesem Sonntag hinaufstiegen zum Kircherl, um ihrer gefallenen Kameraden zu gedenken. H.H. Pfarrer Kronast las die hl. Messe. Die heimischen Musikanten umrahmten die Feier. Hernach wuede die Gedenktafel enthüllt.

Unser Pfarrherr schilderte in kurzen Worten den Opfersinn dieser Gefallenen. Mag heute jeder denken wie er will, diese haben für die Heimat das größte Opfer gebracht. Anschließend sprach Vorstand Höß Peter im Namen des Vereins und legte einen Kranz nieder. Eine Abordnung des Corps "Vitruvia" war erschienen, um ihrer Gefallenen zu gedenken und und als sichtbares Zeichen einen Kranz niederlegten.

Nach Beendigung der kirchlichen Feier gings zum Wallberghaus, wo für Nachmittag eine Monatsversammlung angesetzt war. Diese verlief in angeregter Unterhaltung.

Vorstand Höß dankte im Namen des Vereins allen Helfern, sowie den Mitgliedern für die Geldspenden, welche es ermöglicht hatten dieses Denkmal zu schaffen.

Bei der Arbeit zur Anbringung der Gedenktafel, welche an der Nordseite des Wallbergkircherls angebracht ist, haben sich folgende Mitglieder zur Verfügung gestellt:
Erlacher Simon, Hatzl Hans jun., Hatzl Sepp, Winkler Lenz, Adlbert Simon jun., Unterberger Sepp jun., Birk Sepp jun., Hagn Hans, Strillinger Quirin, Kröll Schorsch, Kreidl Sepp, Waldenmaier Heini, Ringshofer Hardl jun. und Steinmetz Frank Hans Tegernsee. Walser Sepp dekorierte für den Tag der Einweihung.

 

März 1955

Im Laufe der Winterstürme wurde das Wallbergkreuz verbogen und die Ankerseile beschädigt. Waldenmaier Heinrich, Maier Albert, Karg Georg, Adlbert Simon und Höß Georg verstärkten die Verankerung, um schlimmeres zu verhüten.

 

Wallbergkreuz-Renovierung

Im Sommer heurigen Jahres fanden sich Mitglieder, die sich keine Mühe scheuen ließen, das beschädigte Gipfelkreuz in Gemeinschaftsarbeit zu retten.

Über sechzig Jahre steht nun dieses Kreuz auf Bergeshöh´ und trotzte vielen Stürmen und Gewittern. Wohl waren in den vergangenen Jahrzehnten Reparaturen notwendig aber diesmal war es bedrohlich. Die Verankerung an den Halteseilen löst sich meistens am brüchigen Fels. So mußte Sand, Zement und Wasser von der Bergstation aus bergwärts getragen werden. Der Materialtransport bis zur Endstation wurde von der Wallbergbahn durchgeführt.

Die Betonierungsarbeiten auf dem Gipfel unternahmen Berghammer Georg, Gsimsl Michl, Birk Sepp, Reiter Josef, Rösch Ludwig, Hatzl Egid, Mannhardt Josef und Brandl Franz. Mit Flaschenzügen, vom E-Werk Tegernsee bereitgestellt, wurde der geknickte T Träger gerade gebogen und die Verankerung befestigt. An diesen Arbeiten waren beteiligt: Karg Georg, Maier Albert, Lang und Unterberger.

Die Wallbergbahn AG, das E-Werk Tegernsee, sowie einige Spender und vor allem die Mithelfer selbst haben durch Gemeinschaft dem Verein und dem ganzen Tal einen guten Dienst erwiesen. Ehrenvorstand Peter Schiffmann war Organisator dieser Arbeit und Spender von Zement. Am schwersten war es wohl für ihn, die Verantwortung zu tragen zwischen Bergstation und Gipfel. Erschienen in der Tegernseer Zeitung unter Thema: "Sei tuats was!"

Da mit dem Wallbergfest zugleich auch die 70. Wiederkehr des Tages der Errichtung des Wallbergkreuzes gefeiert wurde, stiegen schon am Vortag beherzte Wallberger zum Wallberggipfel um ein Bergfeuer abzubrennen und um das schon einige Tage zuvor neu gestrichene Wallbergkreuz zu beleuchten.

Am Sonntagmorgen waren die Mitglieder schon auf dem Kreuzweg zum Gipfel zur Kranzniederlegung und hernach bei der hl. Messe im Kirchlein.

Gegen Mittag standen beim Schulhaus schon die Daxwagen zur Abfahrt bereit.

Auch das von Karl Weckerlein gefertigte drei Meter hohe und mit einer Silberfolie verkleidete Nachbildung des Jubiläumskreuzes wurde zum Festplatz gefahren. Da das Wetter nicht schöner hätte sein können, war der Besuch überaus zahlreich und bis tief in die Nacht war reges Treiben.

Renovierung des Wallbergkreuzes

Am 5. Juni 1966 fuhren fünf Wallberger auf den Wallberg und stiegen zum Gipfel, um das Kreuz wieder in die Senkrechte zu bringen. Als drei Böller vom Tal herauf sich an den Wänden des Wallbergs brachen, legten sie ihre Werkzeuge aus den Händen, um des lieben Verstorbenen, des Ehrenmitgliedes Hans Hatzl zu gedenken, der soeben der geweihten Erde übergeben wurde.

 

Bei der Ausschußsitzung am 16. Juni 1966 waren anwesend auch noch die Mitglieder Maier Albert und Karg Schorsch geladen. Die gaben Auskunft über die Arbeit am Wallbergkreuz. An drei Stellen müssen die Seile neu verankert werden. Es müssen Löcher gebohrt, die Seile verlängert und einbetoniert werden. Auch die Sitzbank soll wieder instand gesetzt werden. Für die Arbeit erklärte sich Sonnleitner Michl bereit. Es wurde noch vereinbart, am kommenden Samstag, den 2. Juli auf dem Wallberg die Verankerung des Kreuzes in Angriff zu nehmen.

 

Bei der Ausschußsitzung am 13. Juli 1966 dankte Vorstand Stadler denjenigen Mitgliedern, welche bei der Verankerung des Kreuzes mitgeholfen haben. Sein besonderer Dank galt dem Mitglied Albert Meier, welcher die Leitung der ganzen Arbeit übernommen hatte.

Ausschußsitzung am 4. Juli 1975.

Die Sitzbank am Wallbergkreuz ist wieder in Stand gesetzt worden.

Bei der Ausschußsitzung am 18. Juni 1982 gab der Vorstand Stadler bekannt, daß Roxin Herman sich bereit erklärt hat, das Wallbergkreuz zu streichen, zur Feier des 90 jährigen Bestehens.

 

Bei der Ausschußsitzung am 12. Juli 1982 konnte Vorstand Stadler berichten, daß das Wallbergkreuz frisch gestrichen ist. Auch der Blitzableiter wurde vom Niedermaier Koni repariert.

Die Feier zum 90 jährigen Bestehen des Kreuzes, findet am 14. August statt. Beim Kreuz wird eine Feldmesse gefeiert. Die Mitglieder können die Wallbergbahn um den halben Preis benutzen.

 

90 Jahre Wallbergkreuz

Am 14. August 1982 wurde das 90 jährige Bestehen des Wallbergkreuzes gefeiert. Pfarrer Alfons Siegl zelebrierte die Feldmesse in einer windgeschützten Stelle. Für die Musik sorgte Sepp Kandlinger mit seinen Musikanten. Wenn auch der Himmel bedeckt war und ein kalter Wind über dem Gipfel wehte, regnete es Gott sei Dank nicht. Weit über 100 Personen wohnten der Feier bei. Auch die Vereinsfahne der Wallberger fehlte nicht.

29. Juni Kurzbesprechung 100 Jahre Wallbergkreuz

 

4. Juli Treffen und Arbeiten Renovierung Wallberkreuz

Kölbl Karl, Radon Heinz, Schalch sen. und jun., Hiemenz Georg, Bock Sepp, Kreidl Andi, Erlacher Hias, Lang Martin und Josef, Wüst Christian, Hampel Klaus, Berghammer Quirin, Kölbl Peter, Öttl Klaus, Stadler Andi, Walleitner Martin, Schneider Heinz, Strohschneider Rudi waren dabei.


Wallbergkreuz

 


Nicht ganz so hektisch wie vor 100 Jahren als das Kreuz am Abend des 13. August gegen 5 Uhr fertig aufgestellt und vom Gerüst befreit wurde ging es diesmal zu. Aber die Vorbereitungen für dieses Fest liefen auch schon Wochen vorher um alles zu organisieren damit es auch so wird wie man es von den Wallbergern gewohnt ist.

Etliche Samstage arbeiteten eine Anzahl Wallberger Mitglieder an der Renovierung des Kreuzes um es für diesen Festtag richtig erstrahlen zu lassen. Damit es wie vor 100 Jahren "prachtvoll und erhaben" auf dem Gipfel des Wallberges steht, so die Schilderung des damaligen Schriftführers Andreas Popp.

So geschehen ist es auch heuer nach 100 Jahren auf dem Wallberg. nachdem am 14. August, bei strömenden Regen die jungen Wallberger die Jubiläumszahl 100, zehn Meter hoch, 25 m breit, mit Brettern auf denen Glühlampen montiert waren, in den Latschen vor dem Kreuz befestigt hatten, um auch bei Nacht auf das Jubiläum aufmerksam zu machen, die Girlanden am Kreuz befestigt, konnte am Samstag den 15. August die Feierlichkeiten beginnen.

 


Pfarrer Siegl zelebrierte die Bergmesse, gedachte der verstorbenen Mitglieder, vor allem aber den Gründern des Vereins. Mehr als 300 Personen, darunter zahlreiche Ehrengäste. Umrahmt wurde die Feier von der Blaskapelle Rottach-Egern und den Alphornbläsern. Mit Ansprachen von Vorstand Karl Kölbl, Bürgermeister Konrad Niedermaier und Landrat Norbert Kerkl ging die offizielle Feier zu Ende.

Unten am Hotel wartete bereits der Wirt Peter Paar mit einem gebratenen Ochsen und vielen anderen Schmankerln auf seine Gäste, der weltliche Teil konnte beginnen. Ein wunderschöner Tag gemeinsam mit Einheimischen und Gästen geht in die Geschichte der Wallberger ein. Gefeiert wurde bis spät am Abend, zum guten Gelingen trugen die Blaskapelle Rottach-Egern und die Goaßlschnalzer bei.

Rottach-Egern und die Wallberger haben wieder einmal gezeigt, daß nicht nur Highlife, Geld und übertriebene Eleganz, sondern auch bodenständiges lebendiges Brauchtum, Liebe zur Heimat, so wie es früher war, die höchsten Werte für unsere Zukunft sind. Zum Schluß noch ein herzliches Dankeschön an alle Helfer, besonders den Aktiven und den Spendern die zum guten Gelingen von diesem Fest beitrugen.

Für die Beleuchtung und Schmuck des Kreuzes waren verantwortlich: Niedermaier Andi, Walleitner Andi und Klaus, Hagn Alexander, goldhofer Martin, Maier Flori, Berghammer Stefan, Kreidl Anderl, Kathan Seppi, Stadler Andi und Sepp, Gerold Holger und im Tal mit dem Funkgerät Toni Wackersberger für die Ausrichtung des Hunderters.

 


10. September 2000 - 90 Jahrfeier Wallberg-Kircherl

Allen Helfern und Spendern die bei der Renovierung des Kircherl mithalfen auch von hier aus ein herzliches Vergelt´s Gott, und viele Besucher bei den Berg-Gottesdiensten.

Sonntag 1. Juni 2003 - 110 Jahre Wallbergkreuz

Weiße Wolken vor blauem Himmel bildeten, soweit das Auge reichte, die Kulisse für eine feierliche Bergmesse mit Rottachs Pfarrer Gröppmair.

Auf Einladung des Trachtenvereins "Die Wallberger" nahmen zahlreiche Menschen an der Feierlichkeit anläßlich des 110 jährigen Bestehen des Gipfelkreuzes teil. Das weithin sichtbare Symbol war seinerzeit von den Wallbergern zunächst angeregt und schließlich nach Überwindung einigen Widerstands auch realisiert worden. Dazu siehe auch Neujahrsgruß 2003 von Hans Sollacher.

 


Hundert Jahr und zehne dazua,
so oid wird ganz selten ebba.
"mir waars ja grod gnua",
so hör is reden, die Oiden mi'n Stecka.

Doch was da Mensch fast nia daglangt,
dös is für s'Kreuz am Woiwa drom
- mit hätten's selber fast net g'spannt -
heuer Tatsach' wor'n.

D'Wallberger war'n grod drei Johr ois,
do ham's scho s'erste Moi
am Gipfe drom a mordstrumm Kreuz aufg'stellt,
dös aussi grüaßt weit übers Toi.

1892 hot ma gschriem,
weg'n da Jagd hätt's fast an Aufruhr geben,
doch z'guaterletzt sans alle bei da Stanga bliem,
s'Kreuz hot kriagt sein Segen.

 

Vier Generationa is dös jetzt her,
die oide Welt is z'sammakracht,
fast nix is von ihr is blieb'n mehr
weit ham mas bracht ...

Aa s'Kreuz drom auf'm Gipfe
ham Blitz', Stürm' und Zeit
so wie von de Baam am Berg dö Wipfe
derzaus und obakeit.

Mir aba san - und sog'ns voll Stolz und Freud -
So bliem wia dö, dö vor uns war'n.
Drum begleit' uns jetzt scho s'dritte Woibergkreuz
ins neue Johr und weita, bis ma aussifahr'n ...

Hans Sollacher

Feier am 11. August 2007 - Grundsteinlegung des Wallbergkirchals vor 100 Jahren

Im Januar 1902, bei einem winterlichen Ausflug mit dem Rodelschlitten auf den Wallberg, an dem sowohl Josef Höß von der Überfahrt, Lorenz Bachmair von Weißach und Kooperator Josef Stadler teilnahmen, hatte letzterer die Idee, eine Kapelle auch auf den Wallberg zu stellen - so wie es kurz zuvor auf dem Wendelstein geschehen war. Ein Jahr darauf waren sie wieder auf dem Wallberg und jetzt wollten sie ihre Idee verwirklichen.

Sie holten die Zustimmung des Pfarrers Johann Kisslinger ein und bildeten ein Komitee, das dann am 21. Februar 1903 den Verein"Wallbergkirchlein e.V." aus der Taufe hob. 85 Teilnehmer trugen sich als Mitglieder ein. Im gleichen Jahr wurde der Standort ausgewählt. Die Wallberg Alpengesnossenschaft stellte den Baugrung kostenlos zur Verfügung. Es wurde um Spenden und Mitglieder geworben, wobei besonders die Münchner Bürger aktiv waren. Sie veranstalteten ein Frühlingsfest und zur 3. Hauptversammlung im Februar 1906 kamen sie mit einem Sonderzug nach Tegernsee. Der Verein war auf 780 Mitglieder angewachsen, darunter bedeutende Persönlichkeiten. Der Münchner Architekt Hans Schurr lieferte die Pläne, die allgemein Zustimmung fanden, aber auf Wunsch der Regierung und des Ordinariats mußte der Bau verkleinert werden.

Zur außerordentlichen Hauptversammlung am 1. Juli 1907 waren die Vertreter von 60 Vereinen aus dem Tal und München erschienen, die alle ihre Mitwirkung zusagten.

Am 11. August 1907 war es dann soweit. Vom Wallberghaus bewegte sich der Festzug mit Kreuz und Leuchterträger, Vereine und Musikkapelle des 1. Jägerbataillions, die Geistlichkeit, die Vorstandschaft und viele Bürger hinauf zum Bauplatz. In den Grundstein eingelegt wurde das Porträt des Prinzregenten, das Porträt des Erzbischofs Dr. von Stein, die Kirchenpläne und eine Urkunde über die Grundsteinlegung.

Am Nachmittag wurde an der Überfahrt ein "Alpines Fest" gestartet, mit Festschießen, Glückshafen, Trachtenschau und ein Militärkonzert. Nach Einbruch der Dunkelheit begann ein Seefest mit Feuerwerk und Bergfeuer rings um den See. Einige Tage darauf begann Baumeister Peter Reiffenstuhl von Kreuth mit dem Bau des Kirchals.

Das Wallbergkirchal ist ein Gemeinschaftswerk von Heimatverbundenen Menschen und Vereinen aus dem Tegernseer Tal und der Münchner Stadt. Immer noch grüßt die Kapelle von ihrem Platz auf 1.600 m Höhe, zur Freude der Einheimischen und Gäste.

Beni Eisenburg

 


100 Jahre Wallbergkircherl am Samstag, 4. September 2010

Am 4. September 1910 ist das Wallbergkircherl bei regnerisch-trüben Wetter eingeweiht worden - so steht es in der Chronik.

Nicht minder feucht war es genau 100 Jahjre später beim denkwürdigen Jubiläum auf dem Wallberg. Mit Blitz, Donner, peitschendem Regen und Hagelschlag wartete der Wettergott auf. Dennoch ließen sich rund 200 Gläubige, davon auch einige Mitglieder der Wallberger in Mieder und Schalk, nicht davon abhalten, an der Festmesse auf 1620 Metern Höhe teilzunehmen.

Seegeist:

Trutzburg des Glaubens

Seit 100 Jahrentrotzt das Wallberg-Kircherl Wind und Wetter. Die rauhe Witterung hat im Lauf der Zeit ihre Spuren hinterlassen. Rechtzeitig zuim Jubiläum ist die Kapelle unfassend renoviert worden. Neue Holzschindeln schützen die außenmauer, eine Wandheizung wärmt im Inneren. Außerdem wurde das Deckengemälde aufgefrischt. So runderneuert präsentierte sich das Gotteshaus den rund 200 Gläubigen, die trotz des naßkalten Wetters von nah und fern gekommen waren, um das 100-jährige Bestehen der Kapelle zu feiern. Micht nur die Tegernseer Schützen und zahlreiche Vereine erwiesen dem Kircherl ihre Ehre, auch weltliche Prominente wie Herzogin Elisabeth in Bayern.

HAB

Seegeist:

Rottach-Egern

Der 13. August 1892 nimmt in der Chronik des Rottacher Trachtenvereins eine Sonerstellung ein.

Am frühen Abend dieses Tages befreiten die Arbeiter nach getanem Werk das rund acht Meter hohe Wallbergkreuz von seinem Gerüst - "und es erstrahlte erstmals in der Abendsonne", wie es in der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen der Wallberger heißt. Zuvor hatten die Männer vier Tage lang an der Aufstellung des Kreuzes gearbeitet. "Zu einer Zeit wohlgemerkt, in der es weder Telefon noch Autos gab und nur wenige ein Fahrrad besaßen", erinnert der Trachtenverein.

"Das war schon ein gewaltiger Kraftakt", sagt auch der heutige Trachtenwart Andreas Stadler. Die Wallberger sind deshalb zu Recht stolz auf dieses Kapitel Vereinsgeschichte. Heute wie damals kümmern sich die Trachtler um den Erhalt - und wenn notwendig um die Instandsetzung - des Wallbergkreuzes. Viel Hand anlegen musste der Verein bislang allerdings nicht.

Heute ist das Kreuz vom Wallberg-Gipfel nicht mehr wegzudenken. Dabei wäre die Initiative der Wallberger - allen voran Ideengeber Theodor Neumayer - kurz vor der Aufstellung im August 1892 beinahe noch gescheitert, Herzog Carl Theodor in Bayern, der am Wallberg die Jagd ausübte und -Gerüchten zufolge - die Unruhe für das Gamswild nicht haben wollte, war nicht geneigt, sein Einverständnis zur Kreuzaufstellung zu geben. Erst nach einer "dreiviertelstündigen Besprechung", so heißt es in der Chronik, habe der Herzog nachgegeben. Unter dem Vorbehalt, dass kein Bergfeuer abgebrannt und keine Musik gespielt werden dürfe.

Gefeiert haben die Wallberger trotzdem. Und zwar in gebührender Weise. Am 14. August 1892, "einem wunderschönen Spätsommertag", wurde das imposante Kreuz mit dem Dornenkranz aus Eisen feierlich und unter Beteiligung einer großen Gästeschar eingeweiht.

Nach ihrer Rückkehr vom Berg trafen sich die Wallberger und die Festgäste in Enterrottach, um gemeinsam mit Schuhplattlern und Figurentänzen, Volksbelustigungen, Brotzeitständen und einem Glückshafen das Ereignis zu feiern. Deutschlandweit wurde darüber in der Presse berichtet. Mit der Feier in Enterrottach schlug übrigens auch die Geburtsstunde einer anderen Institution, die seither nicht mehr aus Rottach-Egern wegzudenken ist: Es war das erste Wldfest, wie es heute noch jeden Sommer gefeiert wird.